Hamburger Franzbrötchen

Hamburger Franzbrötchen10 unwiderstehliche Feingebäckstücke fürs Herz

Das Franzbröchten ist ohne Frage eines der leckersten Spezialitäten aus Hamburg. Letzte Woche haben wir hinter den Kulissen erfahren, was geschehen muss, damit am Ende dieses kleine leckere Hamburger Gebäck darauf wartet, von uns verspeist zu werden. Jetzt haben wir 10 verschiedene Franzbrötchen probiert, die aus Hamburger Bäckereien kommen, die mit viel Liebe fürs Detail backen.  

Wer denkt, dass die Hamburger Abwandlung der Zimtschnecke einfach zu backen ist, immer ähnlich schmeckt und nichts hermacht, dem muss jetzt der Kopf gewaschen werden. Um die Geschichte dieses Feingebäcks ranken sich sagenhafte Überlieferungen und noch heute kann ein perfekt gebackenes Franzbrötchen den härtesten Hamburger in die Knie zwingen. Wir haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, um an die leckersten Zimtwunder zu gelangen und fleißig probiert, geschmaust und natürlich geschwärmt! 

Café Luise - kleine Bäckerei

Die Franzbrötchen aus dem Café Luise haben den klassischen, gedrehten Look, sehen unglaublich appetitlich aus und riechen... nach Zimt und Liebe! Jetzt geht es um die Wurst... äh ums Franzbrötchen. Wir kauen, schmausen und verkünden ein „Boah Geil“. Es ist wirklich lecker. Nicht zu zimtig, nicht aufdringlich süß, fast schon mild im Geschmack.

Hier und da karamelliert der Zucker, leicht klitschig ist es und rundet so dieses Geschmackserlebnis herrlich ab. Das Café Luise verrät über seine selbstentwickelte Rezeptur nur, dass ausschließlich französisches Mehl aus Paris genutzt wird. Der Rest bleibt geheim. Das Familienunternehmen schwört auf die traditionelle Backtechnik und serviert die Kreationen im eigenen Café nebenan. 

Preis: 1,20 €
Variationen:
 mit Apfelstreuseln, Kirschstreuseln, als Schockofranzbrötchen und auf Bestellung gibt's Franzbrötchen mit Kürbiskernen

Mutterland

Also eines lässt sich klar sagen: Das Franzbrötchen von Mutterland sticht optisch besonders hervor! Wer den Plan hat, eine größere Gruppe mit Franzbrötchen zu überraschen, bekommt die Chance, die vor Ort gebackenen Zimtwonneproppen in ihrer „ursprünglichen Form“ mit nach Hause zu nehmen.

Mutterland backt 8 Franzbrötchen in einer runden Backform, so entsteht ein riesiges Zimtrad aus Zimtschnecken: eine neue Interpretation des klassischen Franzbrötchen! Und gut riechen sie. Und dann auch noch der Geschmack, der einen echt umhaut. Es wird schnell klar, dass dieses Franzbrötchen keins ist, das man schnell nebenbei isst; nein, es lädt zum Verweilen ein. Dazu einen Kaffee oder Tee und die Idylle ist perfekt. In der Mitte jeder Schnecke sammelt sich eine wunderbare Menge Zimt an, im Ofen kommt ein leichtes Räucheraroma hinzu und am Ende ist es schön klitschig. Wahnsinn! Ein Must-Try für alle Zuckerschnuten.

Preis: 1,60 € für 1 Franz und 12,80 € für 8 Fränze
Variationen: Klassisch, mit Apfel, mit Frischkäse & mit Schokolade

Kaiserwetter

Das Franzbrötchen von Kaiserwetter hatte so schöne Rundungen. „Hatte“, weil wir es nicht sehr lange auf dem Tellern liegen lassen konnten. Sie sahen einfach zu prächtig aus. Absolut kross, wunderbar geschwungen und mit leckerem Obst garniert. Wir fangen an zu kauen: „So soll das sein“, bricht es uns aus einem (noch vollen Mund) heraus. Um Tischmanieren geht es heute nicht, sondern um den Geschmack: Hier schmeckt man den Teig, der umhüllt ist von einer akkurat dosierten Menge Zimt. Der „Klitsch“ hält sich hier zurück, der zarte Crunch zieht alle Aufmerksamkeit auf sich. Schmecken wir da eine leichte Zitrusnote? Es wird noch mal zugegriffen, das „Testen“ ist vergessen, wir genießen – so soll das sein.

Preis: Um die 2 €
Varianten: Klassisch 

Die Kleine Konditorei

Das Franzbrötchen der Kleinen Konditorei kommt ebenfalls im klassischen, gedrehten Look daher. Dieser wird noch mit einer Zuckerlasur, die die Feuchtigkeit im Gebäck hält, abgerundet. Dadurch glänzt dieser Leckerbissen super verführerisch und man muss niemanden lange bitten, am Tisch Platz zu nehmen. Schon nach dem ersten Biss sind wir glücklich. Der Teig ist super weich und fluffig. Die leichte Zimtnote überfordert die Geschmacksnerven nicht, sondern lässt uns genüsslich vor uns hinbrummen und gleich zum nächsten Stück greifen. 

Preis: Das Original für 1,05 € und die Varianten für 1,15 €
Varianten: Der Klassiker, mit Rosinen oder mit Schokolade 

 

Schmidt & Schmidtchen

Schön gebräunt, dicke weiche Rundungen und ein leichter Glanz von karamellisiertem Zucker – genau dieser Anblick eröffnet sich, wenn man das Franzbrötchen vom Schmidt & Schmidtchen vor sich liegen hat. Nicht lang schnacken, reinbeißen! Ist das fluffig. Saftig, aber nicht klitschig. Süß aber nicht so, dass es einen erschlägt.

