Plietsche Erfindungen aus Hamburg

Plietsche Erfindungen aus HamburgDiese 10 Ideen wurden in der Hansestadt ausgeheckt

Kluge Köpfe sitzen in Hamburg! Anlässlich des 10. Geburtstags des Gin Basil Smash, eine Hamburger Erfindung, haben wir uns auf die Suche nach weiteren cleveren Ideen aus der Hansestadt gemacht und wurden überrascht: Viele Alltagsgegenstände, die wir heutzutage selbstverständlich nutzen, wurden im Norden ausgetüftelt.

Gin Basil Smash

Clever gemixt: Basilikum, Gin und Zitrone © Lisa Knauer

Eigentlich ganz einfach und trotzdem vorher noch nie da gewesen: die Kombination aus Gin, frischem Zitronensaft und Basilikum. Erfinder des Gin Basil Smash ist Jörg Meyer, der Besitzer der Boilerman Bar und des Le Lion. 2008 wollte er einen frischen Sommerdrink kreieren – heraus kam ein Gin Smash mit Basilikum. Mittlerweile ist der Drink weltweit auf den Barkarten vertreten und zum modernen Klassiker geworden.

Schwimmflügel

Orange Helfer für Nichtschwimmer © Siska Vrijburg

Im Pool und am Meer sind sie oft zu sehen: knallorange (oder mittlerweile ganz bunte) Schwimmflügel. Der Hamburger Bernhard Markwitz kam nach einem unschönen Erlebnis, bei dem seine dreijährige Tochter fast im Gartenteich ertrank, auf die praktische Idee. Nach einigem Experimentieren entwickelte er den ersten Prototyp aus PVC und konnte ihn durch einen Lottogewinn im großen Maße produzieren und patentieren lassen. 1964 präsentierte er im Ohlsdorfer Schwimmbad zum ersten Mal seine BEMA-Schwimmflügel. 

Adventskranz

Die Erfindung eines Hamburgers: der Adventskranz

Zur Vorweihnachtszeit gehört neben Lebkuchen und Glühwein auch der Adventskranz. Die Idee dazu hatte der Theologe Johann Hinrich Wichern im 19. Jahrhundert in Hamburg. Er war Gründer des Rauhen Haus – zu Beginn eine Unterkunft für vernachlässigte Kinder. Damit sie sehen konnten, wie viele Tage es noch bis Weihnachten waren, stellte er ein Wagenrad mit Kerzen in der Anzahl der Tage auf. Mittlerweile sind zwar nur noch die vier Kerzen, die den Adventssonntag symbolisieren übrig geblieben, dafür ist dieser Adventskranz überall verbreitet.

Heftpflaster

So sah die Hansaplastverpackung 1927 aus © Beiersdorf

Der Apotheker Paul Carl Beiersdorf kommt beim Experimentieren in seiner Altonaer Apotheke auf die Idee, Mullbinden mit heilender Salbe herzustellen. Dafür meldet er 1882 ein Patent zur „Herstellung von gestrichenen Pflastern“ an und bringt 1901 das Zinkoxid-Kautschuk-Pflaster Leukoplast auf den Markt. Der Clou: Es ist selbstklebend. Die Geburtsstunde des heutigen Pflasters in der Hansestadt. 

NIVEA Creme

© Beiersdorf

Eine weitere Erfindung aus dem Hause Beiersdorf, die viele fast jeden Tag benutzen: NIVEA Creme. Der Unternehmer und Apotheker Oscar Troplowitz übernahm 1890 das Unternehmen Beiersdorf und hatte die Idee für das berühmte Produkt. Die Grundlage der Creme ist bis heute der Wasser-Öl-Emulgator Eucerit, die Rezeptur hat sich seit über 100 Jahren nur geringfügig geändert. Der Name NIVEA ist übrigens aufgrund der weißen Farbe entstanden: „nix, nivis“ aus dem Lateinischen bedeutet Schnee, NIVEA ist also wörtlich übersetzt „die Schneeweiße“.

Labello

So sah der Labello 1922 aus © Beiersdorf

Es geht munter weiter mit den Erfindungen von Oscar Troplowitz: Ein Lippenpflegestift mit Drehhülsengehäuse, heute als Labello bekannt, war seine Idee. Seit 1909 gibt es die Marke, der Name leitet sich von den lateinischen Wörtern "labium" (Lippen) und "bellus" (schön) ab. Einfacher Gedanke, erfolgreiches Produkt.

Tesafilm

Die erste Verpackung des Tesafilms © tesa

Nun die vielleicht bekannteste Erfindung der Beiersdorf AG: Tesafilm. Der Beiersdorf-Kautschuk-Klebefilm entstand bei den Experimenten zum Heftpflaster und kam 1935 auf den Markt. Kurz danach gelingt es dem Mitarbeiter Hugo Kirchberg, den bis dahin eher unbeachteten Klebefilm erfolgreich zu vermarkten. Aufbewahrungsbehälter für Nahrungsmittel, zum Beispiel Kartonverpackungen, können damit gut verschlossen werden.

Übrigens: Die Erfindung des Tesafilm-Rollers im gleichen Jahr war fast der größere Hit – wer will schließlich andauernd den Anfang der Rolle suchen?! 

MRC-Röhre

Röntgengeräte – wichtig für die Medizin © rawpixel

Die Röntgenstrahlen wurden zwar von dem Würzburger Wilhelm Conrad Röntgen entdeckt, trotzdem war ein Hamburger bedeutend daran beteiligt, dass das Röntgen für die medizinische Diagnose genutzt werden konnte: Der Hamburger Glasbläser Carl Heinrich Florenz Müller baute gemeinsam mit Ärzten die erste Röntgenröhre, die Metall Rotalix Ceramic (MRC-Röhre). 

Zigarettenfilter

Hamburger Erfindung: der Filter für Zigaretten © Fabian Fauth

Rauchen ohne Filter ist eher etwas für Hartgesottene – dass es diesen gibt, haben wir der Hamburger Erfindung des Filteransetzers Max zu verdanken. Kurt A. Körber entwickelte in den 1950er Jahren den Grundstein für die heutigen Zigarettenfilter und hat damit wahrscheinlich die Schäden der ein oder anderen Lunge geringer gehalten. 

Dynamit

Explosive Erfindung © Pixabay

Der schwedische Chemiker und Initiator des Nobelpreises, Alfred Nobel, hat den explosiven Sprengstoff zwar nicht direkt in der Hansestadt erfunden, dafür aber ganz in der Nähe – in Geesthacht. Nachdem sein Haus in Stockholm bei den Experimenten mit Nitroglycerin gesprengt wurde und dabei mehrere Menschen ums Leben kamen, durfte er damit nicht mehr in Schweden experimentieren. Er kam nach Geesthacht und verband dort 1866 zum ersten Mal Nitroglycerin mit Kieselgur, dem Mehl fossiler Kieselalgen. Die Geburtsstunde des Dynamits. 

Dieser Artikel ist auf redaktioneller Ebene entstanden.

Annika Gelpke

Annika ist geborene Hamburgerin und liebt die kulturellen Highlights der Stadt. Neben ausgiebigen Museumstouren oder Theaterbesuchen erkundet sie am liebsten die Cafés und Restaurants ihrer Heimatstadt oder genießt den Ausblick aufs Wasser.