Sprung in Hamburgs Vergangenheit

Sprung in Hamburgs VergangenheitFoto-Vergleich: So hat sich die Stadt verändert

Mensch, Hamburg! Du hast dich aber verändert. Die Historischen Museen Hamburg haben uns auf eine besondere Tour durch die Stadt geschickt. Mit sieben historischen Fotos im Gepäck haben wir den Vergleich gewagt: Was ist in Hamburg in den letzten 100 Jahren eigentlich alles so passiert? Wir haben den heutigen Blick auf die Orte für die Zukunft fotografisch festgehalten.

Die Stadt aus einer neuen Perspektive

Man lernt eine Stadt erst richtig kennen, wenn man sich ihrer Vergangenheit bewusst wird. Soweit die Theorie. Wir wollten einen Vergleich wagen: Wie hat sich Hamburg in den letzten 100 Jahren verändert? Wie ist das Hamburg wie wir es heute kennen eigentlich entstanden?

Die Historischen Museen Hamburg waren uns dabei eine große Hilfe. Aus ihrem Archiv haben sie uns sieben Fotos von markanten Hamburger Ecken zur Verfügung gestellt und uns damit auf einer Zeitreise durch unsere eigene Stadt geschickt. 

Blick auf den Rathausmarkt 1903 / 2017

Der bekannteste Platz Hamburgs: Nachdem ein Großteil der frühen Hamburger Innenstadt dem Großen Brand 1842 zum Opfer fiel, verlagerte sich das moderne Zentrum an die Stelle, wo heute sich noch heute der Rathausmarkt befindet. Wusstet ihr, dass das Vorbild für die Gestaltung des Rathausmarktes der Markusplatz in Venedig war? Dieser ist nämlich ebenfalls an einer Seite zum Wasser offen. 1897 wurde das Rathaus fertiggestellt, zum Zeitpunkt der Entstehung Bildes war das Gebäude also erst sechs Jahre alt. Der Markt wie wir ihn heute kennen wurde maßgeblich geprägt durch Umgestaltungen in den 80er Jahren. Eventuell steht dem Rathausmarkt bald eine neue Gestaltungsphase bevor. Laut dem Hamburger Abendblatt ist ein Abriss der Kioskpavillons in Diskussion.

Der Durchbruch Mönckebergstraße 1906 / 2017

Das Foto von 1906 zeigt die Bauarbeiten an der Mönckebergstraße, die lange abwertend "Durchbruch" genannt wurde. Hier befand sich vorher ein Teil des Gängeviertels. Der Hamburger Senat beschloss, das Arbeiterviertel mit den engen Gassen 1892 aufgrund einer Choleraepidemie abzureißen. Da man auch im Rahmen der Stadtbildung mehr Büroräume, ansehnliche Bauten und Platz für öffentliche Verkehrsmittel haben wollte, kam der Plan ganz gelegen. Heute sehen wir das vollendete Bild der Stadtverschönerung rund um die Mönckebergstraße.

Das schmucke Altonaer Rathaus um 1890 / 2017

Ein Schmuckstück des Neoklassizismus: Erst seit Ende des Zweiten Weltkrieges hat das Bezirksamt Altona hier seinen Sitz. Das Rathaus in Altona war nämlich ursprünglich ein Bahnhof! Da das Gebäude aber schnell zu klein war, wurde kurze Zeit später der Altonaer Hauptbahnhof errichtet. Seitdem hat das Gebäude die Funktion als Rathaus, damals noch unter dänischer Herrschaft, denn in 1803 war Altona mit 24.000 Einwohnern sogar die zweitgrößte Stadt Dänemarks. Besonders im Sommer lieben wir unser Altonaer Rathaus, dann wird der Innenhof nämlich zum Open Air Kino umfunktioniert.

Blick auf den Platz der Republik 1910 / 2017

Der Blick aus dem Altonaer Rathaus auf den Platz der Republik. In diesen paar Jahren sind die Bäume ein wenig gewachsen und verdecken den heute nicht mehr ganz so schönen Bahnhof Altona. Der Platz war 15 Jahre vor der Aufnahme dieses Fotos angelegt worden, als die Fläche zwischen neuem und alten Altonaer Bahnhof frei wurde. Die umliegenden Gebäude – der Bahnhof, die Königliche Eisenbahndirektion, das Museum und das Rathaus – wurden alle im prunkvollen Stil der Kaiserzeit errichtet. Heute kann man davon nicht mehr allzu viel wiedererkennen. 

