Fofftein

FoffteinDas eigene Bier aus dem Silbersack

High 15, Zum Silbersack! Die Bar auf die jederzeit Verlass ist, lässt die Hamburger auch in Sachen Bier nicht im Stich. Wirt Dominik Großefeld hat in diesem Jahr das eigene Bier für seinen Laden gebraut und wir haben mit ihm schon mal auf das neue Fofftein angestoßen!

Uns schmeckt's!

Wer braucht 'ne Pause?

"Mach mal Fofftein!" sind die lang ersehnten Worte auf jeder Baustelle, in jedem Büro oder bei sonstiger schweißtreibender Arbeit. Ein wahrer Begriff aus dem Hamburger Arbeitermilieu: die 15 Minuten Pause, die jedem Hamburger Jung und jeder Deern wieder ordentlich Energie bringen sollen, spätestens natürlich morgens um halb zehn, samt Kippe und Butterbrot. Die Hamburger Kultkneipe Zum Silbersack verleiht der plattdeutschen Fünfzehn seit neustem einen hopfigen Geschmack. Richtig: Inhaber Dominik hat sein eigenes Bier gebraut! Am 2. August geht das Bier zum ersten Mal über den heimischen Tresen! 

Dominik erzählt von seinem Fofftein

5,39% pures Glück!

Schluss mit Plörre!

Die Idee den Silbersack mit einem neuen, besonderen Bier auszustatten, kam Dominik vor einem halben Jahr bei der Jahresversammlung im Januar; ruckzuck hat er sein Vorhaben in die Tat umgesetzt. So etabliert der Silbersack auch ist, nur von seiner Geschichte kann selbst ein Hamburger Kultladen auf Dauer nicht bestehen. Den Trend zum Craft Beer haben viele Hamburger Gastronomen schließlich lange vernachlässigt, dabei richtet sich dieser genau an die Braukunst, die in den 50er Jahren herrschte, als der Silbersack das Licht der Welt erblickte. 

Fofftein entzückt die Silbersack-Gäste nun mit einem soliden Blond Ale, das in Kooperation mit Braumeister Oliver Wesseloh der Kehrwieder Kreativbrauerei entstanden ist. Die beiden haben sich im März 2017 auf der INTERNORGA kennengelernt und sind dabei schnell auf einen geschmacklichen Nenner gekommen. Das Ziel war es, ein Bier zu erschaffen, das der Stimmung und den Gästen des Silbersacks entspricht und nahe an ihnen dran ist. Und das ist unserer Meinung nach komplett gelungen. 

Schenk ein, den Aal!

Dominik & Oliver bringen es auf den Punkt

Herausgekommen ist mit Fofftein ein ungefiltertes Keller- oder Hausbier, obergärig, das stark an ein ehrliches Pils erinnert – wie es die Stammkunden aus dem Silbersack eben gewöhnt sind. Die neue Kreation vereint dabei eine süße Fruchtigkeit mit einer typischen hanseatischen Herbe. Ein wenig Skepsis hat der ein oder andere Stammkunde schon verlauten lassen. Aber die meisten sind natürlich ganz gespannt auf den Streich aus eigenem Hause. 

Dabei trinkt Dominik eigentlich gar keinen Alkohol! Rund 50 bis 60 Stunden steht er in der Woche hinterm Tresen und bleibt dabei einzig und allein seiner exzessiven Kaffeesucht treu. Da kann sich manch einer sicherlich vorstellen, was für eine "Tortur" das halbe Jahr Verkosten für ihn war. "Nach vier Bier à 0,1 Liter hatte ich am nächsten Tag einen mega Kater" sagt er uns, als er uns unser erstes Fofftein einschenkt. 

"Ich habe während des letzten halben Jahres Brauens und Verkostens mehr Bier getrunken als in den gesamten letzen fünf Jahren!"

