Hamburger Bar-Guide

Hamburger Bar-Guide10 Trinkstätten für den alkoholischen Hochgenuss

So sehr wir unsere schummrigen Kiez-Absteigen auch lieben, ab und zu dürstet es uns nach hochwertigen Cocktails und einem stilvollen Ambiente. Zum Glück hat die Szene einiges zu bieten: Die folgenden zehn Bars haben den alkoholischen Hochgenuss alle im Blut und stehen zurzeit ganz oben auf unserer Liste. Und wer weiß, vielleicht findet ihr uns nächsten Monat schon in einer der anderen tollen Locations, die leider nicht mehr in diese Top 10 gepasst haben. Hebt die Gläser, ein Hoch auf die Hamburger Bar-Kultur! 

Clockers

Unter keinem Lichterkettenmeer fühlt man sich dem Gin so verbunden wie hier. Das Clockers auf St. Pauli ist edel, szenig und gemütlich – doch überzeugt bei weitem nicht nur mit seinem einmaligen Ambiente. Auch die Künstler hinter dem Tresen verstehen ihr Handwerk. Inmitten von Zweigen, Moos und Holz werden hier die exquisitesten Gin und andere Variationen gemixt, die man sich nur wünschen kann: Hauseigene Feingetränke mit Apfelmus und Ginger Beer, dazu eine ellenlange Gin-Tonic Liste - das klingt nach einer Trinkstelle nach unserem Geschmack!

Den holländischen Sylvius Gin mit Fetimans und Orangenzeste lässt Gin-Tonic Herzen höher schlagen. Aber auch der hauseigene Clockers Gin ist eine Wucht! 

DripBar

Ein weiteres Etablissement auf St. Pauli und eine Perle der Gemütlichkeit. Mit der  DripBar hat sich in der Antonistraße ein Konzept breitgemacht, das seinesgleichen sucht: Slow Drip heißt die Idee, die Liebhaber eines gesitteten  Schnapsgelages nun schon seit geraumer Zeit in die exquisite Trinkstätte gegenüber der St.-Pauli-Kirche zieht. Was über die Drinks tröpfelt? Spekulatius, Eiche und Kaffee zum Beispiel. Die Möglichkeiten sind endlos – genau wie der Genuss. In der DripBar zählt jeder Tropfen zum perfekten Drink.

Der Ron Barcelo Imperial Dominicano rieselt ganze drei Tage über Erdnüsse und Meersalz, bevor er seinen Weg in die durstigen Münder der alkoholisierten Bargänger findet.

Möwe Sturzflug

© Möwe Sturzflug | Facebook

© Möwe Sturzflug | Facebook

Die Ecke rund um die Clemens-Schultz und Wohlwillstraße fließt mit tollen Bars, Cafés und Restaurants ja geradezu über, aber dieses Schmuckstück gehört mit Sicherheit zu unseren absoluten Lieblingen. Im Möwe Sturzflug geht es farbenfroh, lebendig und kreativ zu. Statt auf Tapeten setzt die kompetente Cocktailcrew auf schnieke Goldrahmen, marmorne Tische und bestechende Lebensfreude. Trotzdem bleibt die Getränkeliste der Star des Abends. Glitzerpfeffi und Split Eis Lassi?Wir sind verliebt!

Lasst euch von dem Klang von Hibiskusblüten-Salzrand-Agavendicksaft-Limetten-Grapefruitbitters-Orangenzeste-Tequila (kurz Flor de Rita Margarita) beschwipsen!

The Walrus Bar

Trotz ihrer prominenten Lage in der Wohlwillstraße ist The Walrus Bar ein echter Geheimtipp! Immerhin ist sie hinter einem Vorhang vortrefflich vor dem lauten Trubel des St. Paulianer Nachtlebens versteckt. Doch wer zu den glücklichen Trinkkumpanen zählt, die in der gemütlichen Schankwirtschaft ihre Wochenenden verbringen, der will nie wieder gehen. Die Walrus Bar ist ein Prototyp lässiger Eleganz – hier reihen sich flackernde Teelichter an die schmucklosen Wände und Barstühle um den hölzernen Tresen. Dieser ist mit hochwertigen Spirituosen bestückt, wie sie Barkeepern mit sagenhaftem Know-How eben gebühren.

Die Williams Birne macht uns mit ihrem Geschmack nach karamellisierter Birne, Limette und Thymian ganz glückstrunken! 

The Rabbithole

Wir ziehen einen weiteren Hasen aus dem Hut: The Rabbithole zwischen Simon-von-Utrecht-Straße und Kleiner Freiheit lässt sich wohl am besten als gelungene Fusion aus kurioser Alice-im-Wunderland-Atmosphäre und stilvoller Cocktailbar beschreiben. Hier werden handgerollte Zigarren an edlen Holztischen geraucht, Whiskey-Kreationen zum Ohrenschlackern geschüttelt und in gemütlicher Manier mit der Trinkmannschaft versackt. Hier klingt Jazz aus den Lautsprecherboxen; an den Wänden hängen Hasenmasken und von der Decke baumeln Zylinder-Lampen.

This Is Seed - Rum, Ananas, Honig und Sesam ist die Ansage. 

