Regional, saisonal & frisch

Regional, saisonal & frisch10 schöne Wochenmärkte in Hamburg

Wir haben für euch die schönsten Hamburger Wochenmärkte besucht und uns ganz genau umgeschaut, was ihr hier bekommt. Und jetzt: ab auf den Markt – wir sagen euch, wann und wo es sich lohnt. 

Der Altbekannte

Wir eröffnen unsere Marktselektion mit einem Klassiker – dem Isemarkt. Er ist der größte Freiluftwochenmarkt in Europa, fast einen Kilometer lang und findet jeden Dienstag und Freitag statt. Er ist praktisch gelegen unter den Hochbahngleisen zwischen Eppendorfer Baum und Hoheluftbrücke und somit für Marktbesucher auch bei Schietwetter trockenen Fußes zugänglich. 

Hier gibt es wirklich alles, was man von einem guten Wochenmarkt erwartet: frische regionale Produkte, warme und kalte Stärkungen, Pflanzen und Blumen, Gewürze – und sogar einen Messerschleifer. Und das Beste: Man darf alles auch probieren!

Der mit Foodtrucks

Weniger ein Wochenmarkt, sondern vielmehr ein Buffet unter freiem Himmel, ist der Wochenmarkt am Großneumarkt, der mittwochs und samstags stattfindet. Hier gibt es zwar auch ein paar Obst- und Gemüsestände mit regionalen Produkten, aber deutlich mehr Foodtrucks, die hungrigen Angestellten aus dem Viertel, die sich nicht schon wieder hinsetzen wollen, ein leckeres, schnelles und frisch zubereitetes Mittagessen anbieten. Pierogi mit Fleisch oder in veggie, Quesadillas, Pide, Thaicurry, Suppen, eine mobile Espressobar sowie eine Pommesbude und noch ein paar andere Wägen bieten eine angenehme Vielfalt abseits der stets gut besuchten Mittagstische drumherum.

Der am Kanal

Die Blumenstände! Das ist wohl das Auffälligste an diesem wunderschön am Goldbekkanal gelegenem Markt. Es gibt mindestens fünf (darunter eine Gärtnerei, die nur selbst auf dem Feld gezogene Pflanzen verkauft) – einer schöner als der andere. 

Daneben bieten viele Händler aus dem Alten Land ihre Produkte an, es gibt französischen Senf in riesigen Steinbottichen, feine Tartes, Currywurst mit Pommes, Sauerkraut aus Holzfässern und Fischbrötchen – also alles, was das Herz begehrt. Wer sich vom Einkaufen erholen muss, kann im Marktkaffee auf der Terrasse Platz nehmen. Wer noch Energie übrig hat, geht anschließend direkt weiter zum Bummeln über den Mühlenkamp. Achtung: Samstag ist natürlich Primetime und definitiv am meisten los. 

Der in der Mitte

Unser Geheimtipp ist dieser überschaubare Nachbarschaftswochenmarkt, der am schönen Kuhmühlenteich direkt neben der Kirche St. Gertrud liegt. Direkt neben der Kirche befindet sich auch der geographische Mittelpunkt Hamburgs! Und tatsächlich gibt's hier wirklich alles, was man braucht: einen hervorragenden gelben Bäckerstand, dessen Sauerteigbrot, Butterfranz und Blechkuchen unschlagbar sind, einen sehr gut sortierten Käsewagen, einen Tierfutterstand, an dem man seinem geliebten Wuschel ein schmackhaftes Rinderohr oder vergleichbar verstörende Schmankerl kaufen kann, großartigen Spargel aus Wedel und diverse Schlachter sowie Fischhändler. Übrigens: Auf den Bänken am Ufer des Sees kann man entspannt sitzen und seinen Butterfranz verschmausen. Pluspunkt für alle Pendler, die am Kanal zur Arbeit radeln: Man kann sich mit Proviant für den Tag eindecken!

Der im Flanierviertel

Klein aber fein präsentiert sich der Spritzenplatzmarkt, aber besonders nett ist der Ökomarkt, der dort mittwochs sowie samstags stattfindet. Freundliche Biobauern aus der Region bieten Möhren in allen Farben, verrückte Kartoffelsorten und farbenfrohe Salate an. Außerdem: selbstgemachte Pestogeschichten und Oliven, mehrere Bäcker und einen tollen knallbunt dekorierten Stand, an dem diverse frisch zubereitete vegetarische und vegane Speisen verköstigt werden können.

