Lauras Küche

Lauras KücheEin Café is(s)t laktosefrei

Zwischen Schanzenpark und Uni hat sich ein kleines, familiäres Café zum Treffpunkt für Studenten, Nachbarn und Familien aus der Gegend gemausert. Bei Lauras Küche esst ihr wie bei Mama in der Wohnküche und dabei ganz laktosefrei. 

Hereinspaziert!

Ein echtes Wohlfühlcafé

Wir lassen Schnee und Kälte hinter uns und betreten das kleine Souterrain Café in der Bundesstraße. Sogleich schlägt uns eine Welle an Wärme und Herzlichkeit entgegen. Mit einem freundlichen Lächeln werden wir von dem Ehepaar Laura und Danilo begrüßt, die den Laden hier ganz alleine schmeißen. Er steht in Schürze hinter dem Tresen, sie ist heute aufgrund einer Zerrung außer Gefecht gesetzt – hat dafür aber umso mehr Zeit, unsere Fragen zu beantworten. Zufrieden lassen wir uns an den hölzernen Hochtischen nieder und legen unsere Mäntel ab. Hier fühlen wir uns auf Anhieb wohl.

Das Ambiente ist heimisch und gemütlich, fast familiär. Bunt zusammengewürfelte Sofas – allesamt aus zweiter Hand – gruppieren sich in einen Sitzkreis; an den Wänden hängt selbst gemachte Deko. Das Besondere: Die Arbeitsfläche ist direkt neben der Theke, wir sehen also hautnah, wie frisch die leckeren Backwaren zubereitet werden.

Unaufgeregt und gemütlich ist es hier.

Unaufgeregt und gemütlich ist es hier.

Laura is(s)t laktosefrei

Um etwas aufzutauen, bestellen wir zunächst einen heißen Ingwertee. Jetzt um 11 Uhr ist es im Café noch ruhig, die meisten Gäste kommen zur Mittagszeit. Während wir unser Heißgetränk schlürfen, beginnt Laura zu erzählen: Sie selbst ist bereits seit ihrer Geburt laktoseintolerant, seit knapp zehn Jahren verzichtet sie so gut es geht auf Milchprodukte. Einzig das Essengehen fiel ihr lange Zeit schwer; sie konnte kaum ein Restaurant mit laktosefreien Gerichten finden.

Oft blieb ihr nur das Teetrinken, während sie Danilo und ihren beiden Söhnen beim Kuchen mampfen zusah. „Irgendwann habe ich mir gesagt: So, es reicht. Ich habe keine Lust mehr, irgendwo Essen zu gehen.“ Viele Gastronomen behaupteten, es gäbe keine Nachfrage. „Ich dachte mir: Das kann doch nicht wahr sein!“, erzählt Laura. „Seitdem wir unser Café aufgemacht haben, wissen wir auch, dass das so nicht stimmt“. Heute ist Lauras Küche immer gut besucht. Manche kommen wegen des Trends, andere wegen einer tatsächlichen Unverträglichkeit. Nicht selten bekommen die beiden zu hören: „Oh, das ist ja toll, hier kann ich alles essen!“

Die tolle Gastgeberin: Laura!

„Vor einem Jahr wollte mich eine Freundin zum Geburtstagsfrühstück einladen und wir wussten gar nicht, wo wir hinsollen. Ich vertrage nämlich auch keine Soja. Dann habe ich festgestellt: Der einzige Laden, wo wir hingehen können, ist unserer Laden!“

Laura

Ein Paradies für süße Zungen

Zur Stärkung sehnen wir uns nun nach etwas Essbaren. Laura hat gleich eine Menge Empfehlungen für uns: Brioche und Cookies stehen bei den Kunden hoch im Kurs. Ein besonderer Liebling ist auch der Schokokuchen: „Der beste, den ich je gegessen habe!“, strahlt sie. Nach einem Blick auf die Vitrine entscheiden wir uns für die frisch gebackenen Croissants. Bei denen hatte Laura einmal die Milch vergessen und sie stattdessen mit Zuckerwasser bestrichen. Seitdem serviert sie das französische Gebäck vegan. „Unsere Croissants sehen nicht alle geleckt aus. Das ist ja alles Handarbeit.“, sagt Laura. Sie folgert: „Das schätzen unsere Gäste.“ Zum Croissant gibt es Margarine und Orangenmarmelade. „Wir produzieren alles selbst“, wirft Danilo ein. Nach dem ersten Bissen sind wir überzeugt: Woah, schmeckt das köstlich!   

Die Croissants sind ein absoluter Traum!

Noch mehr Leckeren für die süßen Zungen.

