Hamburg Werewolves

Hamburg WerewolvesBeim Training der magischsten Sportart der Stadt

Wir konnten es kaum glauben, aber es ist wahr: Hamburg hat ein Quidditch-Team! Wir haben die Hamburg Werewolves beim Training im Stadtpark besucht und eine spannende Sportart und ein noch spannenderes Team kennengelernt. Auf die Besen, fertig, los! 

Zwischen eifrigen Läufern und Gruppen, die Fußball trainieren und an ihrer Fitness arbeiten, fallen die Hamburg Werewolves auf ihrer Trainingsfläche in Hamburg zunächst gar nicht auf. Wir sind mit Katrin verabredet, die uns bereits mit einem zauberhaften Lächeln anstrahlt, als wir ihr über die grüne Wiese entgegenkommen. "Noch ist ja auch unser ganzes Equipment gar nicht da" sagt sie, als wir uns für das Training bereit machen. Noch sind wir selbstsicher: Wir wollen heute natürlich mitmachen, wir wollen fliegen! 

Die Hamburg Werewolves

"Hummel, Hummel, Mond, Mond!"

Seit dem 11. Juni 2016 treffen sich die Hamburg Werewolves zweimal die Woche regelmäßig im Stadtpark zum Training, nehmen seitdem an Turnieren und Testspielen teil  – und das sogar ziemlich erfolgreich! Bei der Deutschen Quidditchmeisterschaft 2017 in Jena erreichten die Werewolves am ersten Juniwochenende den 4. Platz. Das ist ein herausragendes Ergebnis, dafür dass die Werewolves erst ein Jahr aktiv trainieren. Glückwunsch! 

Doch wer nun einen Harry-Potter-Fanclub erwartet, der ist hier fehl am Platz. Die Werewolves beeindrucken uns mit ihrem Teamgeist und ihrem sportlichen Elan  – immerhin geht eine Trainingssession ganze zwei Stunden. Nachdem Katrin uns die Basics vom "Muggel"-Quidditch erklärt, machen wir uns mit dem Rest des Teams erstmal warm. Doch abheben tun wir noch nicht – diese Einheiten kennen wir von anderen Sportarten, sie bringen uns aber schon nach ein paar Minuten gewaltig ins Schwitzen. Nach und nach trudelt der Rest des Team samt Equipment ein. Insgesamt 20 aktive Mitglieder hat das Team im ersten Jahr bereits gewonnen. 


Ich bin wegen Harry Potter gekommen und wegen des Sports geblieben.

Katrin Schankweiler

Die Jäger beim Training

Quidditch: Norddeutsches Ligafinale in Hamburg

Am 18. Juni

Es wird noch besser! Am 18. Juni freut sich der Quidditch Club Hamburg e.V., das Finale der Norddeutschen Quidditchliga austragen zu dürfen. An diesem Sonntag könnt ihr die Hamburg Werewolves live in Action sehen.

Sie messen sich in der Nordliga ab 13:30 Uhr auf dem "Platz am Bären" des Hamburger Rugby-Verbands im Hamburger Stadtpark mit den Braunschweig Broomicorns, Hannover Nifflern und Portkeys Bremen. Die ersten zwei Spieltage konnte Hamburg bereits erfolgreich für sich entscheiden und führt bereits die Tabelle an! 

Der Platz befindet sich am Südring 40, südlich der Minigolfanlage. Gäste sind gerne ab 13:00 Uhr willkommen. Der Eintritt ist frei und für Getränke und Snacks ist gesorgt.

Die Hoops ziehen Blicke auf sich

Der Goldene Schnatz wartet auf seinen Einsatz

Alles Überflieger hier!

Sobald die Jungs und Mädels ihre Bälle rausholen, die Hoops aufbauen, ihren Mundschutz anlegen und auf ihre "Besen" steigen, zieht das Team neugierige Blicke auf sich. Das ist auf jeden Fall unser Zeichen mit dem Mitmachen aufzuhören, denn so ganz einfach sind uns die Regeln noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen. Das offizielle Regelwerk hat immerhin 200 Seiten! Und während sich die Jäger und Treiber getrennt voneinander ins spezielle Training begeben, schnappen wir uns noch mal Katrin, die uns kurz und knapp mit weiteren Insights von Quidditch ausstattet. 

Keine Sekunde ohne Action

Tristan versucht den Schnatz (Katrin) zu bekommen

Die Regeln kurz zusammengefasst

Seit 2005 gibt es die menschliche Variante von J.K. Rowlings erfundenem Sport bereits, entwickelt in den USA. Es ist eine Mischung aus Rugby, Handball und Völkerball. Sieben Spieler müssen pro Team auf dem Feld stehen. Qudditch ist dabei der einzig bekannte Kontaktsport, der in gemischtgeschlechtlichen Teams gespielt wird.

Wie bei Harry Potter gibt es Jäger, Hüter, Treiber, einen Sucher und natürlich den Schnatz. Man erkennt die jeweiligen Positionen an den verschieden farblichen Kopfbändern. Die Spieler haben während des gesamten Spiels einen Besen zwischen den Beinen, der in der Regel durch eine einfache PVC-Stange abgebildet wird. Die drei Jäger versuchen während des Spiels Punkte zu sammeln, indem sie den Quaffle, einen Volleyball, durch einen der drei Hoops der gegnerischen Mannschaft werfen. Ein Tor gibt 10 Punkte. Der Hüter verteidigt die Hoops seiner Mannschaft. Die zwei Treiber spielen mit Klatschern (Dodgebällen), die sie nach den gegnerischen Spielern werfen, um diese "vom Besen zu werfen". Jeder Spieler, der von einem Klatscher getroffen wurde, muss vom Besen absteigen und darf nicht weiter am Spiel teilhaben, bis er die Ringe seines eigenen Teams berührt hat.

Der Schnatz kommt immer nach 17 Spielminuten ins Match dazu; der Sucher kommt nach 18 Minuten auf das Feld. Der Schnatz ist ein unparteiischer, oftmals sehr wendiger Spieler, der in gelb gekleidet ist und mit einem am Hosenbund befestigten Tennisball in der Socke über das Spielfeld flitzt. Wird der Schnatz gefangen, also die Socke herausgezogen, endet das Spiel und der erfolgreiche Sucher gewinnt 30 Punkte für sein Team.

Von den sieben Spielern auf dem Feld dürfen sich maximal vier mit dem gleichen Geschlecht identifizieren. Auf diese Weise sind Spieler jeden Geschlechts, ob innerhalb oder außerhalb des binären Systems, willkommen, Quidditch zu spielen.

Kein Sport für Weicheier

Call it magic!

Während wir den Treibern und Jägern beim Training zuschauen, wird die Leidenschaft deutlich, mit der die Werewolves hier agieren. Der Team Spirit, der hier an den Tag gelegt wird, ist ansteckend! Zum Training im Stadtpark ist übrigens jeder herzlich willkommen. Ausprobieren lohnt sich! 

Lisa Knauer

Merle Hagelüken

Merle ist ein absolutes Nordlicht: Aufgewachsen an der Ostsee geht sie mittlerweile in Hamburg auf Entdeckungstour. Sie liebt den Hafen, das Wasser und findet in jeder Ecke das Besondere!