Sharing is Caring

Sharing is CaringTauschkühlschränke in Hamburg

Na, heute morgen wieder mal eine braune Banane weggeworfen? Das muss nicht sein! Denn in Hamburg gibt es 16 Tauschstationen von foodsharing, die dafür sorgen, dass unsere Lebensmittel nicht mehr unnötig im Mülleimer landen.

Lebensmittelverschwendung ist ein großes Thema – nicht nur in Deutschland, sondern auch in unserer schönen Hansestadt. Im Schnitt wirft jeder Mensch in Deutschland jährlich rund 80 Kilogramm an Lebensmitteln in den Müll. Und dabei müssen wir uns wohl alle an die eigene Nase fassen. Denn wir kennen das: Man kauft manchmal mehr ein, als man tatsächlich in einer Woche verbrauchen kann. Genau für das Problem gibt es eine richtig coole Lösung in Hamburg: Tauschkühlschränke!

An diesen "Fair-Teiler"-Stationen können überschüssige Lebensmittel abgegeben und abgeholt werden. Das Prinzip ist dabei ziemlich einfach: Lebensmittel, die noch essbar sind und man nicht mehr braucht, können hier abgelegt werden. Jeder kann sich dann das herausnehmen, auf das er gerade Hunger hat oder noch für ein Essen als Zutat braucht.

In Deutschland gibt's mittlerweile 100 dieser Stationen – in Hamburg inzwischen 16! Die neueste Tauschstation gibt es übrigens seit ein paar Monaten in Winterhude. Auf dem Innenhof des Goldbekhauses stehen zwei Kühlschränke mit Lebensmitteln. Einen Schrank für Brot und Brötchen gibt es auch sowie ein Bücherregal – hier wird eben fast alles getauscht! Damit das alles funktioniert, kommt es auf die richtige Unterstützung an. Die kommt in diesem Fall von dem Kulturzentrum am Goldbekhaus, denn sie versorgen die Kühlschränke mit Strom.

Damit der Lebensmitteltausch auch klappt, gibt es sogenannte ehrenamtliche "Foodsaver", die dafür sorgen, dass die öffentlichen Kühlschränke sauber sind und gereinigt werden. Und bei der Tauschaktion machen nicht nur Privatpersonen mit! Die Foodsaver sammeln regelmäßig übrig gebliebene Lebensmittel aus Läden und Betrieben ein. So landen in den Kühlschränken am Goldbekhaus häufig auch Lebensmittel von nahegelegenen Märkten, Gastronomie- oder Handelsbetrieben wie Bio Company oder Kaufland.

Man darf aber natürlich nicht alles abgeben: Das Mindesthaltbarkeitsdatum darf abgelaufen sein, das Verbrauchsdatum allerdings nicht. Denn leicht verderbliche Lebensmittel wie rohes Fleisch oder Fisch, die mit dem Zusatz "zu verbrauchen bis" gekennzeichnet sind, dürfen nicht weitergegeben werden. Denn hier können sich schnell Keime und Bakterien bilden, die gesundheitsschädigend sind. So darf alles mit Hackfleisch oder rohen Eiern auch nicht getauscht werden. Gerichte, die mit Sahne gemacht werden, wechseln nur gekühlt den Besitzer. Generell gilt: Schrumpelig ist OK, verdorben natürlich nicht!

Und was gibt's in den Tausch-Kühlschränken?

Über die Homepage foodsharing.de bekommt man immer alle News zu den Standorten der Lebensmittel-Tauschstationen und was es dort zu holen gibt. Hier tauscht man sich auch über die Sauberkeit oder neue Lieferungen an den Stationen aus. Und die Tauschkühlschränke kommen echt gut an: Die Facebook-Gruppe "foodsharing in Hamburg" hat bereits über 7.700 Mitglieder. Dabei gibt es nicht nur die öffentlichen Standorte: Regelmäßig bieten auch Hamburger ihre Wohnungen an, um zu einer bestimmten Zeit Lebensmittel tauschen zu können. Eben ganz nach dem Motto: Sharing is caring…

Ihr wollt wissen, wo die nächste Lebensmittel-Tauschststation ist?

Tinka Rebhan

Aufgewachsen in der Lüneburger Heide ist Tinka seit fünf Jahren "nordish by heart" und das schlägt ziemlich laut für die Schiffe, das Meer und den Hafen. Dabei erkundet Tinka die Stadt besonders gerne mit ihrem Rad und ist dabei immer auf der Suche nach noch unentdeckten Ecken Hamburgs.