Savoir-vivre in Hamburg

Savoir-vivre in Hamburg9 Tipps für die französische Lebensart

Savoir-vivre - verstehen, zu leben: Das ist der Inbegriff französischer Lebenskunst. Wir bewundern die Franzosen für ihre gute Küche, Konditorei und Mode. In Hamburg verstecken sich viele Exil-Franzosen, die uns ein bisschen Frankreich in die Hansestadt gebracht haben. Et volià: 

Großartiges Petit Déjeuner

Mitten in Winterhude, nur ein paar Schritte von der Alster entfernt, versteckt sich ein kleines, klassisches Bistro ganz im französischen Stil. Die Inhaberin Agnès Brinker ist geborene Französin, lebt aber bereits seit 20 Jahren in unserer schönen Stadt. Großes Thema: die hausgemachten Tartes, die jeden Tag frisch zubereitet werden. Außerdem heißgeliebt: der Morgen im Par Ici! Wenn wir noch in unseren Betten schlummern, werden hier bereits Baguettes, Croissants, Chocolatines, Brioches und vieles mehr gebacken, die später dort auf uns warten. Besonders freuen wir uns auf ein Petit Déjeuner auf der kleinen Terrasse des Cafés mit den ersten Sonnenstrahlen des Tages.

 

Die besten Croissants der Stadt

"Die Croissants sind hier sogar besser als in Paris!" - das haben sogar schon echte Franzosen gesagt. Der Duft, der uns bereits in der Tür empfängt, ist schon mal himmlisch. Original französisch sind hier nicht nur die unverschämt leckeren Tartelettes, sondern auch Chef Pierre Ouvrarad. Mit einem herzlichen "Bonjour" begrüßt er die Gäste direkt im Laden, denn obwohl er schon seit vielen Jahren in Hamburg lebt, spricht er lieber français als deutsch. Wir sind auf jeden Fall froh, dass ihn sein Weg nach Hamburg geführt hat und er die französische Konditorkunst mitgebracht hat.

Speisen wie Gott in Frankreich

Wie Gott in Frankreich – so können sich alle Hamburger seit 1993 in Jacques Lemerciers Brasserie fühlen. Nicht nur die französische Kochkunst ist überzeugend, sondern auch die typische Bistro-Atmosphäre, die jedem Abendessen eine romantische Stimmung verleiht. Die Einladung zu einer kulinarischen Reise durch Frankreich solltet ihr auf jeden Fall annehmen. Was empfiehlt der Chef denn heute? Onglet à l'échalote und Fisch auf Couscous. Gut klingen tut es schonmal, eine reguläre Speisekarte gibt es übrigens auch. Das kleine Restaurant beherbergt im Hauptraum nur 40 Personen, ihr solltet also besser an eine Reservierung denken.

Kleines Glück für Feinschmecker

Stockfoto

Die "beste Länderküche in Deutschland" haben wir ebenfalls in der Neustadt gefunden. Zumindest sagen das mehrere Auszeichnungen, unter anderem der Guide Michelin und Feinschmecker. Gehobene Speisen und verlesene Weine gehören im Petit Bonheur zum Standard. "Kleines Glück" heißt der Name des Restaurants übrigens übersetzt – seit 2012 macht es Hamburger mit feinem Gaumen glücklich. Uns gefällt übrigens nicht nur die Speise- und Weinkarte, sondern auch das romantische Interieur: dunkelrote Farbe an den Wänden, indirektes Licht und goldene Kronleuchter. Eben echt französisch!

Plus de vin, s'il vous plaît!

© Maison Taris

Zum Käse braucht ein echter Franzose natürlich den passenden Wein! "Der Franzose" heißt eigentlich Axel Taris und hat sich mit dem eigenen Weinladen in Schnelsen einen Traum verwirklicht. Besonders süß finden wir seinen französischen Akzent, aber nun zurück zum Wein: Viele der Winzer, mit denen Axel Taris zusammenarbeitet, kennt er persönlich. Ihr werdet einige Tage brauchen, um euch durch das gesamte Weinsortiment des Maison Taris durchzuprobieren. Nachhilfe geben Weinseminare mit dem Chef persönlich. Wir machen uns jetzt erstmal auf die Suche nach einem guten Roten – und ihr?