Blick auf den Bahnhof Altona 1898 / 2017

Werdet Zeugen vom Bau des Stuhlmannbrunnens vor dem alten Bahnhof Altona. Damals war eine imposante Brunnenanlage eine Must-have jeder Stadt, denn sie sollten nicht nur die repräsentativen Plätze verschönern, sondern auch die modernste Erfindung, fließendes Wasser, aus der Leitung präsentieren. Mittlerweile ist der Stuhlmannbrunnen ein paar Meter weiter südlich gezogen und der schöne Bahnhof wurde durch einen neuen ersetzt. Übrigens wurde 1974 heftig gegen den Abriss des alten Bahnhofs protestiert. Es hat aber alles nichts geholfen: mit der Begründung, das alte Gebäude könnte den Bauarbeiten der unterirdischen City-S-Bahn nicht standhalten, wurde das Gebäude 1979 durch ein neues ersetzt.

Ottensen um 1970 / 2017

Zwei Mal die Kreuzung Ottensener Hauptstraße und Bahrenfelder Straße: Wir konnten unseren Augen kaum glauben, denn an den Gebäuden hat sich hier fast nichts verändert. Nun handelt es sich hierbei natürlich auch um den jüngsten Fotovergleich, es liegen immerhin nur rund 40 Jahre zwischen den Aufnahmen. Trotzdem kann sich unsere Generation nicht mehr an die Hamburger Straßenbahn erinnern, denn die letzte fuhr 1978 durch Hamburg, dann wurden die Linien durch Busse ersetzt. Die Bahnen wurden so sehr vermisst, dass in den letzten Jahren sogar über eine Wiedereinführung der Straßenbahnen diskutiert wurde. Die Pläne wurden 2011 ad acta gelegt.

Die Enthüllung des Bismarck-Denkmals 1906 / 2017

Bis heute ist das Bismarck-Denkmal mit 14,8 Metern das größte, bzw. höchste, Denkmal Hamburgs. Die beliebteste Sehenswürdigkeit ist das Denkmal aber bestimmt nicht, schon zur Bauzeit war es eher umstritten. Der alte Elbpark samt Denkmal sollen wieder attraktiver werden. Dazu wurden umfangreiche Pläne vorgelegt, nach denen das Areal voraussichtlich ein Jahr für Sanierungen gesperrt werden soll. Man geht davon aus, dass nächstes Jahr mit den Baumaßnahmen begonnen wird. Vielleicht erstrahlt die Anlage dann wieder in altem Glanz und wird zu einem neuen Treffpunkt für Hamburger.

Alt-Hamburg – Ecke Neustadt

Ausstellung

Ihr wollt mehr außergewöhnliche Perspektiven auf die schönste Stadt der Welt sehen? Die Sonderausstellung der Historische Museen Alt-Hamburg - Ecke Neustadt. Ansichten einer Stadt um 1900 widmet sich selten gezeigten Zeichnungen, Aquarellen usw., die Hamburg aus einem sehr persönlichen Blickwinkel zeigen. 

Sogar eure Fotos können es ins Museum schaffen! Zeigt uns, wie ihr eure Stadt wahrnehmt und schießt Fotos von eurem Hotspot in der City. Wenn ihr euer Foto bei Instagram mit dem Hashtag #hamburgscapes markiert, schafft es euer Bild vielleicht neben die Kunstwerke. Eine große Auswahl der Fotografien werden in der Ausstellung projiziert. Wer alles schon dabei ist, erfahrt ihr auf der Homepage der Sonderausstellung.

Lisa Knauer

Carolin Simon

Unsere kleine Weltenbummlerin Caro hat den Weg zurück in die Heimat gefunden und ist ab jetzt auf Entdeckertour in Hamburg unterwegs. Sie liebt den Hamburger Hafen und ist immer auf der Suche nach schönen Märkten und neuen Food Ideen.