Filmfest Hamburg

Filmfest HamburgSneak Preview zur großen Filmwoche

Hollywood-Feeling in Hamburg! Vom 29. September bis zum 8. Oktober 2016 findet das große Filmfest Hamburg statt. Wir haben mal gemeinsam mit dem Filmfestblog Hamburg der Hamburger Medienakademie geschaut, was dieses Jahr Lohnenswertes für Cineasten dabei ist. 

Vom 29. September bis 08. Oktober 2016 lädt das 24. Filmfest Hamburg in die Kinos Abaton, CinemaxX Dammtor, Metropolis, Passage, Studio und B-Movie ein. Alle Jahre wieder begeistert das Filmfest in zehn Tagen auf ganzen elf Leinwänden über 40.000 Kinofans. Jedes Jahr im Herbst gibt es ca. 140 nationale und internationalenSpiel- und Dokumentarfilme als Welturaufführung, Europapremiere oder deutsche Erstaufführung – und dafür kommen Stars aus aller Welt in unser schönes Hamburg! 

Das Spektrum der dargebotenen Filme reicht von cineastisch anspruchsvollen Arthouse-Filmen bis hin zum innovativen Mainstreamkino und wird dieses Jahr in zwölf Sektionen präsentiert. Mit dabei sind Produktionen junger deutscher und internationaler Filmemacher ebenso wie die Filme großer Regisseure. Darüber hinaus bringt das Filmfest besonderes deutsches TV-Filmschaffen einmalig auf die große Leinwand.

Oscar-Preisträger wie Clint Eastwood, Jodie Foster, Christoph Waltz und Tilda Swinton, Dogma-Gründer Lars von Trier sowie deutsche Regisseure wie Wim Wenders, Fatih Akin, Andreas Dresen und Tom Tykwer bilden die ganze künstlerische Vielfalt des Festivals ab.

 

© © Filmfest Hamburg / Martin Kunze

Danke an die Experten vom Filmfestblog

Wir verlassen uns in diesem Jahr auf die herausragende Expertise des Filmfestblogs! Rund 30 Studierende der Medienakademie Hamburg sind auch in diesem Jahr wieder rund um die Uhr auf dem Filmfest unterwegs und bitten Schauspieler, Regisseure, Produzenten, Stars & Sternchen vor ihre Kameras und Mikrofone. Zu sehen bekommen wir ihre ganzen Clips auf Facebook & Youtube.

Der Filmfestblog geht in diesem Jahr bereits in die neunte Runde. Seine Beiträge sind für Fans des Filmfests eine wahre Bereicherung und für die Studierenden eine optimale Gelegenheit, sich zehn Tage lang in der Praxis zu üben. 
In diesem Jahr haben uns die Macher & Macherinnen des Filmfestblogs mit spannenden Film- und Veranstaltungstipps versorgt, die wir euch auf keinen Fall vorenthalten wollen. Gemeinsam zeigen wir euch unsere Highlights des diesjährigen Filmfests Hamburg. 

Hier kommen unsere Filmtipps:

"AMERIKANISCHES IDYLL" eröffnet das 24. FILMFEST HAMBURG

Ewan McGregor feiert mit der Verfilmung des Pulitzer-Preis-gekrönten Philip-Roth-Romans sein Regiedebüt Amerikanisches Idyll (OT: American Pastoral) und stellt den Film persönlich in Hamburg vor. Was für ein starker Auftakt mit Starbesetzung! In der Literaturverfilmung, angesiedelt in der Nixon-Ära der 1960er Jahre, hat McGregor außerdem eine der Hauptrollen übernommen. In weiteren Rollen sind Jennifer Connelly und Dakota Fanning zu sehen. Ewan McGregor und Jennifer Connelly werden bei der feierlichen Eröffnung des Festivals am 29. September 2016 anwesend sein. Damit ist das Staraufgebot am roten Teppich garantiert. 

