Elbphilharmonie

ElbphilharmonieHamburgs neues Wahrzeichen

Aus Hamburgs Panoramalandschaft ist die Elbphilharmonie kaum noch wegzudenken! Am 11. & 12. Januar wird sie nun endlich feierlich in der HafenCity eröffnet. Wir geben euch einen kleinen Einblick, was Hamburgs neues Kulturgut alles zu bieten hat. 

Die Elbphilharmonie ist ein Gesamtkunstwerk aus Architektur, Musik und der einzigartigen Lage am Hafen, das bereits die ganze Welt ins Staunen versetzt hat. Nach Jahren der Planung, des Baus und auch des Frusts ist es nun endlich soweit: Die Elphi, wie sie mittlerweile liebevoll genannt wird, feiert große Eröffnung. 

© Thies Rätzke

© Michael Zapf

© Iwan Baan

Daten & Fakten

Thies Rätzke

Mitten auf der Elbe auf rund 1.700 Stahlbetonpfählen ist eine Konzerthaus der Superlative entstanden: Die Elbphilharmonie beherbergt neben drei Konzertsälen, ein Hotel mit 250 Hotelzimmern und 45 Wohnungen.
Die Plaza ist ein freizugänglicher Platz in 37 Meter Höhe, wo man 360°-Panorama über die Stadt hat.

Das Herzstück der Elbphilharmonie ist zugleich eine der spannendsten baulichen Herausforderungen Europas gewesen: Ein Konzertsaal von Weltklasse auf einer Höhe von 50 Metern mit 2.100 Plätzen, der aus Schallschutzgründen vom restlichen Gebäude entkoppelt ist. 

Kleine Baugeschichte

Iwan Baan

Juni 2003: Projektskizze »Philharmonie Hamburg« der Architekten Herzog & de Meuron einschl. Mantelbebauung (Hotel, Wohnungen, Parking) im Auftrag von Alexander Gérard und Dieter Becken.

Juli 2005: Der Senat der FHH spricht sich auf Grundlage der Machbarkeitsstudie für die Realisierung der Elbphilharmonie aus.

Herbst 2006: Bauantrag

April 2007: Baubeginn

Mai 2010: Richtfest

November 2011: Weitgehender Baustopp durch Hochtief

April 2013: Die Stadt beschließt nach Verhandlungen mit den Projektpartnern die Neuordnung des Projekts.

November 2013: Fertigstellung Rohbau

Februar 2016: Bei einem Pressetermin im Großen Saal wird die fertige Weiße Haut präsentiert.

Oktober 2016: FERTIG

Januar 2017: Eröffnung

Konzerthaus

Das Weinberg-Prinzip: der Große Saal
Das Herzstück der Elbphilharmonie: Die Publikumsebenen sind wie Weinterrassen rund um das Podium angeordnet. Das Orchester und der Dirigent befinden sich mitten im Saal, die Ränge sind ineinander verwoben und bilden einen steilen Zuschauerkessel, der allen Besuchern hervorragende Sicht- und Hörverhältnisse bietet. Für die herausragende Akustik sorgt der Reflektor an der spitz nach oben zulaufenden Saaldecke. Das akustische Konzept wurde von einem der weltbesten Akustiker, Yasuhisa Toyota von Nagata Acuostics, entwickelt und anhand eines detailgetreu im Maßstab 1:10 gebauten Saalmodells messtechnisch überprüft. (Foto: Iwan Baan)

Eine viermanualige Orgel mit 65 Registern vervollständigt den großen Konzertsaal. Die Klangqualität entspricht insbesondere dem Repertoire ab dem 19. Jahrhundert, aber auch den Bedürfnissen zeitgenössischer Musik. Die traditionsreiche Werkstatt Johannes Klais Orgelbau aus Bonn baute die Orgel. 

Kleiner Saal 
Mit seinen 550 Plätzen folgt der Kleine Saal dem klassischen Konzept der "Schuhbox". Die vorhandene Podesttechnik ist flexibel und eignet sich somit nicht nur hervorragend für Kammermusik, Jazz- oder Soloabende, sondern erlaubt zahlreiche weitere Nutzungen. (Foto: Michael Zapf)

Kaistudio 1
Der dritte Saal ist für ca. 170 Besucher ausgelegt und ist das Zentrum eines lebendigen Musikvermittlungsbereichs, direkt im Inneren des ehemaligen Kaispeichers. Er dient auch als Aufführungsort für zeitgenössische und experimentelle Musik sowie als Probesaal für Ensembles und Chöre. Neben dem Kaistudio 1 werden sechs weitere Proberäume, das Klingende Museum, Backstage- und Foyerräume den Musikvermittlungsbereich ergänzen.

