Schau.Spiel.Platz.

Schau.Spiel.Platz.Die mobile Gerüstinstallation in den Zinnwerken

Der September in den Wilhelmsburger Zinnwerken wird zum Schau.Spiel.Platz.! Das kreative Grafikdesign-Duo morgen. nimmt einen Monat lang das Gelände in Anspruch und gestaltet vom 1. September bis zum 1. Oktober mit einer Installation vor Ort einen ganz besonderen Freiraum in einen spannenden Spielraum um.

Die Sonne strahlt

Eine interaktive Plattform in Wilhelmsburg

Martha Starke und Beate Kapfenberger sind die Köpfe von morgen.! Und das im doppelten Sinne: Mit ihrer Kommunikationsdesignagentur sitzen sie an innovativen Ideen rund um clevere Gestaltung. Ihr neuster Coup: die begehbare Installation Schau.Spiel.Platz. In den Wilhelmsburger Zinnwerken haben sie einen Ort gefunden, den sie einen Monat lang als Plattform öffnen – und zwar für alle! Egal ob Kunst, Musik, Diskussionen, Lesungen, Workshops, Genuss, Sport und vieles mehr – in diesem Monat tobt sich Hamburgs Kulturszene in den Wilhelmsburger Zinnwerken aus. 

Auch der Außenbereich wird zum Schau.Spiel.Platz.

Die Frauen von morgen.

Als wir Beate und Martha in den Wilhelmsburger Zinnwerken treffen, wo sie seit September 2016 ihr festes Büro und kreativen Arbeitsplatz haben, sind die Zinnwerke von der besten Hamburger Sonne in Szene gesetzt. Nur die beiden Grafikdesignerinnen strahlen noch mehr als das Wetter – und das obwohl sie in den letzten Zügen ihres Projektes Schau.Spiel.Platz. sitzen. Ab dem 1. September wird der Ort zu einem kreativen Spielraum für kreative Ideen, Events und allerlei Meinungen. 

Seitdem beide 2014 ihren Master an der HAW begonnen haben, ist das eingespielte Duo ein starkes Team. Seit knapp einem Jahr nennen sie die Wilhelmsburger Zinnwerke ihren Arbeitsplatz und haben sich nicht nur in den Räumlichkeiten und auf dem Gelände perfekt eingearbeitet, sondern auch den Stadtteil richtig ins Herz geschlossen. 

Martha und Beate inmitten ihrer Installation

Die mobile Gerüstinstallation

Beate und Martha haben einen Ort zum Spielen gesucht und ihn in den Wilhelmsburger Zinnwerken gefunden. Gemeinsam entwickelten die beiden Grafikdesignstudentinnen als Kommunikationsdesignteam die begehbare Installation, die sie liebevoll "Schau.Spiel.Platz." getauft haben: Ausgediente Gerüste, die zuvor auf einer Werft im Harburger Binnenhafen standen, werden zur Bühne, Tribüne, Entspannungszone oder Kocharena – je nach Veranstaltung. Entstanden sind so drei mobile Installationen, die draußen und drinnen einsetzbar sind – u.a. als Tribüne oder Sitzgelegenheiten– und ein fester Bestandteil des Festmonats werden. 

Hier wird noch fleißig getüftelt!

Der Schau.Spiel.Platz. kann alles sein

Wie es am Ende wohl aussehen wird?

Das Eröffnungswochenende

Monatelang glühten die Sägen und die Metallspäne flogen, sodass die ausgeklügelte Aktion am 1. und 2. September endlich starten kann! Am Freitag geht es ab 19 Uhr los mit einem Abend voller Überraschungen. Aber so viel können wir schon verraten: Oakleaf wird euch mit beeindruckender Stelzenkunst verzaubern und der Multiinstrumentalist Sven Kacirek und das »FITOrchester« wird das musikalische Potential der Gerüstteile auschecken. Selbstverständlich werden auch die beiden Künstlerinnen anwesend sein und die Chance nutzen, sich bei allen Unterstützern zu bedanken. 

Am 2. September findet mit Kanal&Liebe von 12 bis 12 ein (hoffentlich) sonnenreiches Sommerfest auf dem Gelände statt. Workshops, Konzerte, Lesungen und Kulinarisches machen dieses Samstagsevent zum absoluten Place to be für alle Kanalliebhaber und solche, die es mal werden wollen.

Der Kanal verbreitet Liebe

Die Wilhelmsburger Zinnwerke

Die Zinnwerke Am Veringhof 7 bestehen heute aus dem ehemaligen Maschinengebäude mit 800 m2 Bürofläche, 2 Hallen mit insgesamt 2.800 m2 und einem 7.000 m2 großen idyllischen Garten- und Freigelände. Sie wurden 1903 gebaut und waren bis zum Produktionsstopp im Jahre 1962 mit einer jährlichen Kapazität von 25.000 Tonnen Kupfer eine der wichtigsten Kupferhütten Deutschlands.