Inhalt: Amerika in den boomenden Nachkriegsjahren: Seymour Levov, (Ewan McGregor), genannt „der Schwede", ist ein Mustermann und lebt ein Musterleben: Einst Sportlegende an der Highschool in Newark, ist er jetzt ein erfolgreicher Unternehmer, verheiratet mit der wunderschönen Ex-„Miss Jersey" Dawn (Jennifer Connelly) und Vater der bezaubernden Tochter Merry (Dakota Fanning). Gemeinsam leben sie in einem schönen Haus im ländlichen Old Rimrock. Das perfekte Idyll. Doch die Bugwelle der Studentenkrawalle, Rassenunruhen und Proteste gegen den Vietnamkrieg Ende der 1960er macht auch vor der Bilderbuchfamilie nicht halt. Im Sog der Ereignisse schließt sich Merry einer militanten Gruppierung an und wird eines Terroranschlags beschuldigt. Sie verschwindet spurlos. Für Seymour und seine Frau beginnt ein Albtraum, in dem sich die Tragödie einer ganzen Nation widerspiegelt.

In Deutschland kommt der Film im Verleih von Splendid Film (Vertrieb Tobis Film) am 17. November 2016 ins Kino.

ELLE

Michèle (Isabelle Huppert) leitet mit einer Freundin eine Videospielfirma, ist knallhart und effizient. Dann dringt ein maskierter Unbekannter in ihre Pariser Vorortvilla ein und vergewaltigt sie. Michèle informiert nicht die Polizei und erzählt ihren Freunden eher beiläufig von dem Vorfall. Sie denkt nicht daran, in eine Opferrolle zu schlüpfen. Im Gegenteil. Sie enttarnt den Mann und zwingt ihn zu einem abgründigen sadistischen Spiel, das jederzeit außer Kontrolle geraten kann. Eine Frau stellt sich gegen männliche Dominanz und Gewalt und ermächtigt sich selbst: Unberechenbar und nuanciert verbindet Isabelle Huppert die Kaltblütigkeit und eisige Sachlichkeit ihrer Figur mit einer bösartigen Komik. Elle lief im offiziellen Wettbewerb von Cannes und ist das gefeierte Comeback von Paul Verhoeven, beunruhigend und höchst unterhaltsam zugleich.

F, D, B 2016, 130 Min. Regie: Paul Verhoeven. Drehbuch: David Birke basierend auf einem Roman von Philippe Djian. Darsteller: Isabelle Huppert, Laurent Lafitte, Anne Consigny, Charles Berling. Produktion: Twenty Twenty Vision Filmproduktion; SBS ProductionS. (Franz. OF mit dt. UT)

Der Deutschlandstart steht noch nicht fest, deswegen unbedingt beim Filmfest anschauen!

Personal Shopper

Die junge Amerikanerin Maureen verdient sich ihren Lebensunterhalt in Paris als „Personal Shopper“, kauft Kleidungsstücke für Stars ein. Aber was sie wirklich in der Stadt hält, ist ihr kürzlich verstorbener Zwillingsbruder. Wie sie besaß er die Fähigkeit, mit Geistern zu kommunizieren, also wartet sie seit Wochen auf ein Zeichen von ihm. Tatsächlich erhält sie plötzlich geheimnisvolle SMS. Kristen Stewart brilliert in der Rolle der Maureen, die in den Oberflächligkeiten der modernen Welt auf der Suche nach Spiritualität und Wahrheit ist. Personal Shopper ist mit Lars Eidinger und Nora von Waldstätten bis in die Nebenrollen namhaft besetzt. Der komplexe Genre-Hybrid verbindet raffiniert Aspekte von Gruselfilm, Fashion-Satire und Psychothriller. In Cannes erhielt Regisseur Olivier Assayas den Preis für die Beste Regie.

F, D 2016, 105 Min. Regie und Drehbuch: Olivier Assayas. Darsteller: Kristen Stewart, Lars Eidinger, Sigrid Bouaziz. Produktion: Detail Films; CG Cinema. (Engl., franz. OF mit dt. UT). OLIVIER ASSAYAS (*1955) ist Sohn des Drehbuchautors Jacques Rémy und feierte seinen Durchbruch 1986 mit Irma Vep. Vier seiner Filme liefen im Wettbewerb von Cannes. Für Die wilde Zeit (2012) erhielt er in Venedig den Preis für das Beste Drehbuch, für sein TV-Epos Carlos – Der Schakal (2010) einen Golden Globe.

