GINspiration

GINspiration10 Hamburger Gin-Originale

Gin gilt als urbritisch, doch einige Hamburger Destillateure machen unseren englischen Freunden durchaus Konkurrenz. Diese Leidenschaft für edlen Wacholderschnaps teilen wir mit ihnen. Folgende zehn Gin-Originale wollen wir in unserem heimischen Sortiment an Lieblingsflaschen nicht mehr missen! 

Was wäre ein feuchtfröhlicher Samstagabend mit den besten Freunden ohne den ein oder anderen wohlgemixten Gin-Tonic? Schon lange ist Gin nicht mehr als "Mother's Ruin" verschrien, sondern gilt als richtiges Szene-Getränk. Auch eine Reihe an Hamburgern hat sich dem Destillieren verschrieben und macht uns mit ihren Wacholderschnäpsen ganz glückstrunken. 

Schon gewusst?

A thousand ways to Gin

Gin darf eigentlich aus jedem Reinalkohol hergestellt werden, solange er landwirtschaftlichen Ursprungs ist. Auf was es ankommt, sind die zugefügten Zutaten - auch Botanicals genannt. Eine wichtige Komponente ist selbstverständlich der Wacholder. Welch andere Aromen in die Gin Flasche wandern, entscheidet jede Brennerei für sich. Oft ist die genaue Rezeptur ein wohlgehütetes Geheimnis. 

Just Fine

© Lisa Knauer

Ein Gin mit Hanf-Mazerat – das klingt ungewöhnlich, was? Obwohl die besondere Farbgebung etwas anderes vermuten lässt, trinkt ihr euch den Rausch mit dem Wacholderbrand von Just Fine durch den Alkohol- und nicht durch den Cannabiskonsum an - das Mazerat ist selbstverständlich THC-frei. Einen Vorteil hat der Hanfbeisatz: Der Gin hat ein ganz besonderes Aroma, das von einer angenehm würzigen, erfrischenden Orangennote unterstützt wird. Auch die zweite und dritte Edition der Just Fine Schnäpse lassen sich mehr als nur sehen:  O’Johanna ist wunderbar fruchtig und lieblich rosa, Pure überzeugt ganz ohne Schnickschnack und Tütti. Mit einem Schluck Just Fine ist das Leben ebendas: just fine.

Knut Hansen

© Knut Hansen | Facebook

Ein ehrlicher Typ, ein waschechter Seemann und ein Abenteurer, der sich von nichts und niemandem hat aufhalten lassen: Es gibt wohl niemanden, der besser zu einem norddeutschen Schnaps passen könnte als Knut Hansen. Die Seemannslegende ist zum grimmigen Gesicht eines Hamburger Dry Gins geworden - und das wortwörtlich: Hansens leuchtend blauen Augen, umrahmt von Narben und einem Anker Tattoo, funkeln einem beim Einschenken von der beigen Tonflasche entgegen.

Die Idee zum eigenen Schnaps kam den Hamburger Jungs Kaspar und Martin auf einem allerseits bekannten Abend in der Schanze. Ein Jahr später stand die Rezeptur. Heute wird der feine Gin-Tropfen in Flensburg produziert und in liebevoller Handarbeit abgefüllt. Knut Hansen wäre stolz: Sein Name steht hinter einem echt-nordischen Schnaps, der ganz ohne Schnickschnack, aber mit umso mehr Liebe destilliert wird.

Portgin

© Lisa Knauer

Fahren wir mit einer Schnapsidee fort, die himmelhoch hinaus will: In der Flaschenpost Buddel brilliert Portgin in einem tiefen Dämmerungsblau, nach der Zugabe von Tonic verwandelt er sich in ein galaktisches Violett. Egal in welche Farbe der Hamburger Gin sich nun gerade kleidet, er ist mit ziemlicher Sicherheit der Star des Abends!

Doch lasst uns kurz noch einmal bodenständig werden und eine kleine Geschichtsstunde machen: Im selben Jahrhundert, als der Gin seinen Weg nach England fand, versuchten sich die Spanier auf der kleinen Insel Curacao nämlich mit dem Anbau von Orangen. Doch die Orangen verendeten ungenießbar, die Plantagen wurden aufgegeben – und eine neue Orangenart fand ihren Weg ans Licht der Welt: Die Curacao Frucht. Heute bildet ebendiese die Basis für den Portgin. Damit flirtet der mannigfaltige Edelschnaps nicht nur mit den Augen, sondern tanzt auch mit euren Geschmacksnerven: Spritzig, aromaintensiv und dabei hundertprozentig natürlich fließt er in eure Mägen. Ein Gin, der sich sehen lassen kann!  

