Angry Anna #7

Angry Anna #7Die Innenstadt braucht endlich mehr Leben!

Ach Hamburg. Du bist für mich die schönste Stadt der Welt, meine Perle, mein Heimathafen – aber nur, solange ich nicht in die Nähe deiner langweiligen Innenstadt komme. Denn die ist leider genauso nervig wie in jeder anderen Großstadt: tagsüber voll, abends ausgestorben. Das muss doch nicht sein, oder? Jemand wie du, bekommt sowas doch viel besser hin! Komm, pack endlich an und verpass Jungfernstieg, Mönckebergstraße & Co. ein Upgrade!

Angry Anna

Anna liebt Hamburg. Und trotzdem gibt es Sachen, die sie an der schönsten Stadt der Welt nicht ganz so schön findet. Hier motzt und kotzt sie regelmäßig ab.

Von außen so schön: die Innenstadt

Bloß nicht in die Innenstadt!

Ich meide die Innenstadt wie die Post-Filiale am Kaltenkircher Platz. Und damit bin ich wahrscheinlich nicht allein. Jeder, der nicht gerade eine Vorliebe für triste Betonfassaden, Menschenmassen und brutales Gedränge hat, bleibt der Gegend rund um die Mönckebergstraße lieber fern. Tagsüber gibt es hier vor lauter Touristen kein Durchkommen, nach Ladenschluss sind alle Bürgersteine hochgeklappt – und zwar schlimmer als in jeder Provinz. Kriegen wir da nicht irgendwie eine Balance hin? Hier kommen drei Baustellen, die wir ganz dringend angehen sollten, Hamburg!

1. Kleine Läden statt riesige Ketten

Die Läden in der Innenstadt sind teilweise leider genauso eintönig wie die grauen Fassaden. Kleine Boutiquen? Trödelläden? Versteckte Orte zum Stöbern? Fehlanzeige! Dabei mangelt es uns in Hamburg nicht an guten Ideen und mutigen Unternehmern – die finden in der City nur leider keine bezahlbare Fläche. Und so ziehen fröhlich Großkonzerne und internationale Ketten in die Mönckebergstraße und versuchen, im Einheitsbrei mit immer grelleren Leuchtreklamen aufzufallen.

Besonders voll: die Gegend rund um die Europa Passage

2. Wohnungen – und zwar bezahlbare!

Zentrale Lage, in Alsternähe und gut angebunden: Die Anzeige einer Innenstadtwohnung liest sich wie ein Gedicht – bis man zum Preis kommt. Denn von bezahlbarem Wohnraum für Studenten, Berufseinsteiger oder junge Familien ist hier vorerst keine Spur. Bis die rund 145 neuen geförderten Wohnungen auf dem Gelände der ehemaligen City-Höfe fertiggestellt sind, vergehen noch ein paar Jährchen.

3. Mehr Gastronomie

Wer sich doch mal ins Zentrum wagt, muss aufpassen, hier nicht auf dem Trockenen zu sitzen. Denn Bars, Cafés und Restaurants sind entweder versteckt oder teuer – oder gleich beides! Hier sprießt nicht jede Woche ein neuer Gastro-Hotspot aus der Erde. Und zwar aus Angst vor zu hohen Mieten und ausbleibenden Leuten. Denn abends, da ist in der Innenstadt ja nichts mehr los. Das hat sich auch unter Gastronomen rumgesprochen.

Wir schaffen das!

Zeit, was zu ändern!

Hamburg, lass uns aus endlich diesem Teufelskreis ausbrechen. Gib Mietern, Unternehmern und Gastronomen ein bezahlbares Zuhause in der City – dann berichten wir hier auf Geheimtipp Hamburg in Gegenzug über jede tolle Neueröffnung (so wie zuletzt über BENTO by Nakama), um den Hamburgern ihr Trauma zu nehmen und sie wieder in die Innenstadt zu locken. Deal? Dann let's go!

Dahlina-Sophie Kock

Dieser Beitrag ist auf redaktioneller Ebene entstanden.

Anna Paulina Graf

Anna ist unsere kleine Schwäbin. Und das hört man auch, denn selbst nach fast fünf Jahren in Hamburg kann sie noch kein Hochdeutsch. Mit jeder Menge Gratis-Ausflugstipps, ihrem Fahrrad und ganz viel Entdeckerdrang zeigt sie ihren Freunden die Stadt – und jetzt auch euch.