Craftbeer aus Hamburg

Craftbeer aus HamburgDa braut sich was zusammen!

Gemeinsam mit BEYOND BEER, dem Bier-Delikatessengeschäft in der Weidenallee, haben wir uns in der Hamburger Brauszene umgeschaut und vier Brauereien entdeckt, deren Kreationen man unbedingt probieren sollte. Das tut man Besten direkt im Laden, denn dort stehen alle Sorten (und noch viele mehr) bereit. In diesem Sinne: Prost!

Erstmal vorweg: Was ist eigentlich Craftbeer?

Der Begriff ist aus den USA zu uns geschwappt und bedeutet handwerklich und in kleiner Menge hergestelles Bier - die Brauereien dazu werden oft auch Mikrobrauereien genannt. Diese Biere sind nicht überall, sondern in Spezialitätengeschäften erhältlich. Im Vordergrund stehen Handarbeit, Experimentierfreudigkeit und das Brauen von ungewöhnlichen Sorten, die von großen Brauereien meist nicht hergestellt werden.

Kehrwieder Kreativbrauerei

Die lebendige amerikanische Craftbeer-Kultur brachte den Bierexperten Oliver Wesseloh, der 2013 die Weltmeisterschaft der Biersommeliers gewonnen hat, auf die Idee, selbst zu brauen. Gesagt, getan: 2012 gründete er die Kehrwieder Kreativbrauerei. Das erste, was auffällt, ist das Logo: eine Kombination aus Leuchtturm und Palme, die erahnen lässt, dass neben Hamburg auch südlicherer Gefilde in der Reisebiografie des Bierverrückten auftauchen. Das zweite: sehr interessante Biere, zum Beispiel die SHIPA-Serie – das sind Single Hop India Pale Ales, jeweils mit einer anderen Hopfensorte und bei stets gleichbleibendem Brauvorgang gebraut. Das spezielle Aroma jedes Hopfens kommt so besonders gut zur Geltung. India Pale Ales oder kurz IPAs wurden ursprünglich in Großbritannien für die lange Seefahrt zu den Kolonien gebraut und für die Haltbarkeit extra viel Hopfen und Stammwürze verwendet, um dem von Stürmen, Windmangel, Piraten und Skorbut bestimmten Seemansleben zumindest verdorbenes Bier zu ersparen.

Kooperativ mit den Brauereien Ratsherrn, Blockbräu, Gröninger und Joh. Albrecht wird das Bockbier namens Senatsbock gebraut, welches traditionell einmal jährlich zur offiziellen fünften Jahreszeit – Bockbierzeit – gebraut und ausgeschenkt wird. Zudem hat das Braumeisterpaar ein Buch namens „Bier leben“ geschrieben, welches kürzlich im Rowohlt-Verlag erschienen ist und sowohl Neulinge als auch eingefleischte Bierfans mit Infos und Geschichten rund um unser Lieblingsgetränk versorgt – gleich auf den Wunschzettel schreiben!

Unbedingt probieren:
Zugegeben, das „You can leave your hat on“ haben wir primär aufgrund des Namens gekauft. Aber dieses abgefahrene Bier für Fortgeschrittene, ein Barley Wine Ale, ist nicht nur was für Joe Cocker-Fans. Zwei Sorten Malz, zwei Sorten Hopfen, Aromen von Kirsche über Schoko bis Zitrus – verrückt und gut.

Wildwuchs

Braumeister Fiete, ein Hamburger Bier-Urgestein, hat sein Lieblingsgetränk bereits in Rostock, Berlin, Frankreich und Spanien sowie zusammen mit Oliver Wesseloh in der Kehrwieder Kreativbrauerei kredenzt. Seit 2014 braut er unter dem Namen Wildwuchs mit der Hilfe seiner Brüder allerlei Köstlichkeiten, und weil sein Bier nicht nur ihm schmeckt, ist das schöne Bleckeder Brauhaus an der Elbe mittlerweile zu klein für die Produktion von „Bock o’Vin“, „Fastmoker Pils“ und „Bock O’Range“ geworden – so heißen die Wildwüchse.