Musik

Michael Zapf

o Jahr werden ca. 650 Konzerte in den Sälen der Elbphilharmonie und der Laeiszhalle stattfinden, darunter werden rund 200 hauseigene »Elbphilharmonie Konzerte« sein. Der Großteil der Konzerte wird von Hamburger Orchestern, Chören und Ensembles bestritten, aber auch private Veranstalter sorgen für internationale Glanzpunkte im Programm.
Das musikalische Programm wird die gesamte Bandbreite der klassischen Musik abdecken – von der Renaissance bis zur zeitgenössischen Musik, vom Soloabend und der Kammermusik bis zum großen Chor- und Orchesterkonzert. Die stilistische Bandbreite reicht zudem über die Klassik hinaus bis zu Jazz, Pop und Weltmusik.

Das NDR Sinfonieorchester unter dem Chefdirigenten Thomas Hengelbrock hat den Status des »Residenzorchesters« der Elbphilharmonie erhalten. Die Philharmoniker Hamburg, deren Hauptaufgabe weiterhin die Bespielung der Staatsoper sein wird, werden ihre Konzerte sowohl in der Elbphilharmonie und und der Laeiszhalle durchführen. Die Hamburger Symphoniker unter ihrem Chefdirigenten Jeffrey Tate werden zum Residenzorchester der Laeiszhalle. 

Ausblick: Schwepunkte 2017

Michael Zapf

Generalintendant Christoph Lieben-Seutter und sein Team feilen schon seit geraumer Zeit an dem musikalischen Feinkonzept, um die Elbphilharmonie zu einem der bedeutendsten Konzerthäuser der Welt zu mausern. Sie setzen tolle Schwerpunkte und haben kreative Festivals in Planung.

Zum einen freuen wir uns auf die Reihe Rising Stars, wo Konzertbesucher schon heute erfahren, wer die Stars am Klassikhimmel von morgen sind. Darüber hinaus werden auch internationale Schwerpunkte gesetzt: Into Iceland ist ein Festival des NDR Elbphilharmonie Orchesters und entführt uns in die Klangwelten von Island. Das Festival Salām Syria soll auch den Wunsch nach Frieden in diesem vom Bürgerkrieg so geschundenen Land artikulieren. New York Stories bringt den vielfältigen Sound des Big Apples nach Hamburg, aber auch Transatlantik verbindet Musik zwischen Afrika, Amerika und Europa. Maximal Minimal setzt einen Fokus auf die Musikrichtung, die seit 1960 Anklang findet und im Rahmen von ¡Viva Beethoven! dirigiert Gustavo Dudamel alle Beethoven-Sinfonien. Aber das sind nur ein paar Perlen, auf die man sich in diesem Jahr freuen kann. 

Eröffnungsprogramm

Michael Zapf

Das Eröffnungsfest geht ganze drei Wochen lang: Vom 11. bis zum 29. Januar feiern wir die Elbphilharmonie! Das große Eröffnungskonzert »Zum Raum wird hier die Zeit« am 11. Januar um 20:15 liegt fest in der Hand des NDR Elbphilharmonie Orchesters, präsentiert werden Werke u.a. von Beethoven, Cavalieri, Liebermann, Messiaen, Praetorius, Rihm, Wagner und Zimmermann. Die offizielle Feier beginnt um 18:30. 

Am 12. Januar wird der Kleine Saal eingeweiht: vom Ensemble Resonanz, dem Hamburger Streicherkollektiv, das Ensemble in Residence des Kleinen Saals. Mit dabei ist das neue Werk »Release« von Georg Friedrich Haas, das er dem Ensemble und dem neuen Raum auf den Leib geschrieben hat und das mit seinen mikrotonalen Klängen eine ekstatische Entgrenzung des Hörerlebens feiert.

Aber auch das Publikum außerhalb des Gebäudes erwartet an den beiden Eröffnungstagen eine einzigartige Präsentation. Der historische Kaispeicher, die gläserne Fassade, die Plaza werden im Rahmen einer besonderen Licht- und Farbenshow als Leinwand Teil des Eröffnungskonzertes. 

Aber das Festival lockt noch mit weiteren Highlights im Programm: Das Chicago Symphony Orchestra und die Wiener Philharmoniker sind bereits in den ersten Wochen zu Gast. Als erster Jazzer greift der Pianist Brad Mehldau im Großen Saal der Elbphilharmonie in die Tasten. Den ersten Klavierabend füllt die japanischstämmige Grande Dame des Klaviers, Mitsuko Uchida. Zehn Tage nach der Eröffnung testen die Einstürzenden Neubauten die Akustik des Großen Saals und die Titularorganistin Iveta Apkalna stellt sich an der Orgel vor. 

Coverfoto: Maxim Schulz 

Merle Hagelüken

Merle ist ein absolutes Nordlicht: Aufgewachsen an der Ostsee geht sie mittlerweile in Hamburg auf Entdeckungstour. Sie liebt den Hafen, das Wasser und findet in jeder Ecke das Besondere!