Dominik Großefeld

Mittags um 12 in der Silbersackstraße

Kunst: Gelbe Rosen mit Bier

Ein feuchtfröhliches Jubiläum

Seit fünf Jahren ist Dominik schon Wirt des Silbersacks. Genau am 2. August 2012 hat er den Kultschuppen von Erna Thomsen übernommen und führt die Kneipe seitdem in bewährter Tradition weiter. Denn hier wird schon seit dem 25. Juni 1949 Bier ausgeschenkt. Dass jetzt mit Fofftein frischer Wind in die Silbersackstraße einzieht, ist dabei keine Kernsanierung des bewährten Konzeptes, sondern eine frische Ergänzung zum geliebten Astra, Jever, Holsten und Co., die es selbstverständlich weiterhin im Silbersack geben wird. 

Wenn am Mittwoch das ersten Fofftein über den Tresen geht, dann feiert Dominik also nicht nur die neue Bierkultur seines Ladens, sondern seine fünfjährige Amtszeit als Wirt einer der legendärsten Läden auf dem Kiez – und zwar auf den Tag genau. Darauf trinken wir also nicht nur ein, sondern mindestens zwei, äh... 15 Fofftein! 

"Ich habe den Silbersack kennen gelernt und er war einfach besser als mein eigener Laden in Dortmund. Da bin ich dann auch lieber Angestellter als Selbstständiger gewesen. Was Besseres als diesen Laden gab und gibt es für mich nicht."

Dominik über seinen Umzug nach Hamburg 2009

Willkommen in der Familie!

Hier wirst du dich sicher wohl fühlen!

Schließlich hast du auch deinen eigenen Bierdeckel

Das Fofftein wird's nur hier geben

Dominik beweist mit dem Move, ein eigenes Bier in sein Sortiment mit aufzunehmen nicht nur absolute Bierexpertise, sondern auch, dass es auf St. Pauli okay und sogar notwendig ist, mit der Zeit zu gehen. "Wir wollen den Silbersack nicht verändern, aber wir wollen auch nicht stehenbleiben." Auf den Titel "Fofftein" kam er im Gespräch mit einem Freund; sofort war klar, dass dieser geliebte norddeutsche Begriff aus Malocherkreisen einfach perfekt zum Silbersack passt. Und weil das Fofftein sich schon nach den wenigen Tagen perfekt an sein neues Zuhause angepasst hat, wird es das Bier auch nur vor Ort zu kaufen geben. Mit 3,20 € ist es dann zwar teurer als seine Mitstreiter, aber jeder Cent kommt hier wieder ehrlichem Handwerk und traditioneller Braukunst zugute!

So lieben wir den Silbersack!

Reiht sich ganz gut ein, oder?

4.500 Flaschen abgefüllt, 20 Hektoliter to go!

Der Silbersack mit seinen alten Tischen, seinen gelben Rosen auf dem Tisch, mit der alten Jukebox und den Schals und Wimpeln hinterm Tresen strahlt einfach etwas aus, das in den umliegenden Kneipen so kein zweites Mal zu finden ist. Vielleicht ist es noch Ernas Präsenz, die hier ein gewisses Flair reinbringt, das von allen Gästen stets respektiert wird. Hier wird nicht wild auf den Tischen getanzt, hier gibt die Jukebox den Ton an. Wie sein Fofftein in dieser altbewährten Lokalität ankommt, ist Dominik sehr gespannt. 4.500 Flaschen sind bereits abgefüllt, der nächste Sud soll jetzt im August abgefüllt werden, sodass hier dieses Jahr noch mindestens 20 Hektorliter über den Tresen fließen. Für Dominik ist aber erstmal Schluss mit Bier. "Ich bin es echt satt jetzt" sagt er, als er uns das nächste Bier aufmacht und selbst zum Filterkaffee greift. 

"Alles was ihr am Silbersack schön findet, das seid und macht ihr selbst!"

Dominik über seine Gäste

Bier vor vier, sind wir dabei

Sofort abgestempelt!

Lisa Knauer

Merle Hagelüken

Merle ist ein absolutes Nordlicht: Aufgewachsen an der Ostsee geht sie mittlerweile in Hamburg auf Entdeckungstour. Sie liebt den Hafen, das Wasser und findet in jeder Ecke das Besondere!