Das Besondere: Beim „Fastmoker Pils“ wird nach der Hauptgärung nochmals Hopfen zugegeben - so genannter Kalthopfen. Dadurch entsteht ein besonders fruchtiger, herber Geschmack. Neu ist das X-TRA Ale, ein dunkles Imperial Ale, das weihnachtlich nach Nelken und Banane schmeckt und etwas süßlicher ist. Alle Zutaten stammen natürlich aus ökologischem Anbau. Da trinkt man doch gern glatt noch eins!

Probieren:
Eine Hopfensorte namens Mandarina Bavaria sorgt für das orangige Zitrusaroma des „Bock O’Range“ – fruchtig-herb und lecker!

Buddelship Brauerei

Die Buddelship-Biere werden in Eimsbüttel gebraut, und zwar in einer ehemaligen Fischkonservenfabrik. Passend für uns Hamburger Fischköppe! Statt fangfrischem Fisch wird erntefrischer Hopfen geliefert, und statt geräuchert wird gemaischt und geläutert. Das dadurch entstehende Bier ist ungefiltert und unpasteurisiert und daher nährstoffreicher als herkömmliche Biere, aber auch nicht so lange haltbar. Das bedeutet nicht, dass man den frisch gekauften Kasten sofort leertrinken muss – auch wenn der Gedanke angesichts der vielfältigen Sorten durchaus verlockend ist. Deren Namen machen Reiselust: „Brügge“, ein fruchtiges belgisches Landbier; „Great Escape“, ein IPA der unbegrenzten Möglichkeiten aus exotischen Hopfensorten und britischem Malz; „The Steelyard“, ein traditionelles britisches Pale Ale benannt nach einem großen Hanseumschlagplatz in London, und ein „Gotland 1394“ genanntes Porter. Diese vier werden regelmäßig um neue, oft gemeinsam mit anderen Brauereien entwickelte Sorten, erweitert – Bier mit Kaffee oder Sauerkraut, zum Beispiel. Geschäftsführer Simon Siemsglüss und seine Braukumpanen haben zwischen Hopfen und Malz noch einiges zu sagen.

Unbedingt probieren:
Das „Spider Monkey“ ist ein IPA mit Kaffee. Ja, mit Kaffee. Kaum zu glauben, aber es schmeckt! Und, nebenbei bemerkt, das perfekte Getränk für den kleinen Durchhänger am Spätnachmittag, wenn man sich zwischen Cappuccino oder Bierchen nicht entscheiden kann.

Brewcifer

Angefangen hat alles mit einem großen Kochtopf und einem Rezept aus dem Internet in einer Hamburger Küche. Das Ergebnis fand schnell Anklang im Freundeskreis, Jochen Maders Braukunst sprach sich herum und die Einladung, im Haus 73 einen Bierstand zu machen, folgte. Kochtopf und Küche wurden zu klein und mittlerweile wird nicht mehr am heimischen Herd, sondern in der Buddelship Brauerei gebraut, um die Nachfrage zu befriedigen. Beim Teufelsbrauer Jochen wird auf echte Handarbeit gesetzt und dementsprechend weder maschinell gefiltert noch in riesigen Tanks vergoren und das Endprodukt ist natürlich unpasteurisiert. Streng gemäß der zehn heiligen Reinheitsgebote wird mit heimischen Zutaten geradezu ketzerisch herumexperimentiert. Klassische Sorten verstecken sich, man vermutet es schon, nicht hinter den mit Wortwitz benannten Brauwerken: „Rhubarb Wire“ mit Rhabarber und Basilikum, „Spark“, ein IPA mit der Chilosorte Bhut Jolokia, die man normalerweise in Pfefferspray verwendet, und „Hops and Needles“ mit Fichtentrieben – passt sicher gut zu Lebkuchen.

Unbedingt probieren:
Da es nur drei Sorten gibt, können wir guten Gewissens empfehlen, alle hintereinander zu probieren. Drink responsibly!

Bierbrauen für Zuhause: die Braubox

Lust bekommen, selbst mal kreativ zu werden? Die Braubox der Besserbrauer aus Hamburg enthält alles, was man zum Bierbrauen braucht. Kein Platz in der Küche? Kein Problem! Denn anders als bei herkömmlichen Brausets ist die Braubox für 12 Flaschen Bier konzipiert, sodass auch in der kleinsten Stadtküche gebraut werden kann. Fünf verschiedene Biersorten gibt es, und wer auf den Geschmack gekommen ist kann sich Nachfüllpacks besorgen, denn die enthaltenen Gerätschaften sind unendlich verwendbar und kein Wegwerfprodukt.

