Ruhe in der Adventszeit

Ruhe in der Adventszeit10 Orte zum Runterkommen

Die Adventszeit ist hier; das Fest der Nächstenliebe rückt immer näher, und wir befinden uns im absoluten Vorweihnachtsstress. Anstatt unsere Tage in Ruhe und Besinnlichkeit mit Freunden, Familie und uns selbst zu verbringen, haben wir wahnsinnig viel um die Wichtelohren: Geschenke müssen besorgt, die Wohnung geschmückt, Glühwein getrunken werden. Und die Stille… ja, die Stille ist in all dem Trubel irgendwie verloren gegangen. Doch keine Sorge - an diesen zehn Orten holen wir sie uns zurück.

Schon gewusst?

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt!

Das Herzstück des Advents ist ein echtes Hamburger Urgestein – im 19. Jahrhundert erfand Theologe Hinrich Wichern bei uns an der Elbe nämlich den berühmten Adventskranz. 

Psst.

Stockfoto

Pst – von diesem Geheimtipp wollen wir nicht mehr als nur flüstern. Eine leise Antwort auf die lärmende Hektik der Metropole findet ihr paradoxerweise am wohl wuseligsten Ort der Hansestadt. Der Raum der Stille hat sich mitten im Hamburger Hauptbahnhof eine Heimat freigeschaufelt, und verteidigt diese vehement gegen die Unruhe seiner schrillen Umwelt. Hinter den lärmgeschützten Wänden der Bahnhofsunterführung versteckt sich ein Ort, am dem ihr Innehalten, meditieren, und die Gedanken sortieren könnt. Dabei spielt es keine Rolle, ob und wenn ja welcher Religion ihr angehört. Wichtig ist nur, dass ihr die Stille wahrt, sie vielleicht auch umarmt, und ihr dann versichert, dass ihr sie gerade jetzt, im Monat der Besinnlichkeit, mit aller Kraft beschützen werdet.

Eintritt ins Märchenland

© Cristina Lopez

© Cristina Lopez

Im nördlichsten Winkel der Stadt, an der Grenze zu Schleswig-Holstein, versteckt sich eine pittoreske Märchenlandschaft, die uns mit ihrer Unberührtheit, Idylle und mystischen Atmosphäre den frostigen Atem raubt. Das Wittmoor ist eines der letzten Hochmoore Hamburgs. Knorrige Birkenstümpfe, verschlungene Wanderwege und weitläufige Seelandschaften verzaubern unsere naturverbundenen Herzen hier mit ihrer bukolischen Schönheit. Gerade jetzt, in der Adventszeit, bietet euch das verwunschene Naturschutzgebiet eine echte Auszeit vom allgegenwärtigen Stadttrubel. Mummelt euch in eure dicksten Wollpullis, sucht euch euren Weg durch Wiesen, Weiden und Wälder, und zelebriert die Vorweihnachtszeit – in all ihrer Fülle.

Oh Tannenbaum, Oh Tannenbaum!

Stockfoto

Weihnachten rückt immer näher und bald wird es auch wieder Zeit, das prächtige Grün im Wohnzimmer festlich zu schmücken. Für gewöhnlich besorgen wir unsere Bäume auf dem nächstgelegenen Weihnachtsmarkt, doch in diesem Jahr haben wir keine Lust, uns auf dem Weg nach Hause mit einer riesigen Tanne durch die Massen an angeheiterten Weihnachtsmännern und rotnasigen Wichteln zu bugsieren. Stattdessen begeben wir uns zum Gut Schnoenau im Hamburger Umland. Hier findet ihr eine riesige Auswahl an schnieken Nordmanntannen, die es kaum abwarten können, bei euch ein neues Zuhause zu finden. Im Anschluss an die harte Arbeit könnt ihr euch in den geschützten Räumen des alten Fachwerkhauses an einem heißen Kakao oder Glühwein aufwärmen. Ein Wochenendausflug ganz nach unserem Geschmack.

Den Stress ausschwitzen

© The Cottage Sauna Ahrensburg

Wenn die Welt kalt, dunkel und ungemütlich wird, dann sehnen wir uns einmal mehr nach Wärme und Behaglichkeit. Mit der Cottage Sauna haben wir ein wahres Idyll an den Toren der Stadt gefunden. In lauschiger, erholsamer Atmosphäre könnt ihr hier, zwischen Wasser, Dampf und Hitze, all den Stress ausschwitzen, der euch für gewöhnlich durch die Weihnachtszeit treibt. Gebrutzelt wird in vier verschiedenen Saunen, geschwommen in einem ruhigen Schwimmbad. Im Anschluss an die schweißtreibende Katharsis könnt ihr glückselig und tiefenentspannt im wohlig-warmen Kaminzimmer relaxen. Einen schöneren Ausflug für das kommende Adventswochenende? Gibt es wohl kaum.

Kaffee, Kuchen, und Kaminfeuer

Stockfoto

Brr, ist das kalt geworden! Es gibt im Winter wohl kaum etwas Gemütlicheres und Erholsameres, als eingemummelt in einen wolligen Pullover in einem atmosphärischen Café zu sitzen, ein gutes Buch zu lesen, und heißen Kakao zu schlürfen. Doch so schön unsere liebsten Kaffeeplätzchen in der Schanze, Ottensen und St. Pauli auch sind – oft herrscht hier unheimlich viel Betrieb; es ist proppenvoll und unruhig. Deshalb schnuppern wir diesen Dezember lieber etwas Landluft, suchen ein Hofcafé auf, und genießen die Abgeschiedenheit der stadtfernen Natur. Im Hof Neun Linden am Billwerder Billdeich sitzt ihr im Winter am prasselnden Kaminfeuer und genießt hausgebackenen Kuchen. Eine wahre Auszeit vom kräftezerrenden Vorweihnachtsstress.

