Filmfest Hamburg 2018

Filmfest Hamburg 2018Hamburg goes Hollywood

Das Hamburger Filmfest versucht sich weder so glamourös wie die Berlinale noch mit einem so hohen Sternchen Aufgebot wie Cannes zu präsentieren, viel mehr steht hier eine besondere Filmauswahl im Vordergrund. Zwischen dem 27. September und 6. Oktober werden 138 Filme aus 57 Ländern gezeigt, die euch alle auf ihre ganz eigene Art berühren werden.

Das Filmfest findet an vielen verschiedenen Orten in ganz Hamburg statt. © Filmfest Hamburg / Christian Spahrbier

Auch Hamburg kann Hollywood!

Am 27. September startet Hamburgs schönstes Filmfest, das wieder einige Streifen im Gepäck hat, die wir unbedingt auf der Leinwand sehen möchten. Mit dabei sind wie immer preisgekrönte Filme, aber auch unabhängige Produktionen, Art House Streifen und berührende Dokumentationen. Wir freuen uns dieses Jahr aber nicht nur auf die spannenden Filme, sondern auch viele weitere tolle Veranstaltungen wie das NDR-Werkstattgespräch, Talkrunden und Preisverleihungen.

Wir haben das vielseitige Filmprogramm einmal durchgeschaut und möchten euch fünf Filme der unterschiedlichen Themenschwerpunkte besonders ans Herz legen:

Gegen den Strom

© Slot Machine

Mit einer isländischen Produktion wird das Filmfest Hamburg in diesem Jahr eröffnet. Alleine die Kulisse der super unterhaltsamen und gleichzeitig politischen Komödie „Gegen den Strom“ ist so beeindruckend, dass sich der Gang ins Kino schon lohnt. Tagsüber Chorleiterin, später heimliche Umweltaktivistin: Halla kämpft mit allerlei Sabotagemitteln gegen die Aluminiumindustrie in ihrer Heimat.

Loro

© DCM Film Distribution

Er war einer der umstrittensten Staatschefs unserer Zeit: Silvio Berlusconi musste mehr als einmal vor Gericht und sich wegen seiner berüchtigten „Bunga Bunga Party“ und anderer Eskapaden verantworten. In der Filmbiografie wirft Paolo Sorrentino einen kritischen, amüsanten und teils surrealen Blick auf das Leben des Ex-Ministerpräsidenten Italiens.

Drei Gesichter

© Jafar Panahi Film Production

In der Kategorie Veto! steht politisches Kino im Vordergrund. Einer der insgesamt 12 Filme aus dieser Kategorie ist das neueste Werk des iranischen Regisseurs Jafar Panahi. In seinen Filmen wirft er ein kritisches Licht auf die Politik und Gesellschaft seiner Heimat, sodass er 2010 zu einem 20-jährigen Berufs- und Ausreiseverbot verurteilt wurde. "Drei Gesichter" dreht sich um drei iranischen Frauen, die alle durch die vorherrschenden gesellschaftlichen Repressalien auf die ein oder andere Art davon abgehalten werden, ihre Träume zu erfüllen. Jafar Panahis Arbeit wird in diesem Jahr mit dem Douglas Sirk Preis ausgezeichnet.

Dead Souls

© Film International

"GeschichtsBilder" sind ebenfalls ein Schwerpunktthema des Filmfests 2018. Diese Filme beschäftigen sich mit unserer Geschichte, hinterfragen, decken auf und zeigen sie aus einer neuen Perspektive. Einige davon haben sich auf die Rezeption und Aufarbeitung von historischen Ereignissen fokussiert. Wang Bing lässt in ihrem Dokumentarfilm "Dead Souls" Überlebende aus den Umerziehungslagern aus Maos China erzählen.

Sankt Paulis starke Frauen - Reeperbahner*innen

© Kinoki

Zum ersten Mal gehen Hamburger Produktionen beim Filmfest mit ihren neuesten Produktionen ins Rennen. Gleichzeitig werden zahlreiche Filme gezeigt, die Hamburg und den Norden in Szene setzen oder von Hamburgern produziert wurden. "Sankt Pauli starke Frauen – Reeperbahner*innen" gehört unserer Meinung nach für Hamburger zu einem Must-Watch. Rasmus Gerlach porträtiert in seinem Film Frauen aus St. Pauli, die das Viertel maßgeblich geprägt haben - darunter  Performerin Eve Champagne, Leiterin des ältesten italienischen Restaurants in Hamburg Franca Cuneo und die legendäre Kneipenwirtin Ille von der Kiez Klause.

Cover: Filmfest Hamburg

Dieser Beitrag ist auf redaktioneller Ebene entstanden.

Carolin Simon

Unsere kleine Weltenbummlerin Caro hat den Weg zurück in die Heimat gefunden und ist ab jetzt auf Entdeckertour in Hamburg unterwegs. Sie liebt den Hamburger Hafen und ist immer auf der Suche nach schönen Märkten und neuen Food Ideen.