Die Goldenen Zwanziger

Die Goldenen ZwanzigerDer Puls des Jahrzehnts lebt in Hamburg

Die Roaring Twenties, goldenen Zwanziger, sind das Jahrzehnt, das heute wohl wieder am meisten gefeiert wird. Wir sehnen uns nach dem Glanz und Glamour dieser Zeit unser Groß- und Urgroßeltern, denn die konnten feiern und waren dabei auch noch so stilsicher unterwegs. Auch wenn damals nicht alles perfekt war, aus den Fehlern kann man ja lernen und das Beste dieser glamourösen Zeit in Partys, Bars und anderen Orten und Events in Hamburg vereinen.

Das wilde Nachtleben

© Frederic Schweizer

© Frederic Schweizer

Das wilde, sündige Nachtleben der Zwanziger Jahre - vor allem Berlin macht sich einen Namen als Partyhauptstadt zur Zeit der Weimarer Republik. Die Reihe Bohème Sauvage ist dabei gewissermaßen eine Hommage an das Nachtleben der Zwanziger. Unsere Großeltern und Urgroßeltern in den Städten wussten, wie man feiert - und dabei waren sie immer gut gekleidet! An diesem Abend könnt ihr also nicht overdressed sein. Fragt Mutti nach dem Charleston-Kleid und kramt die Hosenträger raus - die Nacht wird lang und wild!

Ein besonderes Outfit

© Recession by Marla

© Recession by Marla

Ständig versucht jemand den Stil der Zwanziger Jahre zu kopieren und umzugestalten, doch niemand in Hamburg versteht ihn so gut wie Marla von Menna. Schon als Studentin faszinierten sie der Glanz und Glamour der Roaring Twenties so sehr, dass sie dafür sogar den Schritt in die Selbstständigkeit wagte und 2004 ihr eigenes Modelabel Recession by Marla gründete. Im süßen Souterrain-Laden im Karoviertel findet ihr keine Karnevalskostüme, sondern handgefertigte, tolle Einzelstücke, die Marla designt hat. Wenn man Marla fragt, was sie an der Moder der Zwanziger besonders mag, dann sagt sie: "Eine wilde Zeit rauschender Partys, revolutionärer Musikstile, neuer Tänze. Vor allem aber auch eine Zeit eleganter, selbstbewusster Frauen. Die Frauen waren weiblich und tough zugleich wie beispielsweise die kühle, aber leidenschaftliche Blondine Marlene Dietrich." 

Ein glamouröses Dinner

© Restaurant Rexrodt

In den ehemaligen Räumen einer Metzgerei von 1896 befindet sich heute Hamburgs vielleicht romantischstes Restaurant: das Rexrodt. Wunderschön gekachelte Wände und eine faszinierende Glasdecke machen aus dem Raum ein perfektes Relikt des Jugendstils. 1999 übernahm der Koch Niels-Ove Nielsen gemeinsam mit seiner Frau die Räumlichkeiten, seit dem wird hier auf höchstem Niveau gekocht. Inspiriert ist Niels Küche vor allem von Rezepten aus dem Land der absoluten Genießer: Frankreich.

Trinken mit Stil

© CURIO Collection by Hilton, Reichshof Hamburg

Am Ende der marmornen Eingangshalle des Reichshof Hamburgs, das vor gut drei Jahren von der Hilton-Kette aufgekauft und aufwendig renoviert wurde, geht es durch eine Holztür in die Bar des Hotels. Benannt nach dem Gründungsjahr wird in der Bar 1910 die klassische Barkultur auf höchstem Niveau zelebriert. Das Personal trägt weiße Anzüge mit goldenen Knöpfen, die Drinks kommen in entzückenden Kristallgläsern. Nach der Renovierung wurden zur original Einrichtung Art-Déco-Elemente ergänzt. 

Swing, baby!

