How-to Zero Waste Festival

How-to Zero Waste Festival7 Tricks für weniger Müll

Der Festivalsommer steht funkelnd und beatlastig in den Startlöchern, um uns mit einer Menge toller Tonkunst in neue Sphären zu entführen: Wir freuen uns unbändig – nur auf die Berge an Müll können und wollen wir gerne verzichten. Mit diesen 7 Tipps tanzt ihr in diesem Jahr umweltfreundlich(er) vor den Bühnen der Stadt.

How-to #3

Ein cremiger Cappuccino, glückliche Zimmerpflanzen und das perfekte Egg Benedict – gemeinsam mit Hamburger Locals geben wir euch mit unseren How-tos praktische Tipps für die schönen Dinge im Leben.

Wir freuen uns auf Festivals – aber nicht auf den Müll! © Pablo Heimplatz

Wenn die Musik im Müll versinkt

Geht Feiern auch Verpackungsfrei?

Im Juli und August tanzen wir unter anderem auf dem Habitat Festival und dem MS DOCKVILLE durch die musikalischen Gefilde unserer Hansestadt. Wir können es kaum noch abwarten – nur eines drückt unsere Stimmung: in Zeiten der umweltbewussten Lebensweise sind Festivals eine sehr ärgerliche Ausnahme. Wir haben keinen Bock mehr auf verschmutzte Felder und vermüllte Zeltplätze. Deshalb geben wir uns in diesem Jahr einmal extra viel Mühe, ein wenig verpackungsfreier zu feiern. Seid ihr dabei?

Tschüss – Einwegzelt!

Zelt sind keine Wegwerfprodukte © Harry Horstmann

Man sollte denken, es zu erwähnen sei unnötig – und doch werden wir jedes Jahr aufs Neue negativ überrascht: Was man mit aufs Festival bringt, das sollte man auch wieder mit nach Hause nehmen. Gerade, wenn es sich um den Schlafplatz der letzten vier Nächte handelt. Zelte sind kein Einwegprodukt und gehören nach den Festivitäten des Wochenendes zurück ins Auto und in den Keller, wo sie bis zum nächsten Campingtrip oder Festivalspektakel getrost verweilen dürfen. Apropos: Etwas, das selten benutzt wird, kann auch gut geteilt werden. Deshalb lohnt es sich, erstmal die Familie und Freunde zu fragen, bevor ihr euch eine nagelneue Ausrüstung zum Kampieren zulegt.

Tschüss – Tetra Paks & Plastikflaschen!

Cheers! © Lisa Knauer

Was bei Festivals vielleicht am meisten Müll produziert, das sind die Getränke: Bierdosen, Tetra Paks und Plastikflaschen tummeln sich auf jedem Campinggelände und Bühnenvorplatz. Klar, auf unseren Schwips und das Frühstücksbier wollen wir auch in Zeiten der umweltbewussten Konzerteskapaden keinesfalls verzichten. Und auch der ein oder andere Liter Wasser muss irgendwie in den Kreislauf gelangen, sollten wir den Sommer in positiver Erinnerung zu behalten gedenken. Aber eine kleine gute Tat von vielen engagierten Einzelpersonen kann in der Summe doch einen großen Unterschied machen. Deshalb tragen wir dieses Jahr eine wiederverwendbare Trinkflasche durch unseren Festivalsommer. Die lässt sich bei den zahlreichen Wasserstationen auch kostenlos auffüllen.

Tschüss – Plastikbesteck & Pappteller!

Dieses Jahr: normales Geschirr! © Pexels

Plastikbesteck und Pappteller sind auf Festivals zwar praktisch, aber lassen die Umwelt mit weinenden Augen und einer Unmenge an überflüssigem Müll zurück. Die Alternative liegt auf der Hand: stinknormales Metallbesteck aus dem Küchenschrank ist nicht bloß die preissparende, sondern auch die unkomplizierteste aller Zero-Waste Festival-Alternativen. Als Teller könnt ihr super gut eine Tupperdose mit in den Reiserucksack stopfen. Und wenn ihr sicherstellen möchtet, dass eure Lebensmittel das ganze Wochenende frisch bleiben, dann können wir euch die wiederverwendbare Frischhaltefolie von Gaia ans Herz legen. Ja, wir wissen, was ihr jetzt denkt: normales Geschirr muss man halt spülen. Aber eigentlich ist das doch ein kleines Opfer für eine sauberere Welt, oder?

Tschüss – Fertiggerichte & Dosenkost!

