Höchste Zeit für Kunst

Höchste Zeit für KunstUnsere sieben Tipps für Kunst im Herbst

Klar, der Abschied vom Sommer ist uns nicht leichtgefallen. Aber eigentlich gibt es keinen Grund Trübsal zu blasen. Jede Saison hat schließlich ihre schönen Seiten und der anstehende Herbst hat davon wirklich einige! Zum Beispiel diese Sonntage, an denen endlich mal wieder genug Zeit ist, um sich der künstlerischen Seite Hamburgs zu widmen. Ganz gemütlich an der Alster entlang, Richtung Museum, Galerie oder Vernissage, gemeinsam Kunst bestaunen oder auch hinterfragen, um danach Tee, Kaffee und Kuchen zu genießen. Hier kommen sieben künstlerische Events und Ausstellungen die wir uns diesen Herbst nicht entgehen lassen sollten. Von klassisch bis modern, von Fotografie bis zur Malerei – kritisch, spannend und schön!

Kommt mit Kunst gucken! © Lisa Knauer

Deichtorhallen x Gute Aussichten

Endlich wieder Zeit für die Deichtorhallen. © F. Krems

Fast schon ein Klassiker: “gute aussichten” beweist mittlerweile schon zum 15. Mal, was die jungen Fotograf*innen in Deutschland so drauf haben. Knapp Hundert Werke zeigen die inhaltliche, ästhetische und mediale Bandbreite des Nachwuchses – und den Status Quo der jungen Fotografie. Insgesamt entsteht dadurch eine Ausstellung, die von der ersten Sekunde an nicht mehr loslässt. Aber schaut selbst.

Eines der Werke des Künstler Duos Hiroshi Takeda und Shimpei Yoshid © Mikiko Sato Gallery

Die Galerien im Kontorhausviertel können bekanntlich einiges. Insbesondere die Mikiko Sato Gallery hat es uns angetan. Immer für eine Überraschung gut, hat uns die aktuelle Ausstellung, in Kooperation mit dem japanischen Künstler Duo Hiroshi Takeda und Shimpei Yoshida, mal wieder auf ganzer Linie überrollt. Zwischen schillernden Neonfarben und spannenden Pinseltechniken weiß man so manches Mal gar nicht, welches Werk man sich als erstes anschauen soll. In dieser Zweierausstellung erwarten euch zeitgenössische Porträts aus ganz neuen Perspektiven.

Affenfaust Galerie x Knotenpunkt

Die Affenfaust Galerie ist defintiv immer einen Besuch wert. © Affenfaust Galerie

Bereits zum siebten Mal lädt die Affenfaust Galerie in Kooperation mit dem Knotenpunkt Festival zu einem ganz besonderen Event. Bei dieser Gruppenausstellung dreht sich alles um "Urban Art" – zeitgenössische und urbane Kunst. Eine Ausstellung, in der ihr unter Garantie nicht nur spannende, gemalte Werke sowie Installationen bestaunen könnt, sondern auch in das direkte Gespräch mit interessanten Menschen kommt. Kommt vorbei und erlebt einen Querschnitt durch die aktuellen Bewegungen in der Kunstszene. Übrigens: Am Samstag den 29. September gibt es eine letzte detaillierte Führung zum Festival – das solltet ihr auf keinen Fall verpassen.

Bunkerhillgalerie x Nackt Akt Fakt

Hier seht ihr das Werk “Background artfair” © Dirk Brüggemann

Der Titel sagt in diesem Fall wahrscheinlich mehr als tausend Worte. Die Produzentengalerie ist dafür bekannt, keine 08/15 Aktionen zu starten - diese Ausstellung allerdings ist wirklich etwas speziell. Hier dreht sich alles um das Thema Nacktheit und das findet durch die verschiedenen Künstler ganz unterschiedliche Interpretationen. Daniel Kulle zum Beispiel erforscht die nackte Haut via Videokamera, Daniel Wredes dagegen entblößt minimalistische Objekte und Astrid Susanna Schulz beleuchtet mit viel Humor den männlichen Körper. Genau das richtige für euch, wenn ihr mal etwas ausgefallenere Kunstinterpretationen sehen möchtet.

Internationales Maritimes Museum x "Flucht übers Meer!"

Eine Ausstellung mit einem mehr als aktuellen Thema erwartet euch im Maritimen Museum © Cap Anamour copyrigth ullstein

Diese Sonderausstellung des Maritimen Museums greift ein sehr aktuelles Thema auf: die Flucht über das Meer. Hier wird der Blick auf Fluchtgründe und Geflüchtete selbst gelenkt  – von Troja bis Lampedusa. Das maritime Museum macht dabei aufmerksam auf einen Fakt, der in hitzigen Diskussionen um das Thema zu oft unter den Tisch fällt: Die Flucht über das Meer gab es schon zu allen Zeiten! Sie ist nicht nur ein Thema, das seit einiger Zeit in Europa medial allgegenwärtig ist. Vielmehr ist sie ein Ereignis, welches in der Geschichte der Menschheit wiederkehrend auftritt. Die Motive mögen unterschiedlich sein, das Risiko und die Bereitschaft alles für ein sichereres Leben zu tun bleibt. Mit der Beleuchtung früherer Fluchtgeschichten über das Meer möchte das Maritime Museum den Blick öffnen und Perspektiven weiten. Sehenswert!

Hamburger Kunsthalle x Wieder und Wider

© Kay Riechers, Polke, Yang

Die Hamburger Kunsthalle lockt uns mal wi(e)der an © Lisa Knauer

Eines der klassischen und interessantesten Museen in Hamburg bietet euch noch bis Anfang 2020 spannende Einblicke in die Wiederholungen und Widersprüche der Kunst der Gegenwart. Spannende Künstler wie Sigmar Polke, Haegue Yang, Marwan, Georg Baselitz, Neo Rauch oder Tony Cragg werden hier in den Dialog zueinander gestellt. Hier könnt ihr altes und neues Entdecken - sowie überraschende Ähnlichkeiten und große Kontraste erleben.

Haus im Park x Bahareh Aref

Im "Haus im Park" erwartet euch iranische Kunst von Bahareh Aref © Haus im Park

Die iranische Künstlerin Bahareh Aref und ihre Werke sind ab November mit der Ausstellung "The worlds beyond" in Hamburg zu sehen. Nachdem Bahareh an der Theraner Hochschule für Bildende Kunst studierte, musste sie ihr Heimatland verlassen und floh nach Deutschland. Die Herausforderungen dieser Lebenszeit und ihre Suche nach einer neuen Heimat finden sich auch in ihrer Kunst in Form von Malerei und Fotografie wieder. Bewegende Werke, die zum Nachdenken anregen.

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Dieser Beitrag ist auf redaktioneller Ebene entstanden.

Sinem Löbe

Sinem ist erst seit kurzem wieder zurück im Norden. Umso mehr Spaß hat sie daran, Hamburg neu für sich zu entdecken: Immer auf der Suche nach dem besten Kaffee, den schönsten Vino-Spots oder einer neuen Jogging-Strecke.