bodega Lima

bodega LimaEin Restaurant in den eigenen vier Wänden

Den Traum vom eigenen Restaurant haben viele. Mónica Orjeda hat ihn sich erfüllt – und zwar in ihren eigenen vier Wänden! Einmal im Monat verwandelt sich ihre Wohnung im Karoviertel mit ganz viel Herzlichkeit und jeder Menge peruanischer Leckereien in die bodega Lima. Das müssen wir euch unbedingt zeigen, kommt mit!

Mónicas Wohnung aka. die bodega Lima

Das versteckte Restaurant

Als uns Mónica zu ihrer bodega Lima eingeladen hat, wussten wir noch nicht genau, was uns erwartet. Ein Fünf-Gänge-Menü für knapp 45€ in einer Wohnung mitten im Karoviertel? Von einem Restaurant-Schild keine Spur, auf dem Klingelschild steht nur Mónicas Nachname. Wow, das nennen wir mal einen Geheimtipp! 

Von unserem Entdeckerdrang getrieben, steigen wir die Stufen zu ihrem Reich hoch – und finden uns wenig später mitten in Peru wieder. Denn genau so fühlen sich die gemütlichen und kunterbunt geschmückten vier Wände von Mónica an. Kein Wunder, Señorita Orjeda kommt selbst aus dem Land der Inkas und hat ihre Heimat kurzerhand mit zu uns nach Hamburg gebracht!

Wuselig, aber authentisch

Typisch lateinamerikanisch geht es hier ganz wuselig und wild zu. In der Küche wird auf Hochtouren geschnibbelt, gebraten und angerichtet, schließlich kommen in einer halben Stunde schon die ersten Gäste. Mónica packt natürlich selbst mit an, hat sich in den letzten zwei Jahren aber ein festes Team aus fleißigen Helferlein aufgebaut. "Anfangs war ich alleine, da waren es aber auch nur 15 - 20 Gäste, mittlerweile sind wir bei 94 in zwei Schichten", erklärt uns die gut gelaunte Gastgeberin. Holla, die Waldfee! Das wollen wir jetzt aber genauer wissen und quetschen Mónica über die Anfänge ihrer bodega Lima aus. 

Bei Mónica fühlen wir uns pudelwohl!

Über Chile nach Deutschland

Monica ist in Lima, der Hauptstadt Perus, aufgewachsen und 1992 aus Angst vor den vielen Terroranschlägen nach Chile geflohen. Dort waren auch ihre ersten Berührungspunkte mit der Gastronomie. "Ich habe lange Zeit in einem Gourmet-Restaurant gearbeitet und dort vor allem die Nachtische zubereitet", erzählt sie voller Stolz und ergänzt: "dabei entflammte auch meine meine Liebe zur peruanischen Küche neu". Wenig später ging es dann nach Deutschland – natürlich der Liebe wegen! Sie arbeitet hier seit Jahren erfolgreich als Sozialpädagogin, hat irgendwann aber eine Sache vermisst: das Kochen. 

Wow, wie hübsch!

In meinen ersten Jahren in Deutschland vergaß ich meine Leidenschaft – das Kochen.

Mónica Orjeda über ihre Anfänge in Deutschland

Die Wohnung wird zum Lokal

Um sich wieder mehr ihrer Leidenschaft, dem Kochen, zu widmen, startete sie vor ein paar Jahren einen kleinen Catering-Service und half Freunden bei Pop-up-Events rund um die südamerikanische Küche. "Die Resonanz war super und ich dachte mir: Du kannst auch etwas eigenes haben!", erzählt uns die Frohnatur mit einem großen Strahlen. Weil sie weiterhin in ihrem Job bleiben wollte, kam ein eigenes Restaurant nicht in Frage. Und so entschloss sie sich, einfach einmal im Monat in ihre Wohnung einzuladen. Die bodega Lima war geboren!

Wir könnten unserer herzlichen Gastgeberin noch ewig zuhören, wenn nicht die ersten Gäste klingeln und unsere Mägen knurren würden. Los geht's – wir sind gespannt, was jetzt kommt!

Ich fliege meist mit einem Koffer nach Südamerika und komme mit fünf zurück!

Mónica auf Frage, wo sie denn all ihre Zutaten herbekommt

Ceviche de Mango!

Eine kulinarische Reise durch Peru

Heute steht eine Fünf-Gänge-Menü mit dem Thema Perú Amazónico an. Mit Zutaten aus dem Amazonas-Gebiet schickt Mónica ihre Gäste auf eine wilde, kulinarische Reise quer durch Peru. Der erste Gang heißt "Causa trifft Amazonas" – ein typisches Nationalgericht auf Kartoffelbasis. Und wie es sich für Peru gehört, trinken wir zu diesen Leckereien einen frisch gemixten Pisco Sour. 

Gericht Nummer zwei: Ceviche de Mango, hier trifft Seelachs auf Süßkartoffel, gerösteten Mais und Limette – das Signature-Food Perus! Aber Veggies aufgepasst: es gibt auch immer eine vegetarische Option!

Ein kleines Gaumenfeuerwerk

Vor jedem Gang erklärt Mónica stolz die Gerichte und erzählt ein paar Anekdoten über die kulinarischen Entdeckungstour. Dabei hat sie auch noch eine kleine Überraschung parat: eine Bonito-Brühe, das ist eine Art Miso-Suppe, die ihre Herkunft bei den Nikkei (japanische Einwanderer in Peru) hat.

Und auch der vierte Gang ist geschmacklich eine echte Wucht! Platáno Mozandero, klingt exotisch oder? Unser persönlicher Liebling heute verbindet Banane mit Pulled Beed – eine geniale Kombination und verdammt lecker.

Ein fulminantes Dessert-Finale

Mit klassischem Milchreis, Lilamais-Mus mit Apfel, Ananas und getrockneten Pflaumen und Manjar blanco, einer Delikatesse auf Milchbasis mit Physalis fährt Mónica zum Abschluss nochmal so richtig auf! 

Wir nehmen den letzten Schluck Cerveza und Pisco Sour und machen Platz für die nächsten Gäste. Während wir pappsatt und glücklich über diesen besonderen Abend aus der Wohnung stolpern, können wir kaum glauben, dass sich die bodega Lima morgen früh wieder in ein Wohn- und Schlafzimmer verwandelt. Wir sagen muchas gracias und freuen uns schon auf den nächsten Besuch!

Mónica und ihr Team

Bodega Lima

Ihr wollt auch dabei sein?

Die bodega Lima steigt einmal im Monat in Mónicas Wohnung, die natürlich nur begrenzt Platz bietet. Ihr müsst also ganz schnell sein und immer vorher reservieren! Folgt ihr auf Facebook und bleibt immer auf dem Laufenden, denn das nächste Event steigt schon am 30. November!

Salud!

Dahlina-Sophie Kock

Dieser Artikel ist auf redaktioneller Ebene entstanden.

Jan-Martin Bauer

Jan-Martin kommt aus Hamburgs Süden und liebt es, neue Restaurants und Bars in der schönsten Stadt der Welt zu entdecken. In seiner Freizeit spielt er Fussball und singt für sein Leben gerne Karaoke.