Pizza, pasta e amore

Pizza, pasta e amoreAuthentische Italiener in Hamburg

La Bella Italia! Wir alle verspüren sie zuweilen: die Sehnsucht nach Mittelmeersonne, Vino und italienischem Temperament. Auch wenn wir uns nicht jederzeit in den Süden zaubern können, haben wir immerhin die italienische Küche. Die ist in Hamburg nämlich fast genauso gut wie in der sizilianischen Provinz. Bruscetta, Olivenöl, Pasta und Pizza – Mamma Mia, wie das schmeckt!

Wir alle kennen ihn: unseren Lieblingsitaliener, bei dem man mit einem enthusiastischen Ciao begrüßt wird und die Pizza fast wie in Venedig schmeckt. Bei dem Temperament, Knoblauch und Lebensfreude durch die Gegend fliegen. Bei dem es eben authentisch und echt italienisch zugeht. Italienische Restaurants gibt es in Hamburg zuhauf und Italiener ebendieser Sorte – die richtig guten Italiener – fast genauso viel. Unsere Liste kann deshalb nicht mehr und nicht weniger als eine kleine Auswahl sein. Aber diese Auswahl lässt sich sehen (und schmecken). Buon Appetito!

Don Matteo

Das Don Matteo im Wilhelmsburger Reiherstiegviertel ist nicht nur ein Treffpunkt für viele pizzahungrige Elbinselbewohner, sondern auch das Lieblingsrestaurant einiger angereister Hamburger, die sich irgendwann einmal hierhin verirrt haben. Zugegeben, von außen sieht der kleine Italiener nicht allzu einladend aus – doch die ausgelassene Stimmung und das authentisch-italienische Ambiente machen den Ausflug über die Elbbrücken jederzeit wieder wett. Für gewöhnlich ist das Restaurant von Nachbarn und Stammkunden gefüllt, doch auch wer zum ersten Mal kommt, wird wie ein alter Bekannter begrüßt. Das Personal ist herzlich und charmant, die Pizza und Pasta schmecken wie von Mama aus Italien. Wir können nur schwärmen.

L’Europeo

Das L’Europeo ist immer noch ein kleiner Geheimtipp, und das nicht nur wegen seiner unscheinbaren Fassade und versteckten Lage in der Nähe der Autobahnabfahrt Bahrenfeld. Der Inhaber Antonio Cartugno – ein Italiener wie er im Buche steht – trägt die tadellose Speisekarte nämlich höchstpersönlich vor. Seit den 1980ern geht es im L’Europeo schnörkellos und rustikal, aber gleichbleibend lecker und herzlich zu. Das Kellnerteam ist seit Jahren eingespielt, superfreundlich und immer witzig. Angeführt von Tonis klischeehaftem Wesen und Schnäuzer zaubert die Küche beste Pasta, Fisch- und Fleischgerichte. Kreditkarten und Taschengeldpreise bleiben im L’Europeo vor der Tür – aber für die erstklassige Caprese mit handgeschöpftem Büffelmozzarella greift man auch gerne mal ein klein wenig tiefer ins Portemonnaie.

Cuneo

Hamburgs erster und ältester Italiener ist eine echte Institution auf St. Pauli. Seit über 110 Jahren tobt im Cuneo das Leben – hier wurde geweint und gelacht, getanzt und getrunken. Wohl kaum ein anderes Restaurant hat Stammkunden in dritter Generation und so viele Geschichten zu erzählen. Il Comandante, Signor Cuneo, kennt sie alle. Er führte das Restaurant schon, als hier noch keine Prominenz, sondern Matrosen und leichte Mädchen speisten. Seit 2005 teilt er den Chefposten mit seiner Tochter Franca. Das Cuneo ist durch und durch ein Familienbetrieb, der gutes Essen, tausend Geschichten und noch mehr Menschen zueinander führt. Auf den Kiez gehört er wie kein anderer.

Trattoria Salento

In der Osterstraße versteckt sich ein Italiener-um-die-Ecke ganz nach unserem Geschmack. In der Trattoria Salento sieht es einfach aus, wie es bei einem Italiener auszusehen hat: Rot-weiß karierte Tischdecken flattern über die dunklen Holztische, an den Wänden reihen sich Weinflaschen an kitschige Plakate. Während es im Schankraum ganzjährig gemütlich zugeht, ziehen die Stammgäste an lauen Sommerabenden nach draußen und verkosten ihr Glass Rotwein in geselliger Unbeschwertheit. Auch das Essen schmeckt im Salento ganz vorzüglich – eine besondere Empfehlung ist die hausgemachte Trüffelpasta. Mille Grazie für dieses kleine Stück Italien! 

Gallo Nero

© Gallo Nero | Facebook

„Cucuiniamo per passione“ – Kochen aus Leidenschaft – ist die Maxime von Falco. Obwohl der 62-jährige Sizilianer schon sein halbes Leben lang in Hamburg wohnt, hat ihn seine Heimat unter der italienischen Sonne nie losgelassen. Das Gallo Nero in einem Winterhuder Eckhaus ist deshalb ein Inbild von italienischer Gemütlichkeit und kulinarischem Genuss. Die Liebe zur guten Küche schmeckt man nicht nur in den hausgemachten Nudeln und dem fantastischen Vitello Tonato, sie wird auch von der kompetenten Bedienung geteilt, die dem Lokal schon seit langem die Treue hält. Das Gallo Nero zählt wohl zu den gehobeneren Italienern unserer Liste. Diese Qualität schmeckt man nicht nur, sie ist auch absolut verlässlich.