Deutschlandstart am 19.01.2017

Die Hände meiner Mutter

Am Anfang steht eine schöne Familienfassade: Der Geburtstag des Vaters wird gefeiert, die Gäste reden, tanzen, sind ausgelassen. Doch für den Sohn Markus (Andreas Döhler) ist es der Beginn einer Existenzkrise. Als sein eigener Sohn vom gemeinsamen Toilettengang mit der Großmutter (Katrin Pollitt) mit einer kleinen Schnittwunde zurückkommt, tauchen aus dem Nichts Erinnerungen an seine eigene Kindheit auf – als er von seiner Mutter missbraucht wurde. Markus und seine Frau (Jessica Schwarz) sehen sich mit einer undenkbaren Wahrheit konfrontiert, die ihre Lebensgrundlage zu zerreißen droht. Nüchtern, präzise und damit umso eindrücklicher erzählt der Film von einem selten behandelten Tabu.

D 2016, 106 Min. Regie und Drehbuch: Florian Eichinger. Darsteller: Andreas Döhler, Jessica Schwarz, Katrin Pollitt, Heiko Pinkowski, Katharina Behrens, Sebastian Fräsdorf. (Dt. OF mit engl. UT)

Starttermin: 1. Dezember 2016

Strawberry Bubblegums

Eine Produktion aus Hamburg: Durch Zufall entdeckt die 17-jährige Lucy ein streng gehütetes Geheimnis ihrer allein erziehenden Mutter Paula: Die nämlich hat früher als Pornodarstellerin gearbeitet, und Lucy ist in dieser Zeit gezeugt worden. Da Paula offenbar auch nicht weiß, von wem ihre Tochter stammt, bricht Lucy gemeinsam mit ihrer besten Freundin auf, den Vater zu suchen. Es beginnt eine abenteuerliche Reise durch die deutsche Pornoszene.

D 2016, 89 Min. Regie: Benjamin Teske. Drehbuch: Cherokee Agnew. Darsteller: Gloria Endres de Oliveira, André M. Hennicke, Jasmin Tabatabai, David Schütter, Eva Nürnberg. Produktion: Wüste Medien GmbH für NDR. (Dt. OF).

Ostfriesich für Anfänger

Hier führt ein Absolvent der Medienakademie Regie: Uwe Hinrichs (Dieter Hallervorden) ist ein vereinsamter Eigenbrötler, der konsequent Plattdeutsch spricht und sich als letzter „echter Ostfriese“ bezeichnet. Mit Globalisierung und der modernen Welt hat er nichts am Hut. Als in seinem gepfändeten Haus eine Gruppe ausländischer Fachkräfte einquartiert wird, muss er sich wider Willen um die „Utländer“ kümmern. Aber Uwe bringt den Fremden Platt- statt Hochdeutsch bei.

D 2016, 91 Min. Regie: Gregory Kirchhoff. Drehbuch: Sönke Andresen. Darsteller: Dieter Hallervorden, Victoria Trauttmansdorff, Holger Stockhaus, David A. Hamade. Produktion: An der Gassen Film; CFilms (D) GmbH; NDR. (Dt. OF)

Aber es gibt beim Filmfest noch weitaus mehr als Filme:

Ab dem 01.10. finden jeden Abend im Festivalzelt auf dem Allendeplatz Aftershowpartys mit wechselnden Themen, passenden Getränken, kulinarischen Kleinigkeiten & Musik statt. Der Eintritt ist bei jeder Veranstaltung frei. 