Luv & Lee

© Lisa Knauer

© Lisa Knauer

In der Liebe zum Norden und zum Gin liegt die Geburtsidee: Luv & Lee weht frischen Wind in unsere verstaubten Longdrink-Gläser und pustet einen Hauch norddeutsche Würze in die Reihen der Hamburger Gin-Originale. In Zusammenarbeit mit der ältesten Spirituosenmanufaktur Hamburgs, dem Familienunternehmen von Have, fegt euch Luv & Lee den Geschmack der salzigen See auf die Zunge. Dabei kommen nur typisch norddeutsche Botanicals in die Flasche: Sternanis, Kümmel und sylter Meersalzkristalle vermengen sich zu einem Hanseatic Dry Gin, der echte Nordlichter zum Strahlen bringt.

Der hanseatische Tropfen wird am besten an der Waterkant genossen, mit einer frischen Brise Seewind um die Nase und norddeutsch-unkompliziert eingeschenkt: Pur, mit Eis oder mit einem milden Tonic, der den Geschmack nicht schmälert. Dieser Gin ist mit Sicherheit kein Sturm in Wasserglas – Luv & Lee hat den Wirbel um seinen Schnaps mehr als verdient!

Clockers

© Lisa Knauer

Gin Flaschen stehen wohl in jeder Kneipe Hamburgs auf dem Regal, doch eine Bar mit ihrem eigenen Gin – das ist schon etwas Besonderes! Ein Glück, dass es das Clockers gibt. Die Trinkstätte auf St. Pauli ist edel, szenig, grundgemütlich – und enttäuscht eigentlich nie. Deshalb ist im Clockers auch nicht nur das Ambiente unvergleichlich, auch die Künstler hinterm Tresen verstehen ihre Sache und kennen sich gewaltig gut mit alkoholischem Hochgenuss aus. Unter Zweigen und Lichterketten wird hier am liebsten gemixt, was aus den eigenen Reihen stammt.  

Ein Problem ist das nicht: Der hauseigene Gin, ganz schlicht und einfach nach dem Clockers benannt, ist nämlich eine echte Wucht. Das hochprozentige Feingetränk liegt einem traditionell, würzig und mit einer leichten Zitronen-Note auf der Zunge. Die genaue Rezeptur ist geheim – doch das sollte sie vielleicht auch sein: Hier schmeckt der Gin ja auch fast wie flüssiges Glück!

Tonka Gin

© Lisa Knauer

Der Tonka Gin ist ein Hamburger Original; eine Hommage an die amerikanische Prohibition. Mehr als alles andere ist er wohl aber ein Liebesbekenntnis an die südamerikanische Tonkabohne. Die Samen des Tonkabaumes wurden lange für ihre angeblich magischen Kräfte geerntet – noch heute werden sie als Glücksbringer für bleibende Gesundheit und materiellen Wohlstand geschätzt. Die Tonkabohne gilt als anregend, heilend und wärmend. Mittlerweile ist sie besonders als Duftstoff begehrt, wird aufgrund ihres intensiven Vanillearomas aber auch gerne zum Kochen verwendet.

Die Tonkabohne mit den Wacholderbeeren des Gins zusammenzuführen – das machte sich der Hamburger Gin-Liebhaber Daniel Soumikh zur selbsterklärten Aufgabe. Nach einer Spanienreise, auf der ihm der Gin Tonic mit einem Hauch zerriebener Tonkabohne garniert wurde, kam ihm die Idee für den eigenen Gin-Tropfen. Herangereift ist ein aromatisches Erlebnis aus süßer Vanille, herber Bittermandel und würziger Heublume. Sicher ist der Tonka Gin genau wie die Tonkabohne selbst ein echter Glücksbringer. 

Omen Gin

© Omen Gin | Facebook

Die Geschichte des Omen Gins begann wortwörtlich mit einer Schnapsidee. Man stelle sich vor: Ein mittelmäßiger Barabend, ein grausiger Gin-Tonic und der spontane Einfall, man könnte sich ja mal an seinem eigenen Tropfen probieren. Der Hamburger Modestudent Lucas Krause verschwendete keine Zeit – bereits am nächsten Tag legte er sich eine Destille zu und machte sich ans Experimentieren.

