Kaffeeklappe

KaffeeklappeEin Speiselokal mit Charakter

Klappe, die erste: ein kräftiger Kaffee in der einen Hand, eine herzhafte Stulle in der anderen. Die Szene spielt in Wilhelmsburgs charmantestem Lokal, das sich stolz Kaffeeklappe nennt. Wir sind dem Café mit traditionellem Hafencharme schon bei unserem ersten Besuch verfallen.

Wer die Kaffeeklappe in Wilhelmsburg betritt, wird direkt mit einem herzlichen „Moin“ begrüßt. Oder auch mal mit einem „Hallo“, wenn Kooni wieder hinter der Theke steht und mit ihrem herrlichen Schweizer Akzent nach euren Wünschen fragt. Dieses kleine Lokal in Wilhelmsburg ist ein Ort, an dem man sich sofort wie Zuhause fühlt – nur dass hier der Kaffee und das Essen eventuell ein kleines bisschen besser schmecken.

Wohnzimmer-Stimmung mit Blick auf die Kuchentheke.

Kaffeeklappen

Eine Institution aus dem Hafen

Ursprünglich aus London und seit Mitte des 19. Jahrhunderts auch in Deutschland, waren Volkskaffeehallen einfache Speiselokale für Arbeiter, in denen kein Alkohol, sondern Kaffee und gute Speisen serviert wurden. Diese entstanden durch die Bemühungen von Arbeitgebern, den Alkoholismus zu bekämpfen und eine bessere Versorgung ihrer Arbeiter zu gewährleisten. Da Speisen und Kaffee in diesen Lokalen üblicherweise durch eine Klappe von der Küche in den Speiseraum gereicht wurden, nannte man diese auch Kaffeeklappen.

Kooni vertieft im Gespräch, nachdem sie uns einen leckeren Kaffee kredenzt hat.

Erst vor kurzem hat die Kaffeeklappe ihren zweiten Geburtstag gefeiert. Lange hing noch stolz eine große silberne Zwei anlässlich des Jubiläums im Fenster. Einer der Väter der Kaffeeklappe ist Volker. Er hat schon so einige Stationen in seinem Leben hinter sich und ist nun in seinem Speiselokal glücklich angekommen. Er ist außerdem der kreative Kopf in der Küche und zaubert immer wieder neue kreative Speisen auf die Karte der Kaffeeklappe.

Avocado-Limetten-Kuchen mit Pistazien oder Pasta mit Walnuss-Rucola-Pesto? Hier wird nicht gekleckert, sondern ehrlich gut gegessen  – egal, ob nur zum Kaffee mit einem selbstgebackenen Kuchen oder zum Mittag mit einer ordentlichen Portion von der Tageskarte. Auch nicht irgendein Filterkaffee kommt hier auf den Tisch, sondern nur die gute Röstung von Black Delight, der Hamburger Rösterei aus Eimsbüttel.

Ihr könnt hier aber nicht nur Kaffee trinken und Schlemmen: Zu besonderen Anlässen hat die Klappe auch mal länger geöffnet. Freitags zum Beispiel verwandelt sich die Klappe regelmäßig in Anatol’s Salon. Anatol ist Experte, wenn es um fein gemixte Drinks geht. Ab 18 Uhr legt er eine Matinée-Schicht ein und zaubert euch Drinks, die ihr so gut noch nie getrunken habt. Dazu spielt Anatols Lieblingsmusik: Swing aus den 30er Jahren.

Den Kaffee und die Stullen mussten wir erst probieren, aber in den Charme der Kaffeeklappe haben wir uns sofort verliebt. Das Café hat durch die Integration vieler Vintage-Schätze eine ganz besondere Atmosphäre. Einige davon sind sogar Leihgaben aus dem Hamburger Hafenmuseum. So ziert beispielsweise ein Teil des alten Zollzauns die Wand links neben der Theke und ein altes Segel die rechte Wand. Volker wollte einen Ort kreieren, an dem man sich sofort pudelwohl fühlt. Und das ist ihm gelungen.

Ein Teil des alten Zollzauns schmückt die Wand.

Das alte Segel wirkt wie ein Gemälde.

Lisa Knauer

Carolin Simon

Unsere kleine Weltenbummlerin Caro hat den Weg zurück in die Heimat gefunden und ist ab jetzt auf Entdeckertour in Hamburg unterwegs. Sie liebt den Hamburger Hafen und ist immer auf der Suche nach schönen Märkten und neuen Food Ideen.