30.09.: Zelteröffnung

 Den großen Auftakt macht am 30. Joel Havea, presented by fritz-kola. Schon seit 2009 hat Havea seine Base in Hamburg. Geboren wurde er in südpazifischen Tonga, aufwachsen ist er in Melbourne, das er 2008 verließ, um sich durch die Welt zu giggen. In Hamburg hat er schließlich seinen eigenen Sound gefunden, der sich zwischen Soul & Pop sowie Roots & Reggae bewegt. Dabei hat er dennoch seine eigenen Vibes gefunden, bei denen man definitiv den Einfluss seiner Reisen hört – macht süchtig! 
 

02.10.: Aftershow: Filmstadt Hamburg

Hamburg hat eine äußerst vitale Filmszene! Das zeigt die Sektion "Hamburger Filmschau" allemal und würdigt mit seinen Beiträgen die Hamburger Filmschaffenden und Produktionsfirmen. Und weil Hamburg so viel kann, braucht die Sektion natürlich auch eine große Aftershowparty. Seid beim Hamburger Abend unbedingt dabei. Musik gibt es von Fidi & The Twins

03.10.: Sound Walk

Wie hört sich Hamburg an? Inspiriert von John Cage und ergänzend zum Film Everybody’s Cage veranstaltet das Filmfest einen Sound Walk. Die Anmeldung erfolgt unter: hello@sandratrostel.de. Die Veranstaltung ist auf 20 Teilnehmer begrenzt und dauert ca. 3-4 Stunden. Der Eintritt ist auf Spendenbasis.

Everybody's Cage könnt ihr am 02.10. um 22:30 im Metropolis sehen. 

 

04.10.: Lostfriesland

Wie dreht man mit Smartphones eine Mysteryserie? Filmemacher Matthias Sdun gibt dem Filmfest-Publikum erste Einblicke in die Pilotfolge eines außergewöhnlichen Projekts. Mit einem internationalen Team entwickelt er derzeit LOSTFRIESLAND: eine Social Media Serie, in der Smartphone-Videos und Virtual Reality eine bedeutende Rolle spielen werden. In der Geschichte geht es um das mysteriöse Verschwinden einer Gruppe von Amerikanern und Ostfriesen im Jahr 2010. Sieben Jahre später taucht eine von ihnen im Watt vor Norddeich wieder auf. Eine junge Reporterin aus des USA und ein ostfriesischer Blogger gehen dem Fall nach. Plötzlich tauchen auf den seit Jahren verwaisten Facebook-Accounts der Vermissten rätselhafte Videos auf. Im Gespräch erläutert Sdun, welches Potenzial Smartphone-Videos und 360 Grad-Kameras für die Serie haben und wie die Geschichte über verschiedene soziale Netzwerke erzählt werden soll.

04.10.: Bergfest

Wow – schon die Hälfte des Filmfests ist rum. Das schreit mal wieder nach einer Party! Seid dabei, wenn am Dienstag das große Bergfest gefeiert wird. Dazu gibt es Freund von Anton unplugged. Der Songpoet aus Hamburg begeistert sein Publikum vor allem als Klavierspieler, der seinem Publikum eine intensive Verbindung zu seinem Instrument präsentiert. Freut euch auf traditionelles Songwriting, das durch den Künstler immer wieder neu aufgebrochen wird.

07.10.: Last Night

Aber auch den großen Schlusstanz sollten sich die Filmfest-Fans nicht entgehen lassen! Vor allem nicht, wenn Fräulein Frey ihre Gitarre schwingt. Aber damit nicht genug: Danach gibt es noch den Mash-up Chor aus dem Gängeviertel, der mit seinen Pop/Rock/Folk/Hip-Hop Mash-ups für gebührende Abschiedstöne sorgen wird. 

Coverfoto: © Filmfest Hamburg / Cordula Kropke

Vielen Dank an Ulrike Dobelstein-Lüthe und den Filmfestblog der Medienakademie für die tolle Zusammenarbeit. 

Merle Hagelüken

Merle ist ein absolutes Nordlicht: Aufgewachsen an der Ostsee geht sie mittlerweile in Hamburg auf Entdeckungstour. Sie liebt den Hafen, das Wasser und findet in jeder Ecke das Besondere!