Die kleine Geschichte vom großen Geschäft

Die kleine Geschichte vom großen GeschäftKlolektüre von Goldeimer

Heute schon auf Klo gewesen? – Mit dieser Frage bricht jedes Eis! Selbst wenn ihr euch mit Tausendsassa Micha Fritz bei Kaffee & Kuchen über die Die kleine Geschichte vom großen Geschäft unterhaltet. Ehrenwort!

Hey, Micha!

Ihr habt viel um die Ohren? Na dann kennt ihr nicht Micha Fritz' To-do-Liste: Als einer der vier Gründer der Hamburger Wasserinitiative Viva con Agua setzt er sich seit 2006 für sauberes Trinkwasser und bessere Hygienebedingungen in Europa, Afrika, Lateinamerika und Asien ein. Neben diverser anderer sozialen Projekte im In- und Ausland begleitet er die jährliche Millerntor Gallery und supportet Goldeimer – eine junge Initiative, bei der sich alles um soziales Klopapier und Komposttoiletten dreht. Goldeimer, Klogeschichten und das ganz große Geschäft?
Erzähl uns mehr, Micha!

K wie Kaffee .. und Kacka!

Mit Käffchen und bester Laune fläzen wir uns mit Micha in seine Küche, lassen die vergangene Millerntor Gallery Revue passieren und plaudern schon mal über die 10. Ausgabe des Künstlerfestivals auf St. Pauli. Aber hey, eigentlich sind wir heute wegen etwas ganz anderem hier – und das liegt auf dem Küchentisch direkt vor unserer Nase: Die kleine Geschichte vom großen Geschäft. Ein gelbes Buch, das die Geschichte von Pipi, Kot und dem kleinen Jungen Alex erzählt.

Illustration von Bobbie Serrano

"Mama, ich muss mal groß...", sagt Alex.

Auf den 63 Seiten der Goldeimer-Lektüre erfahrt ihr die Geschichte der Toilette, findet einen Haufen faszinierender Klofakten und freut euch über fantasievolle Illustrationen. Gemeinsam mit 13 Künstlern wie Nevercrew, Jimmy Warhol und Guapo Sapo wurde dieses Werk übrigens nicht nur zum Schmunzeln – sondern vor allem zur Aufklärung geschaffen. Denn zwei Drittel (!) der Weltbevölkerung haben keinen Zugang zu einer gesicherten Sanitärversorgung. Dadurch sterben jährlich rund 350.000 Kinder an vermeidbaren Durchfallerkrankungen, die durch verunreinigtes Wasser und fehlende Hygienemöglichkeiten verursacht werden. Mit seiner kleinen Geschichte vom großen Geschäft macht Goldeimer spielerisch auf diese würdelosen Missstände aufmerksam und bricht ein für alle mal mit dem Tabuthema Kacken.

"Zum Glück bin ich kein Schaf", denkt sich Alex.

Indem wir frei und ehrlich übers Kacken sprechen, ermöglichen wir offene Gespräche über die Probleme, die weltweit aus einer ungesicherten Sanitärversorgung entstehen – der erste Schritt, sie auch langfristig zu lösen. Denn nur wer frei darüber spricht, kann auch etwas verändern.

Goldeimer

Ein Haufen Wahrheit! (Künstler: Nevercrew)

Who the Kack ist Goldeimer?

Das crazy Sozialunternehmen ist ein Kollektiv aus Aktivisten, Querdenkern, Supportern, Wissenschaftlern, Kreativen, Künstlern und sieben Mitarbeitern – die mit Schweiß, Herzblut und einer großen Vision der altbewährten Komposttoilette zur Renaissance verhelfen. Malte Schremmer (der Alex aus dem Buch verdammt ähnlich sieht) ist Mitgründer der Initiative. Während einer Reise durch Burkina Faso mit Viva con Agua und der Welthungerhilfe wird er von einem heimtückischen Durchfall heimgesucht. Sorry für die Details, aber seine Erkrankung und die miserable Sanitärversorgung vor Ort sind der Startschuss für Goldeimer. Back in town tüftelt er an alternativen Sanitärsystemen und bastelt mit seinen Kumpels Rolf, Jojo, Hannes und Jan die ersten beiden Goldeimer aus Holz für den Festivialsommer 2013. Als Teil des Viva von Agua Kosmos retten Malte und sein Team mit über 80 Komposttoiletten Dutzende Hintern auf Festivals, versorgen uns mit sozialem Klopapier und klären Jung und Alt über die kleine Geschichte vom großen Geschäft auf.

Holt es euch!

Sei Teil der Mission

Die kleine Geschichte vom großen Geschäft gehört definitiv in jedes Bad und ist wohl die coolste, cleverste und schönste Klolektüre überhaupt. Sichert euch das gelbe Buch und unterstützt so weltweite Sanitär-Projekte sowie die Arbeit von Viva von Agua.

Lesestunde mit Micha Fritz:

Geheimtipp Hamburg

Dieser Beitrag ist auf redaktioneller Ebene entstanden.

Leonie Zimmermann

Leonies Herz schlägt für gutes Essen, sonnige Open Airs und den Hafen. Am liebsten genießt sie den Sonnenuntergang mit Freunden über den Dächern ihrer Heimatstadt Hamburg.