dripBAR

dripBARDer Tropfen zum perfekten Drink

Am Tresen ist es doch immer am schönsten – vor allen Dingen, wenn man in so schöner Gesellschaft ist wie der von Mario, Martin und Tobi. Mit den Jungs von Trivent waren wir wieder im Hamburger Nachtleben unterwegs und haben uns in der dripBAR das Konzept der infusionierten Spirituosen erklären lassen. 

Mit Trivent Barkonzepte unterwegs

Unser Trio der Herzen

Mit Mario, Martin und Tobi von Trivent machen wir uns seit einigen Wochen auf Erkundungstour durch Hamburger Bars und checken aus, welche Drinks uns wo am besten schmecken. 

Drinks + Popcorn = perfekter Start in den Abend

Ein Drip nach St. Pauli

Versteckt und unscheinbar liegt die dripBAR im Herzen von St. Pauli. Während wir normalerweise hier in der Ecke den Park Fiction ansteuern, wollen wir heute mit Martin und Tobi die nicht mehr ganz unbekannte Bar abchecken, von der viele Hamburger seit fast einem Jahr ziemlich begeistert sind. Mario muss sich leider seinen Uni-Verpflichtungen widmen, sodass wir heute nur zu viert am Start sind.

In der Bar von Christian Janzen werden die Drinks und Cocktails durch eine außergewöhnliche Infusion verfeinert. Das Konzept hier in der Antonistraße lautet: Slow Drip. Dieses kennt man eigentlich aus einer ganz bestimmten Art der Kaffeezubereitung, die vor allem in Japan große Anhänger gefunden hat.

Vielleicht die perfekte Bar?

Gemütliches Ambiente

Welch glorreiche Idee

Was von außen unscheinbar erscheint, ist von innen eine Perle der Gemütlichkeit. Das Lichtkonzept ist herausragend, der Tresen ist mehr als einladend, aber auch die Sofaecke ist perfekt für feuchtfröhliche Barabende. 

Christian Janzen höchstpersönlich hatte den Einfall, seinen Cold Dripper für alkoholische Mixgetränke umzufunktionieren. Ob es in Deutschland eine vergleichbare Methode gibt, ist Chris unbekannt. An fünf bauchigen Glasbehältern, die beeindruckend inmitten des Rückbuffets positioniert sind, können so fünf Spirituosen gleichzeitig gedripped werden. 

Man kann fast alles drippen, man muss nur schauen, dass man Bock drauf hat!

Christian Janzen

Und so geht's

Oben kommt die gewählte Spirituose in den Cold Dripper hinein, in der Mitte ist ein Filter, in dem eine frei ausgewählte Zutat sitzt: Das kann exotisches Gemüse sein, Spekulatius, Bacon, Eiche – und natürlich Kaffee! Dieses Verfahren braucht natürlich seine Zeit. Bis zu 24 Stunden drippen hier Wodka, Gin, Whiskey und Co. durch den Filter – manchmal sogar länger. An einem Ventil steuert man die Fließgeschwindigkeit der Tropfen, die durch die Zutaten im Gefäß landen.

Doch was ist der Unterschied zu einer traditionell infusionierten Spirituose? Chris erklärt es uns wie folgt: Wenn man die Ingredienzen in den Alkohol einlegt, kommen alle Aromen und Extrakte, genauso wie die Bitterstoffe und Säuren, heraus. Das Drippen muss man sich eher so vorstellen wie eine Brause, wo man die gewollten Aromen einfach abduscht. Das kann man sich ungefähr so vorstellen, wie die Mineralien ins Wasser kommen. 

Welcher Drinks als nächstes?

Die COLD-DRIP-METHODE

Dieses Verfahren kennen echte Koffeinliebhaber bestimmt vom Cold Drip Coffee oder "Dutch Coffee". Unsere niederländischen Nachbarn sollen bei ihren Reisen durch die asiatischen Kolonien im 17. Jahrhundert auf die glorreiche Idee gekommen sein, ihren Kaffee besonders schonend herzustellen. Frisch gebrühter Kaffee galt auf langen Reisen als Besonderheit, außerdem war ein heißer Kaffee bei diesen tropischem Klima wohl kaum eine Erfrischung – und man konnte die kalte Variante länger lagern.  

Und so geht's: Eiskaltes Wasser wird tröpfchenweise in ein Gefäß mit frisch gemahlenem Kaffeepulver gegeben, und zwar über einen Zeitraum von mehreren Stunden. Auf diese Weise werden die Aromen und Öle des Kaffees sanft extrahiert. Das Ergebnis ist ein säu­re- und bitterstoffarmes Kon­zen­trat aus komplexen und intensiven Kaf­fee­aro­men. Je länger die Ex­trak­tion dauert, desto vielseitiger und komplexer zeigen sich die Aro­men.

Heute ist das Verfahren vor allem in Japan und Korea eine sehr beliebte Art für den gewünschten Kaffeekonsum. Die Japaner haben die Methode der Niederländer adaptiert und perfektioniert und benutzen heute sehr ästhetische Cold Dripper, von denen die dripBAR fünf Stück besitzt. 

Lecker!

Die Herzstücke der Bar

Chris berät Martin

Kommen wir zur Sache!