© Swingwerkstatt Hamburg// Thomas Marek

Die wohl populärste Stilrichtung des Jazz hat ihre Wurzeln in den USA der 20er- und 30er- Jahre. Swing ist tanzbar, eingängig und massentauglich - wie geschaffen also für die aufgewühlte Jugend des goldenen Zeitalters. Swing und die dazugehörigen Tänze, wie der Charleston, entwickelten sich im Laufe der Zeit weiter. Eine der beliebtesten Stilrichtungen ist bis heute noch der Lindy Hop. Den Tanz, der besonders in den Achtziger und wieder Anfang der Zweitausender ein Revival erlebte, könnt ihr bei der Swingwerkstatt Hamburg lernen. Mit Tanzkursen für Anfänger bis Fortgeschrittene, Einsteiger-Wochenendworkshops, Partys mit DJs und Live-Bands und Lesungen ist das Angebot von Konstantin und Nina so groß, das jeder Einsteiger neugierig wird. 

Ordentlich gekleidet

© LeVoltage

© LeVoltage

Alles fing 1998 an, als Bent Angelo Jensen das Label Herr von Eden gründete. Damals verkaufte er Second Hand Anzüge bekannter Herrenausstatter, heute gehören zu seinen Kunden Prominente wie Jan Delay, Peter Doherty und Udo Lindenberg. Bents Designs erinnern stark an den Dandy-Style und Glamour der Zwanziger Jahre. Dabei versprühen seine Kollektion einen Hauch Nostalgie und Extravaganz. Mode für den echten Gentlemen? 

Großmutters Salon

© Lisa Knauer

Früher war alles besser? Nicht ganz, aber man kann viel aus alten Traditionen lernen. Mirko Sachs hat ein besonderes Gastro-Konzept nach Hamburg gebracht und sich dabei von Erinnerungen an seine Großmutter Eliane und Genüssen aus seiner Kindheit inspirieren lassen. Entstanden ist mit Elianes Esszimmer ein gemütlicher Salon im Stil der Zwanziger Jahre, in dem gutes Essen zelebriert wird. Kommoden aus dunklem Holz stehen vor moosgrünen Wänden und sind geschmückt mit Kristall-Karaffen, englisches Landhausstil Porzellan befindet sich in den Schränken - rundum gemütlich.

Stilecht entspannen

© Klaus Behrmann

Wer ordentlich feiert, muss auch zwischendurch mal entspannen. Stress und Hektik sind im Holthusenbad in Eppendorf ein Fremdwort. Das 1914 eröffnete Badetempel an der Kellinghusenstraße erstrahlt im mondänen, klassizistischen Stil und lädt zum Abschalten ein.

Gut getrunken

© Tim Gerdts

© Tim Gerdts

Hier wird nur Gutes getrunken! Wenn du ein Liebhaber mexikanischer Nationalgetränke bist, dann sollte The Chug Club schleunigst zu deiner Lieblingsbar auf dem Kiez (und generell) aufsteigen. Das herzliche Team rund um die Chefdame Betty Kupsa hat sich dem hochprozentigen Tequila-Genuss verschrieben. Statt als Kurzer mit Salz und Limette wird der mexikanische Traditionsschnaps hier in einer unendlichen Vielfalt an Aromen und Kombinationen ausgeschenkt. The Chug Club überzeugt mit einer Mischung aus kuscheligem Club und anspruchsvoller Barkultur: Eine Bar mit Suchtpotential und eine Bereicherung für den Kiez.

Jazz it up!

© Cotton Club

© Cotton Club

Dunkel, heiß und laut: Der Cotton Club ist eine wahre Institution in der Hamburger Jazzszene. Seit sechs Jahrzehnten werden hier die jammigsten Sessions und Konzerte der ganzen Stadt veranstaltet, damit ist er der älteste Jazzkelle Hamburgs. Bis heute macht der Cotton Club seinem New Yorker Namensvetter alle Ehre. In den schummrigen Kellerräumen am Großneumarkt finden fast täglich spannende Konzerte in allen Stilrichtungen statt – unter anderem traten hier schon Künstler aus den USA, Großbritannien, Frankreich, Schweden und Australien auf. 

Titel: Frederic Schweizer

Dieser Beitrag ist auf redaktioneller Ebene entstanden.

Carolin Simon

Unsere kleine Weltenbummlerin Caro hat den Weg zurück in die Heimat gefunden und ist ab jetzt auf Entdeckertour in Hamburg unterwegs. Sie liebt den Hamburger Hafen und ist immer auf der Suche nach schönen Märkten und neuen Food Ideen.