STANDARD

STANDARDItalienische Aperitif-Kultur in Hamburg

Ihr könnt euren 08/15-Drink in der Bar um die Ecke nicht mehr sehen? Dann solltet ihr im STANDARD in der Großen Freiheit vorbeischauen! Entgegen der Erwartungen werdet ihr hier drink-technisch und kulinarisch richtig verwöhnt.

Willkommen im STANDARD!

Große Freiheit mal anders

Wir haben eine neue Lieblingsbar. Und die befindet sich ganz am Ende der Großen Freiheit. Wer bei der Adresse und dem Namen STANDARD an Karaoke, Partymukke und andere Kiez-Klischees denkt, wird überrascht sein. Denn an der Ecke zur Paul-Roosen-Straße findet ihr eine entzückende Bar, die wir einzigartig finden. Wirklich jetzt!

Schon beim ersten Betreten der wirklich schön eingerichteten Räume der Aperitivo-Bar waren wir entzückt. Hier warten vier liebevoll dekorierte Tische auf ihre Gäste. Wer beim Blick auf die Karte besorgt ins Portemonnaie linst, sollte unbedingt das Konzept des Ladens kennenlernen. Denn hier bekommt ihr für eure Moneten nicht nur köstliche Drinks, sondern auch Snacks kredenzt, die Lust auf mehr machen.

Schaut euch diese Bar an!

Was für eine Idee!

Hinter der Idee vom STANDARD steckt ein geniales Trio: Egbert, Maurice und Mina. Auch Luca, die Freundin von Maurice, war maßgeblich an der Gestaltung des Ladens, den Mitarbeiterangelegenheiten und Drinks beteiligt. Dabei ist die gebürtige Österreicherin das Herzstück im STANDARD und jeden Tag in ihrer Werkstatt, der Küche, zu finden. Wie praktisch, dass sie direkt oben drüber wohnt.

Minas unverkennbarer Wiener-Dialekt macht die 28-Jährige noch sympathischer. "Ich finde es toll, wenn ich mit meinen Händen etwas gestalten kann." Das glaubt man Mina sofort, wenn man ihr in der kleinen Küche über die Schulter schauen darf. Bei unserem Besuch im STANDARD gibt's einen Gruß aus der Heimat. Minas Mutter hat extra "Erdäpfel", so wie die Österreicher die Kartoffeln nennen, mitgebracht. "Irgendwie schmecken die dort anders," erklärt uns Mina und zaubert daraus einen deftigen Salat, der bei uns nach einem Happen für ein lautes "Mhhhh" sorgt. Köstlich!

Im STANDARD bekommt ihr zu euren Drinks in kleinen Abständen "Stuzzichini" gereicht. Diese kleinen Speisen sind die perfekte Begleitung zu den Getränken eurer Wahl – dabei ist es ganz egal, ob ihr einen Wein, ein Gin Tonic oder auch ein alkoholfreies Getränk bestellt.

Zweimal Spritz, bitte!

"Wir wollen unsere Gäste verwöhnen!"

Mina vom Standard.

Stuzzichini

Dieses wunderschön klingende Wort kommt – wie könnte es anders sein? – aus dem Italienischen und bedeutet Vorspeisen. Die Idee dahinter: Die Portionen sind immer so groß, dass sie (theoretisch) auf einen Zahnstocher passen. 

Was kommt im STANDARD auf den Tisch?

All das, was Mina in den Kopf kommt! Sie lässt sich von Rezepten aus ihren Lieblingskochbüchern inspirieren oder von Zutaten, die ihr auf den Wochen- und Supermärkten angeboten werden. Vor unserem Besuch hat sie auf dem Isemarkt in Eppendorf Schnittlauchblüten gefunden. Während wir immer dachten, dass man diese abschneiden muss, sobald sie aus dem Kräutertopf wachsen, lernen wir von Mina, dass man die violetten Blüten super als Deko benutzen kann.

Mit einem herrlichen Geschmack: "Die haben etwas blumiges und schmecken zwiebelig zugleich", spricht Mina begeistert von dem unterschätzten Grünzeug. Und wir sind es auch, als wir in die Blüte, die als Dekoration auf unserer kleinen Brotzeit mit Manchego und Feigensenf liegt, beißen.

Dürfen wir vorstellen? Das ist Mina.

Pure Leidenschaft auf dem Teller

Man merkt Mina sofort an, dass sie für das STANDARD brennt. "Wir haben eine Vision", sagt sie klar, "wir wollen nicht nur Dienstleister sein, sondern unsere Gäste verwöhnen!" Und das tut sie. Alles was auf den Teller kommt, ist rein pflanzlich. Und auch herzhaft. Denn dafür schlägt Minas Herz. Wenn es zum Abschluss mal was Süßes gibt, sind es "Manner Schnitten" aus ihrer Heimat oder selbstgemachtes Tiramisu von Barkeeper Niklas. Hier steckt in jedem Detail immer eine persönliche Note.

