Kuchnia Wodkabar

Kuchnia WodkabarOsteuropa meets St. Pauli

Kuchnia - Spezialitäten aus Osteuropa und ganz viel Wodka. Ein Gastro-Konzept auf St. Pauli ganz nach unserem Geschmack! 

Eigentlich kennen wir uns in der Talstraße ganz gut aus: Kickern in der 3-Zimmer-Wohnung, Konfetti-Partys im Hörsaal - alles schon erlebt. Und dann ist da am anderen Ende dieser kleine osteuropäische Geheimtipp: die Kuchnia Wodkabar. Dass dieses Restaurant etwas Besonderes ist, merkt man schon beim Reinkommen. Auf den Tischen liegen Papiertischdecken und Häkeldeckchen, darauf frische Blumen und Kerzen. Auch wenn dieses Setting normalerweise wohl eher bei Oma im Wohnzimmer zu finden ist, hat der Laden sehr viel Stil. Die Wände sind gekachelt, auf einer schwarzen Tafel stehen mit weißer Kreide die Tagesgerichte. Die Kerzen tauchen den kleinen Raum in ein gemütliches Schummerlicht.

"Kuchnia ist das polnische Wort für Küche - und genauso sollen sich unsere Gäste hier auch fühlen: Wie in der Küche bei jemandem Zuhause."

Klaas vom Kuchnia-Team

Die Küche ist offen und man kann den Köchen bei der Zubereitung der Speisen quasi über die Schulter schauen. Die Tische stehen dicht beieinander; sodass man abends mit den anderen Gästen automatisch ins Gespräch kommt – eben wie in einer Familienküche. Gemeinsam essen, gemeinsam trinken, gemeinsam Spaß am Leben haben – das Konzept der Kuchnia.

Die Ursprungsidee hat Inhaber Christian Voigt übrigens von einer befreundeten Polin. Die osteuropäische Küche macht neugierig! Auf vielen Reisen quer durch den Balkan haben die Küchenchefs so einige Rezepte gesammelt. Jeder aus dem Team bringt seine ganz spezielle Verbindung zur Region mit: ob sprachlich, familiär, durchs Studium oder einfach nur aus reiner Neugier am Wodkaregal.

Apropos Wodka: Gutes Stichwort - in kaum einer anderen Bar findet man derart viele Sorten wie hier. Knapp 60 verschiedene Wodka stehen hier auf der Karte - ob Klassiker wie Polens ältester Wodka Wyborowa, der gerade auf sein 600-jähriges Bestehen zurückblickt, Żołądkowa Gorzka, eine feinherb-likörige Kräuterversuchung, die besonders nach deftigem Essen eine Verdauungshilfe darstellt, oder aber der würzig intensive Tundra – hier bleibt kein Auge trocken. Und genau diese Begeisterung bekommt man spätestens dann zu spüren, wenn man sich danach erkundigt, welcher Wodka denn wohl am besten zum gewählten Essen passt.

Die Karte ist inspiriert von Klassikern der polnischen und russischen Küche wie Bortsch, Pierogi und Blini. Aber auch Pellkartoffeln, Yufka-Teigtaschen mit Fetakäse sowie baltischer Heringsalat gehören zum Angebot – angenehm bodenständig und ziemlich lecker.

Hinzu kommen wechselnde Tagesgerichte, die immer aus einer Suppe, einem vegetarischen Gericht, einem Fleischgericht und einem Dessert bestehen. Zu jeder Speise gibt's hausgemachtes Brot mit Kümmel - allein daran könnte man sich sattessen. Beim Nachtisch stehen wechselnde Eissorten zur Auswahl – alle mit einer Spur Wodka versehen und natürlich selbstgemacht. Generell merkt man den Köchen ihren Hang zum Experimentieren an, denn ständig stehen hier neue Gerichte auf der Karte. Die Zutaten stammen überwiegend aus polnischen und russischen Supermärkten, die Weine von georgischen und slowenischen Weinhändlern.

Gleichzeitig lernt man neben leckeren Köstlichkeiten der osteuropäischen Küche auch einiges über Land, Leute und Kultur. Allen voran natürlich über das russische Nationalgetränk. Bis heute Streitpunkt-Nummer eins: die Trinktemperatur. Eiskalt oder Zimmertemperatur? In der Kuchnia plädiert man auf den Genuss bei Zimmertemperatur, da erst dann das volle Aroma zur Geltung kommt. (Wer trotzdem nicht auf Eis verzichten will, kriegt natürlich auch Eis.)

P.S.: Ein Blick auf die Wand lohnt sich - hier findet ihr auf illustrierten Plakaten die Highlights der Barkarte - natürlich auf Wodka-Basis. In diesem Sinne - Nastrovje!

Petra Maier

Petra würde am liebsten die ganze Welt bereisen, fühlt sich aber auch in Hamburg sehr wohl. Sie fotografiert so ziemlich alles, was ihr vor die Nase kommt. Nebenbei bloggt sie. Sie liebt Chili-Schokoladen-Eis und ihr Zuhause am Bodensee.