1950 fing Bäcker Schmidt an für das Café zu backen. Die wissen also, was sie tun. Gebacken wird zurzeit in der Großen Elbstraße, allerdings steht ein Umzug bevor. Es herrscht Platzmangel, die Nachfrage ist groß und die Freude darüber auch. 

Preis: 1,20 €
Varianten: Klassisch, Schoko & mit Walnuss

Bäckerei Backecht

Die handgeformten Franzbrötchen der Bäckerei Backecht kommen in rustikaler Optik daher. Nach Urrezept wird es mit Marzipan ummantelt, mit Ceylonzimt und Butter gemacht – das klingt allein schon unglaublich lecker. Gleich nach der ersten Kostprobe wird man vom knusprigen Teig und seiner Frische überwältigt. Der Teig scheint richtig Biss zu haben, schmeckt frisch und angenehm süß. Da ist plötzlich komplett egal, dass es keine klassische Schneckenform hat. Dieses Franzbrötchen schmeckt saftig und erinnert uns an das leckere Schmalzgebäck. Da essen wir gleich noch eins!

Preis:
 1,50 € 
Varianten: Dem klassischen Franzbrötchen wird hier die gesamte Aufmerksamkeit gewidmet

 

Rettungsbrot

Klein aber oho – das trifft auf das Bio Franzbrötchen aus der Rettungsbrot Bäckerei zu. Ihr kennt es vielleicht aus dem Café Tanten, denn es schwört auf Feingebäck aus dieser Backstube. Sie sind deutlich kleiner als alle bisher probierten und so bestechen mit ihrer „Niedlichkeit“ (Ja, wir meinen es ernst). Die Größe eignet sich gut zur Kaffeepause. Der Zucker karamelliert hier, wird zum regelrechten Caramel Crunch und der Teig schmeckt unglaublich gut, der hat richtig Charakter! Und das Beste ist: Hier können auch Veganer zugreifen!

Das vegane Franzbrötchen wird mit einem Vanille-Soja-Drink und Alsan-Margarine zubereitet und Eier werden in beiden Teigen nicht verwendet. Wir sind begeistert und genießen auch das vegane Zimtwunder. Der Bäckermeister kommt ursprünglich aus dem Ruhrpott und hatte zu Beginn keine Ahnung, was es mit dem Franzbrötchen auf sich hat. Aber der Ehrgeiz war geweckt und so wurde am eigenen Rezept und der Backweise gefeilt bis alle Kunden begeistert waren. 

Preis: 1,00 €
Varianten: Klassisch und vegan

Bäckerei Pritsch

Das Familienunternehmen Bäckerei Pritsch bietet uns ein Franzbrötchen mit den perfekten Rundungen. Seit 1948 wird das Franzbrötchen hier nach den bewährten Regeln der Handwerkskunst gebacken. Fast schon lieblich und mit Anmut liegt es vor uns auf dem Teller. Nicht mehr lang, wir nehmen den ersten Biss und... Diese Schnecke hat nicht nur einen akkuraten Look, sondern vereint auch eine knusprige Außenschicht mit einem wunderbar weichem, saftigen Kern. Da hüpft das Zuckerschnutenherz und verlangt dringend nach mehr! 

Preis: 1,10 Euro 
Varianten: Der Klassiker, mit Rosienen, Streuseln, Apfel, Schoko und zur passenden Saison mit Pflaume 

Bäckerei Körner

Es franzt das Franzbrötchen der Bäckerei Körner! Die Form ist an den klassischen Franzbrötchen-Look angelehnt, sieht aber etwas lockerer und deftiger aus. Der Zimt ist wunderbar zwischen den Teigtälern zu sehen und die hellbraune Farbe lässt auf eine knusprige Außenschicht schließen. Nach dem ersten Probieren gibt es Gewissheit: Ja, es ist knusprig, aber innen ruht ein weicher Kern. Die Süße ist hier nicht zu extrem, hält sich mit dem Zimtgeschmack in der Waage und vollendet so ein leckeres Franzbrötchen, das unbedingt verzehrt werden sollte.

Preis: 1,25 €
Varianten: Klassisch & Schoko

Café Reinhardt

Damit haben wir nicht gerechnet: Das Café Reinhardt liefert die gedrückte Version des Franzbrötchens, das man nicht so häufig zu Gesicht bekommt. Wo sind die klassischen Rundungen das Gebäcks, wo sind die 164 Teigschichten, die sich dank Butter und Hitze so schön leicht voneinander abheben? Das Franzbrötchen des Café Reinhardts ist wild und abenteuerlich geformt. Und das darf es auch! Das wird nach dem ersten Stück direkt klar. Die super leckeere Zimtnote verdreht einem Kopf und Geschmacksnerven und der Teig ist so genial klitschig, soft und vollmundig, wie wir es vorher noch nicht geschmeckt haben. Das sollte man wirklich probiert haben!

Preis: 1,15 Euro 
Varianten: Das Klassische

Wir bedanken uns bei allen Bäckereien für ihre leckeren Franzbrötchen und wünschen weiterhin ein erfolgreiches Backen!

Toni Harrendorf

Toni ist ein waschechtes Hamburger Deern. Aufgewachsen bei Schietwetter, Sonnenschein und einer steifen Brise. Für eine Weile erkundete sie die Welt und kam zum Entschluss, in Hamburg ist es doch am Schönsten. Einmal im Heimathafen angekommen, will sie hier so schnell nicht wieder weg.