Macarons zum Dahinschmelzen

Die süßesten Macarons der Stadt! Entdeckt haben wir die bunte, kleinen Köstlichkeiten im schönen Ottensen bei Jö Makrönchen. Übrigens ist Jö schweizerdeutsch und heißt süß - das wussten wir bis jetzt auch nicht. Streng genommen, sind die Macarons also Schweizer, keine Franzosen. Allerdings spricht man in einigen Regionen der Schweiz ja auch französisch, also gilt das wohl irgendwie schon. Im Ladencafé könnt ihr in der offenen Backstube zusehen, wie die süßen Teile hergestellt werden. Dazu ein starker Espresso - schön ist das Leben!

Beschwingt durchs Leben

Stockfoto

Caroline Lacaze ist die Stimme von "Les Benoîts". Die in Hamburg lebende Französin strahlt in Begleitung ihres Trio aus Gitarre, Geige und Kontrabass, egal auf welcher Bühne wir sie treffen. Sie treten auf in Clubs und auf Festivals, oft findet man sie aber auch auf Märkten oder Plätzen als einfache Straßenmusiker. Zuletzt haben wir sie noch auf dem Goldbekmarkt gesehen, wie immer umringt von einer kleinen Menschentraube, die entzückt lächelnd der beschwingten Musik folgte. Die französischen Chansons im Swing-Stil verbreiten in der ganzen Stadt gute Stimmung, ob bei Hamburger Schietwetter oder französischem Sonnenschein.

Die französische Käsegilde in Hamburg

Ein Mitglied der französischen Käsegilde findet ihr im vierten Stock des Alsterhauses. Kein Scherz, Hannelore Nägele ist bereits ihr halbes Leben lang Käse-Expertin am Jungfernstieg, genauer gesagt seit 1986. Circa 130 Rohmilchkäsesorten gehören zum erlesenen Sortiment von Hamburgs bester Käsetheke – junger Gouda und Tilsiter sind übrigens nicht dabei. Zu jedem Käse in der Theke kann sie euch die Details nennen. Besonders gerne verkauft sie Sorten von kleinen Produzenten mit ursprünglichem handwerklichen Können. Käse ist eben nicht gleich Käse – das werdet ihr spätestens nach einem Besuch im vierten Stock des Alsterhauses wissen.

Boßeln? In Frankreich heißt es Boule

Das Boule-Spiel ist in der französischen Gesellschaft tief verankert. Seit Jahrhunderten treffen sich Menschen aller Altersgruppen zu diesem Freizeitsport in Parks und auf extra angelegten Boule-Flächen. Sogar in Hamburg ist die französische Freizeitbeschäftigung als echte Sportart angekommen, seit 2016 sogar ansässig in der HafenCity. Die Jungens und Deerns des Hamburger Boule Club spielen bereits in der zweihöchsten Liga des Petanque Verbandes Nord.

Wie spielt man Boule? Korrekt ist es übrigens so: Pétanque ist die Freizeitbeschäftigung, Boule die Sportart. Es spielen mindestens zwei Spieler gegeneinander und maximal vier. Ziel ist es, mit der eigenen Kugel möglichst nah an die kleine Zielkugel zu gelangen. Das Wegschießen von gegnerischen Kugeln ist übrigens erlaubt. Wessen Kugel näher am Ziel liegt, bekommt einen Punkt. Vielleicht das nächste Mal am Elbstrand?

Carolin Simon

Unsere kleine Weltenbummlerin Caro hat den Weg zurück in die Heimat gefunden und ist ab jetzt auf Entdeckertour in Hamburg unterwegs. Sie liebt den Hamburger Hafen und ist immer auf der Suche nach schönen Märkten und neuen Food Ideen.