Hamburgs höchster Gipfel

Stockfoto

Wir kennen sie alle: Die berühmten Postkartenbilder, auf denen in hochaufgelöster Pracht eine unberührte Schneelandschaft in der winterlichen Morgensonne glitzert, eine verwunschene Holzhütte ein wärmendes Kaminfeuer verspricht, und der Dezember in seinem allerschönsten Licht erstrahlt. Hamburgs Berge sind vielleicht nicht ganz so eindrucksvoll wie besagte Ansichtskarten - das höchste Exemplar, der Hasselbrack, ist nur bescheidene 116 Meter hoch – doch ein Tagesausflug durch die unverfälschte Natur der Lüneburger Heide lohnt sich allemal. Und wer weiß, vielleicht habt ihr sogar Glück, und es liegt etwas Schnee, der die verlassenen Wälder des Hamburger Südens in eine traumhafte Märchenlandschaft verwandelt. Dann heißt es: Schlitten rausholen, Schneehosen anziehen, und rodeln gehen!

In der Weihnachtsbäckerei

© Henk und Henri

„In der Weihnachtsbäckerei, gibt es manche Leckerei…“ Henk und Henri ist die wohl zuckersüßeste Keksmanufaktur der Stadt. In liebevoller Hingabe werden Hamburgs Schleckermäuler hier, im schönen Eppendorf, nun bereits seit einigen Jahren mit hausgebackenem Blechkuchen, bunten Plätzchen und frisch geröstetem Kaffee verwöhnt. Jetzt in der Adventszeit wollen die Backspezialisten aus dem Lehmweg ihre Leidenschaft an uns weitergeben. In vernaschten Plätzchenkursen verwandeln sie ihr kleines Reich deshalb in eine waschechte Weihnachtsbäckerei und führen uns in die Kunst des Kekse-backens, -füllens und -verzierens ein. Stiefelt ins Schlaraffenland, und vergesst eure Schürzen nicht. Denn ihr wisst: „Zwischen Mehl und Milch, macht so mancher Knilch, eine riesengroße Kleckerei.“

Der Sturm in euren Köpfen

© Philip Pop

© Philip Pop

Wir können noch so viele abgeschiedene Orte aufsuchen und Stunden am prasselnden Kaminfeuer verbringen, die Stille werden wir nur finden, wenn sie auch in uns lebendig ist. Zum Glück haben wir das Vipassana Meditationszentrum zwischen Eimsbüttel und Schanze für uns entdeckt. In wöchentlichen Kursen lernt ihr hier, den Sturm in euren Köpfen zu besänftigen, zurück zum Wesentlichen zu finden, und ganz im Moment zu leben. Meditieren klärt den Geist & entspannt den Körper. Und die freundlichen Gesichter, denen ihr hier zweifellos begegnen werdet, zaubern selbst dem größten Griesgram ein Lächeln auf die Lippen. Genau das, wonach wir uns diesen Dezember sehnen.

Once upon a time

© Sinje Hasheider

Die Weihnachtszeit ist auch eine Zeit des Geschichtenerzählens – in der man in vertrauter Runde zusammensitzt, in Erinnerungen schwelgt, vielleicht das Jahr Revue passieren lässt. So sehr wir es auch lieben, mit Freunden und Familie über alte Missgeschicke und glückliche Tage zu lachen, bisweilen reizt es uns ganz besonders, mal etwas anderem als den immer gleichen Anekdoten zu lauschen. Deshalb haben wir das Museum für Hamburger Geschichtchen in der alten Millerntorwache ausfindig gemacht. In kuscheliger Atmosphäre erzählen Hamburger Urgesteine hier von ihrem Leben in der Hansestadt. Die große Sturmflut, die wilden Achtundsechziger, und der Kampf um die Hafenstraße sind dabei genauso Thema wie große und kleine Familiengeheimnisse, gute Witze, und herzzerreisende Romanzen.

Eine Reise durch die Stille

© Jens Schulz

© Dialoghaus GmbH

© Dialoghaus GmbH

Was Stille in ihrer tiefsten, allumfassendsten Form bedeutet, das werden wir wohl nie ganz begreifen können – doch einen kleinen Eindruck davon gewinnen, das können wir schon. Der Dialog im Stillen entführt euch in der Hamburger Speicherstadt auf eine sechzigminütige Reise durch die Welt der Geräuschlosigkeit, in der ihr mit den Händen spricht, und den Augen hört. Der faszinierende Einblick in den Alltag gehörloser Menschen ist ein ganz besonderes Erlebnis, mit dem die Initiatoren Berührungsängste abbauen, Toleranz und Offenheit stärken und Austausch fördern möchten. Unserem Wunsch nach Ruhe, den wir diesen Dezember so stark wie nur selten verspüren, gibt der Dialog im Stillen eine ganz neue Bedeutung. 

Dieser Beitrag ist auf redaktioneller Ebene entstanden.

Tabitha Wedemann

Nachdem Tabitha die letzten sieben Monate durch die Weltgeschichte gereist ist, hat sie jetzt ihren Weg zurück nach Hamburg gefunden, um ihrer Leidenschaft fürs Schreiben nachzugehen. Wenn sie nicht gerade in Cafés sitzt, Gedichte verfasst oder über Festivals tanzt, erkundet sie am liebsten all die besonderen Ecken ihrer Heimatstadt!