Der im Industrielook

Kein echter Geheimtipp mehr – aber trotzdem schön – ist die Marktzeit, die im Sommer vor der Rindermarkthalle stattfindet und im Winter in der Altonaer Fabrik zu finden ist. Wer also keine Lust auf Regen beim Marktbummel hat, kann jeden Samstag bei beeindruckend industrieller Kulisse seinen Wocheneinkauf erledigen und davor, danach oder währenddessen allerlei Leckereien der kulinarischen Köpfe Hamburgs probieren und vielleicht sogar noch das ein oder andere schöne handgemachte Geschenke fürs nächste Geburtstagskind (oder sich selbst) kaufen.

Der mit Extraeinlage

Jetzt wird’s noch schöner: Der Wochenmarkt in Pöseldorf besticht durch Schönheit, Flair und eine angenehme Menge an Ständen und Besuchern. Der Stress kann zuhause oder auf einem anderen Markt sein Unwesen treiben, hier wird geschlendert, probiert und nach dem besten Angebot gesucht. Um 12 Uhr gibt es dann sogar in der St. Johanniskirche ein 30-minütiges Marktkonzert. Danach geht’s wieder ans Schlendern und Einkaufen. Hier kann man auch prima zu Mittag essen. Und dann sind da Highlights wie ein Curryimbiss, ein rein vegetarischer Stand, ein Käsehändler aus dem Allgäu und vieles mehr. Ein Besuch lohnt sich!

Der mit Tradition

Der Wochenmarkt Harburg Sand versorgt Hamburger schon sein über 400 Jahren mit einer großen Auswahl an frischem Obst, Gemüse, Gewürze, Fleisch, Fisch, Eiern, Käse, Geflügel, Blumen, Pflanzen und Kleidung – und das an sechs Tagen in der Woche. Das macht ihn zum ältesten Wochenmarkt Hamburgs. Hier kann man in Brunnennähe an ein paar Bistrotischen ein Päuschen machen und ein paar der frischen Einkäufe direkt verzehren. Hier kommt vieles aus der Umgebung und jeden Mittwoch gibt es von 15 – 18:30 Uhr den Öko-Wochenmarkt an gleicher Stelle.

Der mit Klönschnack inklusive

Dieser Markt hat nicht nur einen überraschend schönen Namen, sondern auch eine überraschend große Auswahl. Hier kommt die Nachbarschaft gemütlich zusammen und findet Zeit für Klönschnack an den Ständen. Ihr findet ein vielfältiges Angebot aus frischem Obst, Gemüse und Fleisch bis hin zu Pflanzen, Kleidung und Gewürzen. Die familiäre Stimmung ist hier das A und O. Hier sollt ihr entschleunigen und Rezeptideen austauschen. Der Markt hat freitags bis 18 Uhr auf und so kann hier auch nach der Arbeit frische Marktware mit nach Hause genommen werden.

Der mit Unterhaltungsfaktor

© Fischmarkt Hamburg

Jetzt nicht erschrecken und das Gesicht verziehen: Dieser Wochenmarkt ist zwar nichts für Anfänger, da sich hier zwischen den Ständen viele Touris und Nachteulen tummeln, um „einmal auf dem legendären Fischmarkt gewesen zu sein“. Aber abseits von diesen Besuchern muss man sagen, dass hier die Stimmung sitzt, das Angebot verführt und der eine oder andere Schnapper gemacht werden kann. Die beste Zeit vorbeizukommen ist hier in der Tat früh morgens. Da lässt sich spontan noch alles für einen leckeren Obstsalat zusammenfinden. Und dazu gibt es Oldschool Marktgeschrei vom Ale Dieter und Co.

Toni Harrendorf

Toni ist ein waschechtes Hamburger Deern. Aufgewachsen bei Schietwetter, Sonnenschein und einer steifen Brise. Für eine Weile erkundete sie die Welt und kam zum Entschluss, in Hamburg ist es doch am Schönsten. Einmal im Heimathafen angekommen, will sie hier so schnell nicht wieder weg.