So viel Neues muss erstmal verstanden werden. Und nachdem wir uns in der gemütlichen Bar orientiert und von Chris und Damian das Konzept erklärt bekommen haben, kommen wir endlich in die Verkostung, wo wir bei der Bestellung gerne wieder Trivent den Vortritt lassen. Martin und Tobi sind schließlich schon ganz neugierig, was diese spannende Art der Veredelung denn auf Zunge und Gaumen kann. 

Wir starten mit einem Cucumberlada –  die "Detox-Variante" des Piña Coladas, denn hier fehlt die Sahne. Für diesen Drink rieselt edler Rum über Gurke. Team Geheimtipp kommst sofort auf den Geschmack, während Team Trivent sich fix an den 42 Below Vodka aus Neuseeland wagt, der über Rote Beete Chips rann. Dazu gibt es noch den Ron Barcelo Imperial Dominicano, der ganze 3 Tage über Erdnüsse und Meersalz drippte – der Wahnsinn! 

Der Mr. Langston's neben der Getränkebibel

Die Karte variiert und ist sehr experimentell

Nach der ersten Runde ist das Fazit eindeutig: Die Infusionen überraschen und bringen eine besondere Note in die Drinks. Wir werfen den Blick erneut in die Karte, die ein dickes, fettes Buch ist, das man tatsächlich lesen kann – wenn man denn will. Auf der ersten Seite reihen sich die feinen, gedrippten Drinks aneinander, die regelmäßig ausgetauscht werden. Denn in der dripBAR drippt natürlich nicht immer derselbe Alkohol über dieselben Zutaten. In unregelmäßigen Abständen finden hier neue Kreationen ihren Weg auf die Karte. 

Da das Slow-Drip-Verfahren auf Kaffee beruht, findet sich auf der Karte übrigens eine ganze Spalte, die sich ausschließlich mit dem gedrippten "schwarzen Gold" als Hauptzutat diverser Drinks widmet. Ein Drink aus dieser Spalte ist definitiv Pflicht. 

Der Oak Tree Whiskey Sour wird zubereitet

Tobi probiert den Mr. Langston's

Der beste Whiskey Sour, den ich je hatte.

Lisa Knauer, Whiskey-Sour-Fangirl

Runde 2: Es wird smoky

Die nächste Runde Drinks steht an. Wir bestellen natürlich den obligatorischen Whiskey Sour, allerdings in einer besonderen Variante, dem gesmokten Oak Tree Whiskey Sour. Dieser wird unter einer Glocke "angesmokt". Hier wird mit Eiweißschaum gearbeitet; dieser ist prädestiniert dafür, da der luftige Eiweißschaum den Rauch unter der Glocke besonders einverleibt, sodass hier eine unvergleichlich rauchige Note entsteht. Der Drink sitzt. 

Dazu bestellen wir noch den Grey & Gusti: Rum dripped Earl Grey mit Limette, Ginger Beer und Angostura. Und zum krönenden Abschluss einen Mr. Langston's: Cold dripped Coffee mit Mezcal, Cynar, Zucker und Eiweiß – bam! Auch für das Auge ist der Drink überragend, das Glas, der Schaum, die Farbe – Trivent ist begeistert! Im Zusammenspiel der Zutaten ist die Kaffeenote dominant, doch Mezcal und Cynar verstehen es, die richtigen Nuancen zu setzen. 

Prost, Martin!

Dominante Noten und feine Nuancen

Die gedrippten Zutaten sind in den Drinks der dripBAR sehr dominant, die weiteren Zutaten setzten die richtigen Nuancen. Dadurch sind die Drinks, die wir heute trinken süffig, weich und angenehm. Der letzte Drink, den wir bestellen, bestätigt dies: Der Royal Hibisco Gin Fizz, Gin dripped Hibiskus mit Limette, Zucker, Eiweiß und Soda scheint das Gesamtkonzept widerzuspiegeln. Er schmeckt erfrischend; auch dieser Drip ist ziemlich sanft für unseren Alkoholgenuss. Das macht die Drinks dripBAR perfekt für einen süffigen Abend in einer modernen, gemütlichen Atmosphäre. 

Der Mamani Gin & Tonic schmeckt auch!

  • Trivent-Tipp

    Ryeball: Coffee, Rye, Campari, Chocolate Bitter

  • Barkeeper's Choice

    "Wir empfehlen nichts" - und das ist auch gut so. 

  • Preise

    Über 10 € werdet ihr selten für einen Drink bezahlen. 

  • Wann kommen?

    Unter der Woche findet sich hier (noch) ein gemütliches Plätzchen. 

  • Wer kommt?

    Experimentierfreudiges Trinkpublikum 

  • Hinterm Tresen:

    Chris und Damian halten hier stets die Stellung 

  • Spezialität des Hauses

    Der Drip, Baby! Und zwar jeder. 

  • Was zu Futtern?

    Als Snacks gibt es Popcorn - und das ist ganz schön geil! 

Trinkfestes Team

Word.

Lisa Knauer 

Merle Hagelüken

Merle ist ein absolutes Nordlicht: Aufgewachsen an der Ostsee geht sie mittlerweile in Hamburg auf Entdeckungstour. Sie liebt den Hafen, das Wasser und findet in jeder Ecke das Besondere!