BEYOND BEER

Dein Supermarkt um die Ecke führt keine der leckeren Biersorten? Nicht verzagen, denn noch ist nicht Hopfen und Malz verloren (der musste sein). Bei BEYOND BEER in der Weidenallee sind sind alle der vorgestellten Brauereien vertreten – und noch unzählige mehr. Gegründet wurde der Laden von vier leidenschaftlichen Biertrinkern, die ihr Lieblingsgetränk in seinen zahlreichen Varianten auch anderen zugänglich machen wollten.

Zwischen 250 und 300 Biere aus aller Welt, die teilweise in Deutschland nur dort erhältlich sind, stehen in den Regalen bereit und rund ein Drittel davon variiert regelmäßig, sodass es immer etwas Neues zu probieren gibt. Das Sortiment bietet sowohl Anfängern als auch fortgeschrittenen Biertrinkern (die sich vielleicht mal an den mit Salz gebrauten Sorten versuchen wollen) was, und die freundlich beratenden Mitarbeiter helfen bei einem Probierschluck gern weiter. Ausgeschenkt wird nämlich auch: regelmäßig wechselnde Brauereien sind am Zapfhahn vertreten. Immer Donnerstag abends findet „Beyond the Bottle“ statt, eine kostenlose Veranstaltungsreihe rund ums Bier, in der Mal Brauer zu Gast sind und von ihrer Arbeit erzählen, mal neue Sorten vorgestellt werden.

Außerdem kann man Bier-Tastings besuchen und sogar Braukurse belegen – dort braut man immer zu zweit sein eigenes Bier, kann sich nebenbei ein bisschen durch Sortiment probieren und wird natürlich auch mit fester Nahrung versorgt. Passend zur Jahreszeit gibt es übrigens einen Craftbeer-Adventskalender mit 24 Sorten aus verschiedenen Ländern, mit dem man sich im Dezember gepflegt einmal rund um den Globus trinken kann. Prost!

Beyond Beer - ein ganzer Laden voller Bier

Dein Supermarkt um die Ecke führt keine der leckeren Biersorten? Nicht verzagen, denn noch ist nicht Hopfen und Malz verloren (der musste sein). Bei BEYOND BEER in der Weidenallee sind sind alle der vorgestellten Brauereien vertreten – und noch unzählige mehr. Gegründet wurde der Laden von vier leidenschaftlichen Biertrinkern, die ihr Lieblingsgetränk in seinen zahlreichen Varianten auch anderen zugänglich machen wollten.

Zwischen 250 und 300 Biere aus aller Welt, die teilweise in Deutschland nur dort erhältlich sind, stehen in den Regalen bereit und rund ein Drittel davon variiert regelmäßig, sodass es immer etwas Neues zu probieren gibt. Das Sortiment hat sowohl für Anfänger als auch fortgeschrittene Biertrinker (die sich vielleicht mal an den mit Salz gebrauten Sorten versuchen wollen) etwas zu bieten. Die freundlich beratenden Mitarbeiter helfen bei einem Probierschluck gern weiter. Ausgeschenkt wird nämlich auch: regelmäßig wechselnde Brauereien sind am Zapfhahn vertreten. Immer Donnerstag abends findet „Beyond the Bottle“ statt, eine kostenlose Veranstaltungsreihe rund ums Bier, in der Mal Brauer zu Gast sind und von ihrer Arbeit erzählen, mal neue Sorten vorgestellt werden.

Zudem kann man Bier-Tastings besuchen und sogar Braukurse belegen – dort braut man immer zu zweit sein eigenes Bier, kann sich nebenbei ein bisschen durch Sortiment probieren und wird natürlich auch mit fester Nahrung versorgt. Prost!

Jan Traupe

Janni ist einer der beiden Gründer von Geheimtipp Hamburg und schreibt eigentlich über alles, was er bei seinen Streifzügen durch die City entdeckt. Ein besonderes Faible hat er für gute Bars & Restaurants, liebt aber auch die unzähligen grünen Ecken in der Stadt.