Wie wär's mal mit Festivalproviant aus dem Unverpackt-Laden? © Lisa Knauer

Apropos Essen: Dosensuppen, Chips-Tüten und Fertiggerichte sind nicht nur ungesund, sondern produzieren auf Festivals auch eine ganze Menge lästigen Abfall. Eine angenehme Alternative ist es, einfache und schnelle Gerichte entweder vorzukochen oder unkompliziert auf dem Campingplatz zuzubereiten. Ideen gibt es dafür zu genüge: Couscous muss man nur mit ein wenig heißem Wasser aufgießen und schmeckt ganz vorzüglich zu haltbarem Gemüse. Nudeln mit Pesto ist nicht nur das Standardgericht aller Studenten, sondern hat auch auf Festivals seinen verdienten Platz. Ein weiteres Plus: eure mitgebrachten Kochzutaten könnt ihr wunderbar müllfrei in einem der zahlreichen Unverpackt-Läden der Stadt erstehen. Besser geht’s nicht.

Tschüss – Feuchttücher & Küchenrolle!

Wie halten wir uns und unseren Planeten sauber? © Marius Kimmig

Wir geben es zu: Sauberkeit kann bei Festivals durchaus schon einmal zu kurz kommen. Doch wer tagelang im Zelt schläft und sich regelmäßig mit Dixi Klo-Besuchen zufriedengeben muss, dem sei zumindest ein Mindeststandard an Hygiene gegönnt. Nur Einwegprodukte möchten wir uns diesen Sommer sparen – die sind nämlich unvergleichlich verschwenderisch und alles andere als umweltfreundlich. Statt Feuchttüchern und Küchenrolle bringen wir deshalb unsere altbewerten Handtücher und Waschlappen mit aufs Campinggelände. Zusammen mit einer unverpackten Stückseife bekommt ihr euch und euren Kram damit mindestens genauso gut sauber. Unkompliziert, hygienisch und nur minimal aufwändiger: die Umwelt wird euch danken.

Tschüss – Mikroplastik!

Hurra, Konfettiregen! © Sören Lüders

Neben den Acts, der Atmosphäre und den Alkoholexzessen (pscht) lieben wir an Festivals vor allem eines: die bunte Farbenpracht an Glitzer und Konfetti! Gerade dann, wenn man bereits drei Tage nicht mehr geduscht hat und langsam aber sicher auf dem Campingplatz versackt, lenkt die ein oder andere Flasche funkelnden Feenstaubes von dem fettigen Haaransatz und der verstaubten Kleidung ab. Schade nur, dass die buntesten aller Festivalfreuden meist aus Plastik bestehen und damit wahnsinnig umweltverschmutzend sind. Zum Glück gibt es Alternativen: biologisch abbaubares Glitzer aus Zellulose zum Beispiel. Oder nachhaltiges Konfetti, das ihr online bestellen könnt. So seid ihr bei eurem nächsten Festivalbesuch nicht nur die schillerndste, sondern auch die grünste aller Persönlichkeiten!

Tschüss – Fast Fashion!

Crazy Outfits – ja, Fast Fashion – nein! © Pablo Heimplatz

Klar geht es bei Festivals allen voran um die Acts – nach drei Tagen Flunky Ball und Dauerregen ist es irgendwann eh komplett egal, wie man rumläuft. Und doch müssen wir zugeben, dass unsere geliebten Sommerwochenenden im Zeichen der Musik eine offene Einladung dafür sind, sich einmal etwas mutiger, bunter und außergewöhnlicher zu kleiden als im Alltag. Warum auch nicht? Solange man sich selbst nicht zu ernst nimmt, kann Mode und Style richtig kreativ sein. Der Umwelt zuliebe ist es uns beim Einkauf unserer neuen Festivaloutfits allerdings wichtig, secondhand zu shoppen und damit ein entschiedenes Zeichen gegen die Fast Fashion-Industrie zu setzen. Zum Glück gibt es in Hamburg eine breite Auswahl an Vintage Läden mit schrillem und geschmackvollem Sortiment.

Die Festivalzeit kann kommen. Viel Spaß beim müllfreien Tanzen, Feiern & Kampieren! © Marlene Hoberger

Coverfoto: Marius Kimmig

Dieser Beitrag ist auf redaktioneller Ebene entstanden. 

Tabitha Wedemann

Nachdem Tabitha die letzten sieben Monate durch die Weltgeschichte gereist ist, hat sie jetzt ihren Weg zurück nach Hamburg gefunden, um ihrer Leidenschaft fürs Schreiben nachzugehen. Wenn sie nicht gerade in Cafés sitzt, Gedichte verfasst oder über Festivals tanzt, erkundet sie am liebsten all die besonderen Ecken ihrer Heimatstadt!