RINGFREI für mehr Junggesellinenabschiede

RINGFREI für mehr JunggesellinenabschiedeEin letzter Abend in Großer Freiheit

Die Stadt der Junggesellinnenabschiede setzt jetzt noch einen drauf. Ringfrei ist bundesweit der erste Club, der seine Türen ausschließlich für Junggesellinnenabschiede öffnet. Bereits kommenden Monat soll auf der Großen Freiheit Eröffnung gefeiert werden. Doch Inhaberin Pam hat neben viel Rückenwind auch ein wenig steife Brise aus der Nachbarschaft zu spüren bekommen.

Ringfrei macht sich bereit für die Eröffnung

Sehnsuchtsort: Reeperbahn!

In kaum einer anderen Stadt tummeln sich rund um die Wochenenden so viele beschärpte Bräute und verkleidete Bräutigame in spe wie in Hamburg. Ob aus Pinneberg, Buxtehude, Winsen-Luhe oder nur Norderstedt: Regelmäßig zieht es die Glücklichen samt Entourage in Richtung Großstadt. Häufig trifft man die ersten Gruppen bereits ab 17 Uhr im Gebiet rund um die Große Freiheit, wo sie in ausgelassener Stimmung versuchen, möglichst viel Kurze und Kondome aus ihrem Bauchladen zu verkaufen.

Wo JGA-Träume in Erfüllung gehen

Was die Ladies erwartet

Hochzeit – der eine große Tag im Leben? Nicht ganz! Denn zu jeder Hochzeit gehört schließlich auch ein (vermeintlich) letzter Tag im Ausnahmezustand: der Jungesellinnenabschied! Auf genau diesen einen Abend freute sich auch Pam Decu. Da ihr Abend aber in einer kleinen Katastrophe endete, zeigt sie nun Initiative. 

Das Angebot im Ringfrei ist wirklich spektakulär: Lasst euch von sexy Strippern einen heißen Lapdance verpassen, verausgabt euch an der Karaokemaschine oder wagt euch ins hauseigene Tattoo Studio! Ringfrei für einen Abend voller Spaß! Auch für die Stunden danach findet man im Ringfrei alles, was man braucht: In Kooperation mit einem benachbarten Sexshop verkauft Inhaberin Pamela diverse Sextoys, sogar eigene Dildopartys sind in Planung. Auf der Toilette findet die verantwortungsvolle Frau natürlich auch einen Kondomautomaten. „Die Kondome haben ein eigenes Branding, das wir in Kooperation mit unserem Dosensekt-Investor aufgesetzt haben.“

Die ersten Testpersonen waren schon hellauf begeistert

Single Männer willkommen!

Mit Unterstützung von ihrem Mann Kai-Uwe, liebevoll Kuwe genannt, hat Pamela den Club zu einem stylischen Place to be für alle Brides to be gemacht; ab Eröffnung gilt hier allerdings eingeschränktes Männerverbot! Je nach Anzahl der Frauen werden ausschließlich Single-Männer dazu aufgerufen, die Ladies beim Feiern zu unterstützen. Für alle, die sich dann im Rausch die Finger verbrannt haben, bietet der Club auch direkt eine pragmatische Lösung: Direkt neben dem Ausgang findet ihr einen auf den ersten Blick handelsüblichen Postkartenständer. Ein genauerer Blick lohnt sich aber, denn hier findet ihr keine lahmen Grußformeln, sondern Visitenkarten von renommierten Hamburger Scheidungsanwälten. "Man kann ja nie wissen", sagt uns Pam schmunzelnd.

Darf natürlich nicht fehlen: ausreichend Sekt!

Pam! Ringfrei! – Unter diesem Motto feiert der erste Club nur für Junggesellinnenabschiede am 1. April das Soft-Opening.

Pam ist mittlerweile verheiratet

Ringfrei

Euer Abend auf der Großen Freiheit

Mäldesgruppen ab 5 Personen 
ab 80€ pro Person
Inkl. Dosensekt-Pyramide all night long, Schokobrunnen, Tattoo-Beratung

Auf Wunsch: Logo-Gestaltung, personalisierte Goodie Bags, Stripper, Dildoparty im Séparée, Shuttleservice zur Location und zurück 

Ausreichend Schutz wird geboten!

GO oder NO?

Während andere neue Läden und Geschäftsideen auf dem Kiez häufig mit viel Skepsis beäugt werden, ist Pam mit ihrer Idee bislang auf viel Wohlwollen in der Nachbarschaft gestoßen. In der Kultkneipe Goldstiefel ist man froh über die Entlastung. Vor allem die Toilettensituation sei häufig doch sehr schwierig gewesen. So seien die stillen Örtchen nicht ausgelegt auf Gruppen von rund zehn Frauen. Auch habe sich die Stammkundschaft durch die offenkundige Freude und das zum Teil laute Lachen belästigt gefühlt.

Nach unserem Besuch im Ringfrei treffen wir vor der Tür zwei Polizisten der Davidwache. Sie und die Kollegen aus den Notarztwagen, die stets an beiden Enden der Großen Freiheit stehen, seien froh, nun einen ersten Anhaltspunkt zu haben, sollte ihnen mal wieder eine desorientierte Brautjungfer begegnen.

