Hamburger Kuriositäten

Hamburger Kuriositäten10 ungewöhnliche Museen

Hamburg blickt zurück auf eine bewegte Stadtgeschichte, über die vielen Jahrhunderte haben sich da natürlich einige verrückte und spannende Hamburger Originale angesammelt. Ob Geschichten der Seefahrer, klassische Bauwerke oder dramatische Kriminalfälle: Wir haben 10 Museen für euch, die euch eine neue Welt eröffnen werden und ganz bestimmt die Langweile vertreiben.

Zwischen Schrumpfköpfen und Galionsfiguren

© Lisa Knauer

© Lisa Knauer

Wir starten mit dem vielleicht skurrilsten Museum, das Hamburg zu bieten hat: Harrys Hamburger Hafenbasar. Die Sammlung, die ursprünglich Kiez-Legende Käpt'n Haase begann, Harry Rosenberg als Kneipe mit Museumsanschluss weiterführte und nun hauptsächlich von Kuratorin Caro Uhde gepflegt wird, umfasst schätzungsweise über 350.000 Objekte. Alle sind Souvenirs von Seemännern, die die Schätze aus fernen Ländern mitbrachten. Einige stehen sogar zum Verkauf, schließlich muss der Basar seinem Ruf gerecht werden: Harry Rosenberg baute den Handel Mitte des 20. Jahrhunderts zu einem lukrativen Business aus. Heute befindet sich der Hafenbasar in einem ehemaligen Schwimmkran, der im Traditionsschiffhafen am Sandtorkai vor Anker liegt.

Zwischen Spitze, Samt und Puppen

© Elke Dröscher

© Elke Dröscher

Es gibt nicht nur ein Miniaturwunderland in der Hamburger Speicherstadt: Am Falkensteiner Ufer versteht man sich eher auf Spitze, Samt und Seide als auf Schienen und Züge. Das Puppenmuseum Falkenstein ist nicht nur nostalgisch, sondern stellt in den einzelnen Stuben das bürgerliche Leben des ausgehenden 18. Jahrhunderts bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts dar. Elke Dröscher hat aus ihrer Privatsammlung ein großes Puppenhaus entstehen lassen. In über fünf Jahrzehnten sind dabei 500 Puppen, 60 Puppenstuben, -häuser, -küchen und Krämerläden zusammengekommen. Ihr wolltet schon immer ein Puppenhaus haben? Dann seid ihr hier genau richtig!

Zwischen Moulagen und Operationstischen

© Adolf-Friedrich Holstein

© Claudia Ketels, Foto- und Grafikabteilung UKE

Hier wird es gruselig bis dramatisch interessant: Im UKE beschäftigt man sich mit der modernsten Medizintechnik, aber ein Flügel des Klinikums widmet sich medizinischen Methoden und klinischen Voraussetzung bis ins frühe 18. Jahrhundert hinein. Fortschritt bedarf eben auch eines Blicks in die Vergangenheit. Das Medizinhistorische Museum Hamburg präsentiert zahlreiche wissenschaftliche Sammlungen. Dazu gehört zum Beispiel eine Moulagensammlung. Kurz erklärt sind Moulagen plastische 3D-Abbildungen erkrankter Körperteile aus der Zeit bevor Farbfotografie existierte. Neben naturwissenschaftlichen Objekten gehören auch Zeugnisse aus der Sozialgeschichte der Medizin zu den Exponaten.

Echte Hamburger Geschichtchen

© Sinje Hasheider

Geschichte wird nicht von Historikern in ihren wissenschaftlichen Aufsätzen geschrieben, sondern von ganz normalen Menschen. Im Museum für Hamburgische Geschichtchen in der alten Millerntorwache zwischen Reeperbahn und Planten un Blomen kommen sie zu Wort! Sie erzählen Anekdoten, Witze oder persönliche Schilderungen von interessanten Erlebnissen: der großen Sturmflut, den Achtundsechzigern, dem Kampf um die Hafenstraße, Migrationsgeschichte, der Schulzeit, ihrer Szene und anderen Erfahrungen aus ihrem persönlichen Umfeld. Platz genommen wird auf alten Polstermöblen, dazu gibt es Kaffee und Kuchen. Die Geschichtchen werden zu einem Großteil aufgezeichnet, online gestellt und im Hamburg Museum archiviert, wer seine eigene Geschichte erzählen möchte, kann sich online informieren.