1963 wurden die Zinnwerke von Aurubis übernommen, ab 1966 jedoch nur noch als Schnittholzlager der Firma Rüppel & Co genutzt. 1975 erfolgte ein Umbau des ehemaligen Maschinenhauses für Büro- und Sozialräume zur Nutzung durch die Rohrfabrik Europlast GmbH. 10 Jahre später wurden weitere Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen für den Betrieb der HAB – Hamburger Arbeit Beschäftigunggesellschaft mbH durchgeführt. Was 2017 von den Wilhelmsburger Zinnwerken noch übrig geblieben ist, sind die beiden leerstehenden Lagerhallen (die ehemalige Elektrolyse), dem ehemaligen Maschinengebäude (in dem die Hirn und Wanst GmbH Hauptmieter ist) sowie die ehemalige Mischzinnhütte auf der anderen Kanalseite, die jeder Wilhelmsburger nur als „Soulkitchen“ kennt.

Im Maschinengebäude ist in den letzten Jahren unter der Leitung der Produktionsfirma Hirn und Wanst GmbH ein Kreativwirtschaftszentrum mit Ateliers, Büros und Werkstätten sowie einem großem Coworking-Bereich entstanden. Insgesamt sind hier 45 MieterInnen verortet – von BildhauerInnen über FilmemacherInnen bis hin zu GrafikerInnen, DesignerInnen, Illustratorinnen, 3D-GestalterInnen und einem Tattoo-Studio. Diese Arbeitsplätze wurden aus dem Viertel heraus und ganz ohne institutionelle Förderung entwickelt. 

Viele von euch kennen die Wilhelmsburger Zinnwerke sicherlich vom zauberhaften Flohmark, dem FlohZinn, der seit 2014 stattfindet. Der Kulturflohmarkt findet jeden ersten Sonntag im Monat statt. Ihr findet hier untergegangene Vinylschätze, bunte Kuriositäten, entstaubte Klassiker und schräge Schnäppchen. Dazu gibt es Livemusik vom Feinsten, kulinarische Leckereien der besonderen Art sowie warme Getränke und Kuchen von der Kaffeeklappe.

Aktuelle Lage: 
2013 sollten die Zinnwerke abgerissen werden, um am Veringkanal eine riesige Lagerhalle für die Staatsoper zu errichten. Dank der großen Proteste aus dem Stadtteil und Unterstützung seitens der Politik konnte der Senatsbeschluss zurückgenommen werden. Doch obwohl die Zinnwerke wie im Hamburger Koalitionsvertrag formuliert „nachhaltige und positive Impulse für die Quartiersentwicklung“ schaffen würden und dadurch die ebenfalls im Koalitionsvertrag geforderte „Entwicklung der Bereiche am Veringkanal zum Kulturprojekt KulturKanal unterstützt“ werden würde, ist die Entwicklung seither ins Stocken geraten. Der bestehende Mietvertrag lässt keine langfristige Entwicklung zu. 

Ein Monat für alle

Neben dem fulminanten Eröffnungswochenende erwarten euch den ganzen Monat aber auch zahlreiche andere tolle Aktionen. Beim Mode.Spiel.Platz. (8.-10. September) steht faire Mode und Nachhaltigkeit im Vordergrund, beim Genuss.Spiel.Platz. (22. & 23. September) rufen die Foodies der Stadt an den gedeckten Tisch und während des Schau.Kino.Platz. (7.-17. September) flimmert beim Open Air Kino Zinnema jeden Abend ein anderer Film über die Leinwand. Für alle Events wird die mobile Gerüstinstallation auf verschiedene Weisen eingesetzt und die Zinnwerke für jeden geöffnet! Wir halten euch darüber natürlich auf dem Laufenden. 

So schön ist es rund im die Zinnwerke!

Ein Projekt, das den Stadtteil sprechen lässt

Nachdem uns Beate und Martha einmal über das gesamte Gelände geführt haben und wir auf dem Schau.Spiel.Platz. schon einmal sitzen, klettern und stehen durften, sind wir ganz begeistert von der Vision, die die beiden Kreativen nicht nur für die Zinnwerke, sondern auch für Wilhelmsburg haben. Mit dem Projekt bringen sie nicht nur Wilhelmsburger mit dem Rest der Stadt auf eine spannende Art und Weise zueinander, sondern schaffen auch ein Bewusstsein für einen neuen kreativen Hotspot der Stadt, der schon jetzt Diversität, Kreativität und Gemeinschaft fördert. Sie testen mit ihrem Projekt, was in Zukunft Am Veringhof 7 alles möglich sein kann. Ein Ideenaustausch, von dem jeder profitiert und an dem jeder beteiligt sein darf. 

Cristina Lopez 

Merle Hagelüken

Merle ist ein absolutes Nordlicht: Aufgewachsen an der Ostsee geht sie mittlerweile in Hamburg auf Entdeckungstour. Sie liebt den Hafen, das Wasser und findet in jeder Ecke das Besondere!