Einige Monate und unzählige Versuche später steht ein weiterer Schnaps in Hamburgs Regal der Gin-Originale – und was für einer! Der Omen Gin ist leicht exotisch, dezent fruchtig und mit Feinherben Zügen versetzt. 13 Botanicals haben es in die hochwertige Glasflasche geschafft – darunter wohlklingende Zutaten wie Kubebenpfeffer aus Sri Lanka und Thai-Ingwer. Das klingt nach einem guten Omen für eine gelungene Nacht!

5continents

© Lisa Knauer

Die Windjammer legt im Überseehafen an. In den altehrwürdigen Backsteinbauten der Speicherstadt werden erlesene Gewürze aus aller Welt entladen. Nur wenig später wandern sie in die mit Holz befeuerte, kupferne Brennblase von Fabian Rohrwasser. Ja, ihr habt es erraten: Im 5continents Dry Gin finden sich tatsächlich Botanicals aus allen fünf Kontinenten der Erde.

Asiatische Ingwer und Kardamomsamen, afrikanischer Guineapfeffer, australischer Eukalyptus, amerikanischer Kaktus, europäische Lavendelblüten und Schwertlilienwurzeln – insgesamt 22 Botanicals werden in Hamburgs unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Gin destilliert, der die ganze Vielfalt seiner Herkunft in sich vereint. Der 5continents Dry Gin ist klar, kantig, wohlproportioniert – und mit einer leichten Prise Fernweh zu genießen.

Weisswange

© Weisswange | Facebook

Ein Gin, dessen Duft so einzigartig ist, dass er auch als Parfüm durchgehen könnte: Das kann nur das Werk einer ausgezeichneten Parfümeurin mit ausgeprägter Leidenschaft für feine Spirituosen sein. Kim Weisswange ist eigentlich für ihre ‚Haute Couture’ Duftkreationen bekannt. Seit über 25 Jahren hüllt sie ihre namhaften Kunden in die maßgeschneiderten Buketts, die sie liebt.

Doch weil die Liebe für Parfüm und Alkohol gar nicht so weit auseinanderliegen, gehört auch die Gin-Destillerie seit einiger Zeit zu ihrer Expertise. Der Weisswange Dry Gin ist eine wohlriechende Eigenkreation, die nicht nur für den Gaumen, sondern auch für die Nase eine absolute Wohltat ist. Mandarine, Süßholz, Basilikum, Iriswurzel und Mandel machen den Anfang – insgesamt finden ganze 50 Botanicals ihren Weg in die Flasche. Eine Qualität, die von Laien und Kennern gleichermaßen hochgeschätzt wird.

Elephant Gin

© Lisa Knauer

Der letzte Schnaps auf unserem Regal der Hamburger Gin-Originale ist nicht nur von der einzigartigen Natur Afrikas inspiriert, sondern setzt sich auch tatkräftig für sie ein. Tessa und Robin Gerlach haben die afrikanische Savanne auf unzähligen Reisen kennen und lieben gelernt – so gut, dass sie ihre Leidenschaft letztendlich mit einem Schuss African Spirit verkorkt haben. Elephant Gin heißt die Frucht ihrer Schöpfung: Eine wohlschmecke Spirituose, der afrikanische Kräuter, darunter Baobab und Wermut, mit frischen Äpfeln und reinem Quellwasser aus Deutschland in sich vereint.

Der feine Gin-Tropfen schmeckt nicht bloß nach Alkohol - er schmeckt nach dem Gefühl, dass die beiden Weltenbummler bei einem Sundowner Gin-Tonic nach einem Tag in der Wildnis verspürt haben. Und weil ihnen Afrika so viel gegeben hat, geben sie nun etwas zurück: Satte 15 Prozent des Gewinns jeder verkauften Flasche geht an Stiftungen, die sich für den Schutz der vom Aussterben bedrohten afrikanischen Elefanten einsetzen. 

Dieser Beitrag ist auf redaktioneller Ebene entstanden. 

Tabitha Wedemann

Nachdem Tabitha die letzten sieben Monate durch die Weltgeschichte gereist ist, hat sie jetzt ihren Weg zurück nach Hamburg gefunden, um ihrer Leidenschaft fürs Schreiben nachzugehen. Wenn sie nicht gerade in Cafés sitzt, Gedichte verfasst oder über Festivals tanzt, erkundet sie am liebsten all die besonderen Ecken ihrer Heimatstadt!