Das soll das eingeschränkte Gebiet sein

Die erste Petition ist schon im Gange

Zuletzt waren immer mehr Stimmen laut geworden, die ein Verbot von JGAs auf dem Hamburger Kiez fordern. Eine erste Petition "Ihr sagt JA – wir sagen NEIN!" mit rund 3.000 Unterschriften wurde bereits eingereicht. Demnach soll in einem Radius von rund einen Kilometer rund um die Reeperbahn ein Verbot von JGAs das Gleichgewicht auf dem Kiez wiederherstellen.

Kiez ist immer noch Kiez. Mit so Sperenzchen wie Hochzeiten haben wir St. Paulianer nichts am Hut. Bräute haben hier nichts zu suchen, es sie denn sie lassen sich Flügel wachsen und werden zur Bordsteinschwalbe!

Harry, seit 35 Jahren Anwohner, Initiator von "Ihr sagt JA – wir sagen NEIN!"

Alles, was von Pams JGA übrig geblieben ist

Eine Kampfansage an alle JGA-Gegner: Wie es zu Ringfrei kam

„Die Mädels hatten sich für meinen Abend auf der Reeperbahn ein richtig tolles Programm ausgedacht, von Spielen bis hin zu einem echt sexy Stripper war alles dabei!" Doch mit ihrem Plan hat die Gruppe am besagten Abend im August 2017 keinen großen Zuspruch gefunden. 

Den ersten Dämpfer erhielt die Stimmung schon während der kurzen Fahrt im Metronon aus Winsen. Dort ist der Alkoholkonsum inzwischen verboten, das gilt auch für Junggesellinennabschiede. Trauzeugin Carina ist noch immer enttäuscht, dass vom Bahnpersonal so wenig Kulanz gezeigt wurde. 

Diesen Tag hat man nur einmal im Leben, da darf man doch wohl mal ein bisschen Spaß haben!

Carina, Pams Trauzeugin

Nirgends Akzeptanz

Auch in Hamburg ging es nicht so weiter, wie Carina und die anderen Frauen sich den Tag für ihre Pamela vorgestellt hatten. Das Problem fing schon während der Planung des JGAs an: Einzig einen Backkurs hat die Gruppe organisiert bekommen, einen Tisch in einem Restaurant in Kiez-Nähe sowie eine Bar mit Platz für 16 Junggesellinnen? Fehlanzeige! 

Also hieß es dann: spontan sein! Nach Ende des Cake-Pop-Kurses um 18:30 Uhr war die Reeperbahn immer noch wie leergefegt, Gastronomen schienen geradezu genervt von der heiteren Gruppe und auch von den Passanten wollte niemand den Frauen einen Kurzen abkaufen. Jemand wies die Gruppe daraufhin, dass man zu dem Preis am Kiosk auch ein 5,0 bekomme. 

Dominic Marrimi

Die JGAs von heute

Weddinplanner Dominic Marrimi kennt die Probleme seiner Kunden und hört immer öfter, dass die Bereitschaft der Partizipation immer geringer werde. Inzwischen feiere man Junggesellenabschied sogar schon eher abgeschieden in einer Finca auf Mallorca, so Marrimi. Finanziell sei das allerdings für viele seiner Kunden eine Herausforderung. Es sei in Vergessenheit geraten, dass der Junggesellenabschied ursprünglich dazu gedacht war, Geld für die Hochzeitsfeier zu sammeln. „Ich erlebe immer mehr JGAs, deren Ausmaße alle Beteiligten in finanzielle Bredouille bringen. Mal eben 50€ für einen Backkurs, 10€ für personalisierte T-Shirts, Kosten für die An- und Abreise und natürlich den Alkohol – das läppert sich.“ Eher traditionelle Junggesellinnenabschiede, wie der von Pamela seien zwar keine Ausnahme, stoßen aber auf immer mehr Widerstand.

Pams Mann Kuwe findet es schade, dass diese Traditionen für viele, besonders Großstädter, immer weniger Bedeutung zu haben scheinen. Es sei schade, dass man an Ereignissen, die für andere so wichtig sind, so wenig Anteil nehme, sagt Kuwe.

Pams Mann Kai-Uwe unterstützt sie, wo er nur kann

Ringfrei für Pam!

Diesem Trend will Pam nun die Stirn bieten und eröffnet für alle feierwütigen Bräute in Hamburg den bundesweit ersten Club ausschließlich für Junggesellinnenabschiede. Bereits kommenden Monat soll auf der Großen Freiheit offizielle Eröffnung gefeiert werden. Der Name des Clubs ist eine Kampfansage an alle JGA-Gegner: „Ringfrei“. 

„Ringfrei“ ist gleichzeitig Name und Motto meines Clubs, sagt Pamela. „Und das Angebot lässt garantiert die Herzen aller Bräute und ihrer Trauzeuginnen höherschlagen!“ Wem das Rahmenprogramm nicht zu einem erhöhten Puls verhilft, der kann sich an der Bar den einen oder anderen Prosecco genehmigen, denn Pamela verrät uns: „Wir hatten wahnsinniges Glück und konnten einen renommierten Dosensekt-Hersteller als Investor gewinnen, mehr darf ich leider noch nicht kommunizieren. Auf die Ladys wird aber die ein oder andere prickelnde Aktion warten!“

Mit meinem Club RINGFREI möchte ich all den tollen Bräuten und ihren Ladys einen Abend ermöglichen, den sie nie vergessen werden!

Pam bleibt standhaft

Das Logo? Sitzt!

Dieser Artikel ist in Kooperation mit dem 1. April entstanden. 

Redaktion