Drama, Baby!

Drama, Baby!Sieben Theaterstücke für den Start ins neue Jahr

Der Winter fängt jetzt erst richtig an, doch wir trotzen den kalten, grauen Monaten! Es ist Zeit für Museen, Kinos, Bars, Ausstellungen und nicht zuletzt: Theaterbesuche! Unsere Stadt bietet so viele unterschiedliche Theater- und Schauspielhäuser, Genres und Stücke, dass die richtige Wahl schwerfällt. Deswegen haben wir für euch unsere sieben Lieblingsstücke zusammengestellt, die ihr euch in den kommenden Monaten nicht entgehen lassen solltet.

Komödie, Tragödie, Krimi und mehr! © Unsplash

Theater in Hamburg

Ein paar Fakten

In Hamburg gibt es circa 40 Theaterhäuser und über 50 Spielorte. Diese sind auf 20 Stadtteile verstreut und somit eigentlich überall. Pro Spielzeit bietet Hamburg euch also hochgerechnet 16.000 Stunden Theaterprogramm, krass!

Die Katze und der General

Sozialkritisch und raffiniert! © Armin Smailovic

Einzelschicksale verbinden sich zum großen Ganzen © Armin Smailovic

Die Katze und der General ist ein absolutes Highlight des nächsten Jahres. Der auf die Bühne gebrachte Roman von Nino Haratischwili schafft es mit den Geschichten von Einzelschicksalen einen großen Bogen zu schlagen,Nino Haratischwili erzählt mit Einzelschicksalen die Geschichte der letzten 30 Jahre. Ob Tschetschenien-Kriege in den 90ern, die Welt des Oligarchentums nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion oder die Community georgischer Migranten im heutigen Berlin – es wird spannend!

Monsieur Claude und seine Töchter

Hochzeitsvorbereitungen mit Komplikationen bei den Claudes © Hanna Glück

Was versteckt sich hinter dieser schönen Fassade? © St.Pauli Theater

Natürlich gibt's auch einen Tipp mit Spaßfaktor, Monsieur Claude und seine Töchter kennen einige von euch vielleicht als Film-Version. In der Story geht es um Monsieur Claude und seine Frau Marie, ein Ehepaar aus der französischen Provinz, und ihre vier schönen Töchter. Das Paar legt viel Wert auf Traditionen und duldet, dass drei der Töchter einen Muslim, Juden und Chinesen geheiratet haben. Nun will die vierte Tochter den dunkelhäutigen Charles heiraten – das Toleranz-Fass läuft über. Eine kulturell witzige, und kritische, Komödie für die ganze Familie!

Anastasia, wann bekommst du deine Juwelen zurück?

Vorhang auf für eine pseudologische Auferstehungsgeschichte! © Unsplash

Mit Beginn des neuen Jahres feiert Anastasia, wann bekommst du deine Juwelen zurück? seine Premiere. Die preisgekrönte Regisseurin Cora Sachs bringt die Geschichte des Waisenkinds Anna Anderson auf die Bühne, die sich nach einem Suizidversuch im Jahr 1920 bis zu ihrem Lebensende als Großfürstin Anastasia der Zarenfamilie Romanow ausgab. Ein verrückter Fall, der Psychiatrie, Justiz, Medien und Öffentlichkeit beschäftigte und immer spannend bleiben wird!

Willkamen – Willkommen

Bühne frei für Comedy © Ohnsorg Theater

Die Komödie Willkamen – Willkommen ist realitätsnäher, als wir das vielleicht wollen. Sie spielt sich im Wohnzimmer einer fünfköpfigen WG ab. Als Mitbewohner Benny verkündet, er gehe für ein Jahr ins Ausland und werde sein Zimmer in dieser Zeit an einen Flüchtling vermieten, entflammen heftige Diskussionen. Mit viel Komik und lebensnahen Charakteren wird das Thema der politischen Korrektheit reflektiert und die Frage nach Komfortzonen gestellt. Das gefeierte Stück wird im Ohnsorg Theater außerdem natürlich auf Plattdeutsch aufgeführt – ein Schmaus für Augen und Ohren!

Serotonin

Kostüme sitzen © Deutsches Schauspielhaus

Serotonin basiert auf dem gleichnamigen Roman von Michel Houellebecq. Der Protagonist Florent gibt sein alltägliches Leben komplett auf: Job, Wohnung, Beziehung. Über Wasser gehalten von einem anti-depressiven Medikament, das ihn seine Potenz kostet, reist er daraufhin planlos durch Frankreich. Es geht um die große Frage nach Glück und Liebe. Doch auch politische Themen und Gesellschaftskritik spielen eine Rolle, denn Florent trifft auf seiner Reise einen alten Freund, der einen politischen Aufstand der Agrarwirte gegen die EU leitet. Viel Text, viel Tiefe und viel Spannung!

Der Untergang des Hauses Usher

Gruselstimmung pur! © Imperial Theater Hamburg

Kennt ihr schon das Imperial Theater Hamburg, das Krimi-Theater ganz vorne auf dem Kiez? Unsere Stück-Empfehlung, die euch dort so richtig schön schocken wird, ist ein Klassiker von Edgar Allan Poe: „Der Untergang des Hauses Usher". Er handelt von Edward Foster und der Suche nach seiner Verlobten Madeline Usher in ihrem Herrenhaus. Das Herrenhaus steht trostlos in einer abgestorbenen, verfaulten Gegend. Das könnte mit dem Fluch zu tun haben, der auf der Familie Usher lastet. Kann dieser noch gebrochen werden? Findet das Ende der mysteriösen Geschichte heraus!

Dinge, die ich sicher weiß

Ein Drama zum Thema Familie © Unsplash

So kurz nach Weihnachten kennen wir das doch alle, in der Familie haben sie Dramen ereignet, die einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen wollen. Vielleicht hilft da ein Besuch des Stücks Dinge, die ich sicher weiß. Denn diese Geschichte dreht sich um das Ehepaar Fran und Bob und ihre vier erwachsenen Kinder. Die Kinder werden nun bald alle ihren eigenen Weg gehen, doch müssen sich dafür aus fesselnden Beziehungen und Erwartungen befreien. Schafft die Familie trotzdem, Vertrauen und Zusammenhalt zu behalten? Die poetisch-schöne und unglaublich ehrliche Story gibt euch die Antwort.

Titelbild: Unsplash

Dieser Beitrag ist auf redaktioneller Ebene entstanden.

Carla Agha Ebrahim

Das Studium hat Carla aus ihrer bayrischen Heimat über Berlin in den Norden gelockt – wo sie Hamburg als ihre neue Lieblingsstadt entdeckt. Oft kilometerweit zu Fuß unterwegs, hält sie Ausschau nach Cafés, Büchern, Second Hand Shops und all den Orten, die einfach neugierig machen.