Luba Luft

© Luba Luft | Facebook

Die Große Freiheit ist in Sicht-, aber nicht mehr in Hörweite. Am ehesten fühlt man sich im Luba Luft wohl wie in einer schummrigen Cocktailbar der Siebzigerjahre. Und das nur auf die allerbeste Art und Weise! Durchgesessene Sofas, robuste Holztische und dämmriges Kerzenlicht schaffen das Ambiente. Im Zentrum aller Aufmerksamkeit scheint das Licht auf das, worauf es wirklich ankommt: Reihen um Reihen an den feinsten Spirituosen. Selbstverständlich verstehen die Meister hinter dem Tresen auch eine Menge davon, diese einzuschenken. Im Luba Luft trinkt es sich einfach grundgemütlich.

Der Moscow Mule sollte hier unbedingt probiert werden: Ginger Beer, Vodka, Limette - done.

Salt & Silver Streetfoodbar

Den Job kündigen, um die Welt reisen und ein Kochbuch schreiben, anschließend zurück in die Wahlheimat Hamburg kommen und ein feuriges Restaurant mit exzellentem Barbetrieb eröffnen – das haben die Jungs von Salt & Silver getan. In der St. Pauli Hafenstraße haben Cozy und Jo mit ihrer Streetfoodbar eine unserer allerliebsten Bars der Stadt auf die Beine gestellt. Zwischen rustikalen Backsteinwänden und Hafenblick steckt in Salt & Silver eine ganze Menge Liebe und Leidenschaft für die Kultur und Kulinarik Lateinamerikas. Diese zeigt sich nicht nur in den fabelhaft mundenden Tacos und Ceviches, sondern auch in dem grandiosen Drink-Assortiment. Was ein Feuerwerk der Gefühle!

Wenn der feurige Mezcal euer Inneres verbrennt, dann lasst eure durstigen Kehlen vom peruanischen Pisco-Sour durchfluten.

Berglund

In Winterhude hat sich eine nordische Bar in unsere Herzen geschlichen, für die wir jederzeit einen Ausflug an die Ausläufer der Außenalster machen. Das Berglund hat sich dem skandinavischen Alkoholgenuss verschrieben: Die meisten Gins stammen aus Schweden; eine sanfte Brise nordischer Liebe für Whiskey und Bourbon liegt in der Luft. Ganz wie der Norden ist es im Berglund puristisch schön: Türkisfarbene Wände und ein Mahagoni-Tresen aus dem Holz einer entweihten Kirche rahmen das Ambiente. Hinter diesem stehen echte Spezialisten, mit denen ihr als Whiskeyexperte und Cocktailkenner fachsimpeln könnt. 

Der finnische Napue Gin auf Roggenbasis ist in Kombination mit Fever Tree sehr komplex und perfekt für alle, die auf Rye und Gin stehen. 

Chambre Basse

In den Kellerräumen unter dem Haus 73 ist ein neuer Stern am Barhimmel entstanden: Im Chambre Basse trinkt man sich in gediegener Manier durch die Geschichte der Menschenrechte. Wie man sich das vorzustellen hat, verrät ein Blick auf die ausgefeilte Getränkekarte. Neben klassischen Longdrinks findet sich hier nämlich eine erlesene Auswahl an wohlschmeckenden Cocktails de la maison, die mit bedeutenden Jahreszahlen aus der Geschichte der Menschenrechte versehen sind. Mit dem Chambre Basse ist eine Edelbar im Herzen der Schanze entstanden, die das Trinken zum (Menschen)recht erklärt.

Französische Weine und Liköre, drei Biere vom Fass und über 100 Spirituosen warten auf eure Verkostung. Unser Liebling? Der 1542: Leblon Cachaca, Guignolet de Dion Kirsch, frischer Zitronensaft, Simple Sirup, Brombeere und Minze.

Chug Club

© Tim Gerdts | The Chung Club | Facebook

© Tim Gerdts | The Chung Club | Facebook

Wenn du ein Liebhaber mexikanischer Nationalgetränke bist, dann sollte The Chug Club schleunigst zu deiner Lieblingsbar auf dem Kiez (und generell) aufsteigen. Das herzliche Team rund um die Chefdame Betty Kupsa hat sich dem hochprozentigen Tequila-Genuss verschrieben. Statt als Kurzer mit Salz und Limette wird der mexikanische Traditionsschnaps hier in einer unendlichen Vielfalt an Aromen und Kombinationen ausgeschenkt. The Chug Club überzeugt mit einer Mischung aus kuscheligem Club und anspruchsvoller Barkultur: Eine Bar mit Suchtpotential und eine Bereicherung für den Kiez.

Beim Tequila mit Erdnuss, Kresse, Möhre und Ingwer machen wir Luftsprünge. Wem das zu gesund klingt, der wird beim Klang von Salzkaramell-und-Sahne-Tequila ein leichtes Herzflimmern kriegen.

Dieser Artikel ist auf redaktioneller Ebene entstanden. 

Tabitha Wedemann

Nachdem Tabitha die letzten sieben Monate durch die Weltgeschichte gereist ist, hat sie jetzt ihren Weg zurück nach Hamburg gefunden, um ihrer Leidenschaft fürs Schreiben nachzugehen. Wenn sie nicht gerade in Cafés sitzt, Gedichte verfasst oder über Festivals tanzt, erkundet sie am liebsten all die besonderen Ecken ihrer Heimatstadt!