Angry Anna #5

Angry Anna #5Warum der Dom eine kleine Veränderung vertragen könnte!

Mein geliebtes Hamburg. Ich mag dich vor allem, weil bei dir immer so viel passiert, du dich ständig weiterentwickeln willst. Doch es gibt eine Sache, bei der du leider ziemlich stur bist: der DOM. Seit Jahren wird das Heiligengeistfeld dreimal im Jahr von fast denselben Fahrgeschäften, Fressbuden und Loseständen belagert. Warum? Findest du nicht, dass es mal Zeit für eine kleine Veränderung ist?

Angry Anna

Anna liebt Hamburg. Und trotzdem gibt es Sachen, die sie an der schönsten Stadt der Welt nicht ganz so schön findet. Hier motzt und kotzt sie regelmäßig ab.

Warum heißt der DOM eigentlich DOM?

Eine kleine Namenskunde

Der HAMBURGER DOM hat seine Ursprünge im 11. Jahrhundert. Händler, Handwerker, aber auch Gaukler und Quaksalber suchten im damaligen Marien-Dom Schutz vor Wind und Wetter. Heute hat der kunterbunte Rummel rein gar nichts mehr mit der Kirche zu tun, sondern findet dreimal im Jahr auf dem Heiligengeistfeld statt. 

It's DOM-Time again!

It's that time of the year again!

Lieber Dom, seit einigen Tagen belagerst du uns auf dem Heiligengeistfeld wieder mit Fahrgeschäften, Fressbuden und Loseständen. Und zwar mit fast denselben wie im letzten Jahr. Und im Jahr davor. Und irgendwie macht es dich ja auch aus, dass deine Leuchtreklamen uns jedes Mal aufs Neue zurück in unsere Kindheit versetzen – aber findest du nicht, dass es mal Zeit für eine kleine Veränderung wird? Hier kommen drei Dinge, die dringend angehen sollten!

1. Weil es immer das gleiche (ungesunde) Essen gibt

Im Gegensatz zu den Fahrgeschäften und der eigens für den Sommer angekarrten Wildwasserbahn, gibt’s an den Fressbuden wirklich immer das exakt gleiche Angebot. Vorzugsweise Bratwurst in allen Farben und Formen, in Fett und Knoblauchsauce triefende Champignons und riesige Gewürzgurken ohne alles. Oder die obligatorische Zuckerwatte, die angesichts der allgegenwärtigen Zuckerdiskussionen im Jahr 2019 eigentlich wirklich längst verboten sein sollte. Gesunde Alternativen? Nope, nada, nüscht.

Das einzige, was sich zuverlässig DOM für DOM verändert, ist der Preis. Der schießt jedes Mal ein kleines Stückchen weiter in die Höhe. 30 Gramm gebratene Mandeln für sieben Millionen Euro Fünfzig? Logo, gerne!

Stromverbrauch? Ganz egal!

2. Weil der Stromverbrauch einfach unendlich hoch ist

In Zeiten, in denen jeden Freitag Hunderte Schüler fürs Klima demonstrieren und alle Welt nach umweltschonenden Ideen sucht, werden auf dem Heiligengeistfeld fröhlich die Leuchtreklamen und Karussells angeschmissen. Laut Hamburg.de werden dafür jährlich vier Millionen Kilowatt-Stunden Strom verbraucht, das entspricht einer ganzen Kleinstadt. Muss das wirklich sein? Können wir es uns leisten, für die pure Vergnügung so viel Energie zu verballern? Ich finde, das ist nicht mehr zeitgemäß – und für eine Stadt wie Hamburg, die sonst so grün und nachhaltig sein will, ein absolutes No-Go.

Nicht nur Adrenalin, auch ganz viel Müll gibt's auf dem DOM

3. Weil eine absolute Wegwerf-Kultur herrscht

Wo wir gerade bei der Umwelt sind: Die zieht bei dem kunterbunten Rummel definitiv die Arschkarte. Neben Adrenalinkicks bringt der DOM nämlich vor allem unendlich viel Müll, Plastik und Einweggeschirr hervor. Das landet im besten Fall in der Tonne, im schlimmsten einfach auf dem Boden. An den Schießbuden und Loseständen gibt's billigen Plunder, den kein Mensch braucht. Aber darum geht es auch nicht – Hauptsache man gewinnt irgendwas, ist auch völlig egal was, wird ja eh früher oder später weggeworfen.

Um Spaß zu haben, muss ich nicht Autoscooter fahren.

Trotzdem schön, dass es dich gibt!

Ach, lieber Dom – auch wenn wir ein bisschen was an dir zu meckern haben, sind wir froh, dass es dich schon seit so vielen Jahren gibt. Denn irgendwie gehörst du ja auch einfach zu Hamburg dazu. 

Angry Anna #4

Ich hasse, dass alle das Hamburger Wetter hassen!

Geheimtipp Hamburg

Dieser Beitrag ist auf redaktioneller Ebene entstanden. 

Anna Paulina Graf

Anna ist unsere kleine Schwäbin. Und das hört man auch, denn selbst nach fast fünf Jahren in Hamburg kann sie noch kein Hochdeutsch. Mit jeder Menge Gratis-Ausflugstipps, ihrem Fahrrad und ganz viel Entdeckerdrang zeigt sie ihren Freunden die Stadt – und jetzt auch euch.