Ristorante La Famiglia

Wenn sich ein Restaurant nach der Familie benennen darf, dann wohl dieses. Seit 1975 steht La Mamma im Ristorante La Famiglia höchstpersönlich hinter dem Herd, kocht gleichbleibend leckere und sattmachende italienische Küche. Der Inhaber Antonio Filippone benannte das kleine Souterrain-Lokal nach seiner Verwandtschaft in Kalabrien. Noch immer spürt man hier die Verbundenheit zu seiner Mittelmeer Heimat: Das La Famiglia ist immer gut besucht, oft etwas wuselig und damit echt italienisch. Doch egal wie voll es ist, in dem verwinkelten Speiseraum findet sich allzeit Platz für ein freundliches Lächeln und ein herzliches Wort. In St. Georg hat ein kleines Restaurant sein Zuhause, das fest in der Hand einer großen Familie ist.

Capriccio

© Ristorante Capriccio | Facebook

Auch dieses charmante Restaurant wollen wir nicht unerwähnt lassen: Das Capriccio versteckt sich in einem historischen, kleinen Stadthaus im Herzen der Neustadt. Wegen seiner zentralen Lage ist es zur Mittagsstunde gut besucht, doch auch am Abend geht es hier geschäftig zu. Der Innenraum ist authentisch und unkompliziert eingerichtet, ein richtiges Highlight ist der grüne Hinterhof. Hier wird der Vino beim warmem Wetter besonders gerne genossen. Das Capriccio ist eine perfekte Fusion aus frischem, schmackhaftem Essen und exzellentem Service. Unsere Empfehlung: Statt der Pizza lieber Pasta bestellen. Die schmeckt hier nämlich besonders gut.

Cento Lire

© Cento Lire | Facebook

© Cento Lire | Facebook

Obwohl die zentrale Lage im Karoviertel vielleicht etwas anderes vermuten lässt, ist das Centro Lire in der Karolinenstraße alles andere als ein versnobtes Szenelokal, das nichts mehr mit echter italienischer Tradition zu tun hat. Ganz im Gegenteil: Die Trattoria strotz geradezu vor ansprechendem Mittelmeer Charme. An den Wänden hängen altmodische Ikonen, von den Decken baumeln Kronleuchter und vor dem Haus erblüht im Sommer ein kleiner Garten. Italienische Herzlichkeit hängt hier zusammen mit dem wohltuenden Geruch von Knoblauch und Olivenöl in der Luft. Um die Holztische versammeln sich Gruppen lauter, ausgelassener Stammgäste. Wie man es auch dreht und wendet: Das Centro Lire ist ein Lokal wie für uns gemacht. 

Trattoria Anna e Luciano

Bei Anna und Luciano in Barmbek speist ihr in romantischem Ambiente. So unscheinbar das kleine Restaurant von außen auch erscheinen mag, drinnen verweilt es sich ausgesprochen gemütlich. Das deutsch-italienische Paar hat sich der gehobeneren italienischen Küche verschrieben. Luciano ist ein begnadeter Koch, der immer für eine Überraschung gut ist und voller kreativer Ideen steckt. Anna kümmert sich um die Gäste. Sie ist nicht ganz so überschwänglich, wie man es vom Italiener gewohnt ist, dem Service tut das jedoch keinen Abbruch. Die Trattoria Anna e Luciano besucht man nicht für die standardmäßigen Spaghetti mit Tomatensoße – sondern für die Jakobsmuscheln oder das Lammcarree. Der Anspruch? Erstklassige Speisen aus erlesenen Zutaten zu kredenzen. 

Trattoria Italia

© Trattoria Italia | Facebook

© Trattoria Italia | Facebook

Der letzte Italiener auf unserer Liste wird eure Sehnsucht nach einem authentisch italienischen Restaurant in Hamburg endgültig stillen. Die Trattoria Italia ist ein echtes Goldstück: In unmittelbarer Kieznähe speist es sich hier in entspanntem Ambiente zu angemessenen Preisen. Der Laden ist klein, die Küche offen – aber davon lässt sich der Inhaber Mimo Brecha selbstverständlich nicht abschrecken. Mit ganz viel Herz und Seele bekocht er seine hungrigen Gäste, und das bis spät in die Nacht. Während andere Gastronomen bereits das Licht ausschalten, schwenkt Mimo noch immer voller Begeisterung seine Pasta in der Pfanne. Das macht ihn nicht nur unheimlich sympathisch – sondern stillt auch unseren größten Suffhunger. 

Dieser Beitrag ist auf redaktioneller Ebene entstanden. 

Tabitha Wedemann

Nachdem Tabitha die letzten sieben Monate durch die Weltgeschichte gereist ist, hat sie jetzt ihren Weg zurück nach Hamburg gefunden, um ihrer Leidenschaft fürs Schreiben nachzugehen. Wenn sie nicht gerade in Cafés sitzt, Gedichte verfasst oder über Festivals tanzt, erkundet sie am liebsten all die besonderen Ecken ihrer Heimatstadt!