Zwischen grünen Wiesen und Höfen

© K. Pfeifer

Schon mal von den Vier- und Marschlanden gehört? Im Süden der Stadt Richtung Bergedorf erstreckt sich ein riesiges Naturparadies, das seit Jahrhunderten von Landwirten bewirtet wird. Wiesen, Deiche, Blumenfelder und Reetdachhäuser bestimmen hier das Bild. Ja, diese großartige Idylle gehört noch zu Hamburg. Im Freilichtmuseum Rieck Haus vereinen sich alle für die Lande typischen Merkmale. Highlight ist das Hufnerhaus aus dem Jahr 1533; es ist eines der ältesten erhaltenen Fachhallenhäuser der Region. Hier erlebt ihr, wie man bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts noch auf den Höfen der Umgebung gelebt und gearbeitet hat.

Zwischen Bäumen, Pilzen und Rehen

© Wälderhaus

Großstadt und Wald - das sind zwei echte Gegensätze. Wie traurig wäre es, wenn unsere Kinder irgendwann fragen müssen: "Was ist ein Wald?" Deswegen sollten wir schleunigst mehr über unsere heimischen Wälder lernen und beginnen zu verstehen, wie wir sie schützen können. Das Science Center Wald im Wälderhaus am Inselpark beschäftigt sich mit genau dieser Thematik. Auf 650 Quadratmetern werden die Geheimnisse des Waldes ergründet.

Zwischen Mördern, Fälschern und Bankräubern

Haben wir Fans echter Kriminalfälle unter euch? Zum 200-jährigen Bestehen der Polizei Hamburg hat Hamburgs erstes Polizeimuseum eröffnet. Hier lernt ihr nicht nur alles über Tatort- und Spurensicherung und begebt euch damit auf die erste Stufe zu echten Detektiven, ein Teil der Ausstellung widmet sich den acht spektakulärsten Kriminalfällen der Hansestadt. Kennt ihr den Fall des Frauenmörders Honka oder die Geschichte des St.-Pauli-Killers Pinzner? Tatwaffen, Original Film- und Tonaufnahmen sowie weiteres Material aus den Ermittlungen stellen die Arbeit der Kripo anschaulich dar. Besser als jeder Krimi!

Zwischen Tonnen aus Beton

© Lisa Knauer

© Lisa Knauer

In Wilhelmsburg hat man sich schon an den Anblick des Flakbunkers aus dem Zweiten Weltkrieg gewöhnt. Über 60 Jahre war er eines der größten Mahnmale der Stadt; 2010 erhielt er eine neue Aufgabe: ein regeneratives Kraftwerk mit Großwärmespeicher sowie die vju Dachterrasse hauchten dem Riesen neues Leben ein. Der Energiebunker ist das einzige Kraftwerk weltweit, das mitten in einem urbanen Raum liegt. Die Geschichte und innovative Nutzung des Bunkers, aber vor allem ein Blick in das Herz des Kraftwerks sind beeindruckend: Umgeben von Beton und vor einem riesigen Speicher, der 2 Millionen Liter Wasser fasst, fühlt man sich ganz klein.

Von Grundwasser zu Trinkwasser

© Stiftung Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe

© HamburgWasser

Die Eröffnung des Wasserwerks in Rothenburgsort 1848 war revolutionär. Die erste zentrale Wasserversorgung Kontinentaleuropas regelt die Versorgung mit ausreichend Trinkwasser und die Verwaltung des Abwassers für die gesamte Stadt. Wie es davor aussah können wir uns heute kaum vorstellen. Ein Besuch im WasserForum wird euch lehren, das Element Wasser und die Arbeit solcher Anlagen wertzuschätzen. Die Wassergewinnung und gleichzeitig -entsorgung ist ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens, der euch in Rothenburgsort näher gebracht wird.

Zwischen Empire und Biedermeier

© Lisa Knauer

Blick auf die Elbe und Spaziergang durch den schönen Landschaftspark in Klein Flottbek: Wer den Jenisch-Park besucht, kommt selten auf die Idee, auch das Jenisch-Haus zu besichtigen. Dabei solltet ihr euch dies auf jeden Fall einmal vornehmen! Die klassizistische Villa wurde einst vom Hamburger Senator Martin Johan Jenisch bewohnt. 1831 wurde es erbaut und noch heute sind einige der Räume mit den Mobiliar aus der Entstehungszeit eingerichtet. Im obersten Geschoss finden wechselnde Ausstellungen statt - dabei reicht das Repertoire von klassischen Gemälden bis zu moderner Fotografie. 

Carolin Simon

Unsere kleine Weltenbummlerin Caro hat den Weg zurück in die Heimat gefunden und ist ab jetzt auf Entdeckertour in Hamburg unterwegs. Sie liebt den Hamburger Hafen und ist immer auf der Suche nach schönen Märkten und neuen Food Ideen.