Der Klassiker vegan: Franzbrötchen

Während wir ins Plaudern kommen, backt Danilo fleißig hinter der Theke. Ein unwiderstehlicher Duft nach süßem Teig, Zimt und Zucker schlägt uns entgegen. Nach einem weiteren Blick erkennen wir, was er da zaubert: Franzbrötchen! „Letztes Jahr habe ich das erste Mal Franzbrötchen gebacken.“, erzählt Laura. „Ich dachte, wir machen das vielleicht einmal die Woche, vegane Franzbrötchen in Hamburg muss man ja mal ausprobieren. Und seitdem backen wir jeden Tag welche.“ Einige Schleckermäuler kommen für die vegane Alternative des Hamburger Klassikers extra in die Gegend. Auch wir sind begeistert, doch jetzt gelüstet es uns erstmal nach etwas Herzhafterem.

Die besten Partys finden immer in der Küche statt!

Die Idee hinter dem Namen

Italienisch-litauische Küche

Für den wöchentlich wechselnden Mittagstisch ist es noch zu früh, deshalb entscheiden wir uns nach kurzem Überlegen für eine Avocado Focaccia und die Rote Ziege, frische rote Beete und Ziegenkäse auf saftigem Brot. Lecker! Während Danilo in der Küche hantiert, wollen wir gerne noch ein bisschen mehr über die beiden erfahren. Laura erzählt, dass sie in Litauen großgeworden ist, während Danilo aus Italien kommt. Kennengelernt hat sich das Paar in Hamburg. Ihre Herkunft lassen die beiden auch gerne in ihre Küche einfließen. Zu Ostern gibt es italienische Ostertaube – die lief letztes Jahr so gut, dass Laura das dreifache backen musste, wie ursprünglich geplant. Einmal im Monat bieten die beiden litauische Spezialitäten an. Was man denn in Litauen isst, wollen wir wissen. „Ganz viele Kartoffeln!“, platzt es aus Laura heraus.

Ein echtes Dream Team

Zusammenleben und -arbeiten, geht das gut? „Ja, das funktioniert“, versichert uns Laura. Während Danilo als gelernter Koch in der Küche das Zepter in der Hand hält, hat Laura mehr Geduld fürs Backen. Am liebsten zaubert sie Champagner Macarons, die mag die besonders gerne. Was Lauras Küche so besonders macht, ist die Liebe mit der alles durchdacht ist. Eine Extraportion Marmelade und Margarine gibt es gegen ein Lächeln. Die Coffee-to-go-Becher sind recyclebar, weggeschmissen wird fast nichts. Das funktioniert, weil Laura jeden Tag einkaufen geht. „Wenn am Samstag ein, zwei Croissants übrig geblieben sind, essen wir die am Sonntag zum Frühstück.“ Nachhaltigkeit wird eben großgeschrieben.

In Lauras Küche verbringt man gerne seine Stunden.

Ein Heimathafen, nicht nur für die Nachbarschaft

Das lieben auch die Gäste. Eltern schauen bei Laura und Danilo vorbei, nachdem sie ihre Kinder im Kindergarten um die Ecke abgeliefert haben; donnerstags kommt die Nachbarschaft zu einem Aperitivo zusammen. Danilo ist großer Fußballfan, deshalb werden die Juventus Turin Spiele auch gerne in großer Runde geschaut. Lauras Küche fühlt sich fast an wie eine große Familie. Egal wer hier auf einen Kaffee vorbei schaut, herzlich willkommen sind alle. Doch eines lässt sich nicht bestreiten: „Unsere besten Gäste sind die Kinder“, befindet Laura.

  • Ambiente

    Eine familiäre Wohlfühl-Atmosphäre ohne Schicke-Micki, aber mit persönlicher Note. 

  • Unbedingt probieren?

    Die hausgemachten Croissants und veganen Franzbrötchen sind die Empfehlung des Hauses. 

  • Die Besondere Note

    Hier esst ihr komplett laktosefrei! 

  • Wann kommen?

    Unbedingt zum Frühstück!

Lisa Knauer

Der Artikel ist auf redaktioneller Ebene entstanden. Wir bedanken uns bei Laura und Danilo für die leckere Verköstigung.

Tabitha Wedemann

Nachdem Tabitha die letzten sieben Monate durch die Weltgeschichte gereist ist, hat sie jetzt ihren Weg zurück nach Hamburg gefunden, um ihrer Leidenschaft fürs Schreiben nachzugehen. Wenn sie nicht gerade in Cafés sitzt, Gedichte verfasst oder über Festivals tanzt, erkundet sie am liebsten all die besonderen Ecken ihrer Heimatstadt!