Und auch beim Anrichten ist Mina kreativ: Da kommen auch mal grobe Holzbretter, Pralinen-Abtropfgitter oder alte Schieferplatten, die früher als Fensterbänke dienten, als Tellervarianten auf den Tisch. Woher Mina das so gut kann? Tja, das nennt man Leidenschaft und Talent. Aber ihr Grafik-Studium ist sicher nicht von Nachteil, wenn es um die Tellerdekorationen geht.

Eine herrliche Brotzeit: Steinofenbrot, Manchego und Feigensenf.

"Die Paul-Roosen-Straße ist magisch und wir sind sehr froh dabei sein zu dürfen."

Mina, die gute Seele vom Standard.

Was bedeutet eigentlich Aperitivo?

Einen Aperitif kennen wir alle: Das meist alkoholische Getränk wird vor dem Essen getrunken und soll den Appetit anregen. Soweit so gut! Unter Aperitivo versteht man in Italien aber eher die schöne Gewohnheit, sich abends noch auf einen Drink in den Bars und Kneipen der Stadt zu treffen und dabei auch einen Happen zu essen. Ursprünglich kommt diese unbedingt nachahmenswerte Gewohnheit – die sie übrigens auch schon mittags einlegen – aus Mailand. Auch die Spanier wissen, wie man es sich gut gehen lässt: Bei ihnen nennt sich die Art des "Feierabendzelebrierens" Tapeo. Sie haben sogar ein eigenes Wort dafür: Das spanische Verb tapear bedeutet so viel wie „durch Bars und Restaurants ziehen, um Tapas zu essen.“ 

 

Einmal die Karte rauf und runter

Jetzt kommen wir aber endlich zu unserem Lieblingspart. Denn vorrangig bietet euch das STANDARD eine große an Auswahl an fantastischen Drinks. Wer es schlicht und erfrischend mag, entscheidet sich für einen der Weine der Karte. Wer Fan des typischen Aperitifs "Spritz" ist, findet hier eine vielfältige – und kreative – Auswahl. Wir haben uns in den Gurken-Spritz verliebt. Statt des alkoholhaltigen Likörs Aperol, kommt hier ein Schuss vom selbstgemachten Gurken-Sirup rein. Wer auf den frischen Geschmack des grünen Gemüses steht, muss dieses Getränk unbedingt bestellen! Aber auch die Variante mit Rosmarin (auch eine Eigenkreation) können wir euch nur empfehlen.

Freunde des italienischen Klassikers Negroni werden sich im STANDARD endlich verstanden fühlen. Der Drink, der aus den drei Spirituosen Gin, Campari und Wermut besteht, steht hier klassisch, aber auch in fein abgestimmten Varianten auf der Karte. Wer denkt, dass einen dieser Drink wegballert, liegt vollkommen falsch. Man muss ihn genießen. Schluck. für. Schluck.

Hier gehen wir jetzt öfter hin!

Unser neuer Lieblingsdrink: Portwine Tonic.

Liebe für einen neuen Drink

Unser neuer Lieblingsdrink wird uns von Mina empfohlen – und wir sind uns sicher, dass ihr den bald auf den Karten diverser Bars finden werdet: Der Portwine Tonic schmeckt ein wenig nach Sommer. Und nicht nach unserem Hamburger April-Wetter-Sommer, sondern nach warmem, italienischem Sommer. Und der ist echt gut! Bei diesem Drink kommt weißer Portwein ins Glas und wird mit Tonic Water verfeinert. Klingt gut, oder?

Natürlich findet ihr auf der Karte auch Klassiker wie Gin Tonics und Mules in allen Varianten. Wenn ihr gerade eine alkoholfreie Phase habt, sitzt ihr im Standard keineswegs auf dem Trockenem oder bekommt langweilige Alternativen vorgesetzt. Auch die Drinks ohne Bums beeindrucken durch ihre Auswahl – und ihre Looks.

Ihr merkt, wir könnten ewig so weiter schwärmen. Wenn an warmen Sommerabenden noch die Flügelfenster geöffnet werden und man seine Drinks auf der Fensterbank schlürfen kann, fühlt man sich zudem fast wie in Italien. Aber am besten schaut ihr einfach selbst einmal in der großen Freiheit vorbei. Und grüßt Mina lieb von uns; wir sind sicher auch bald wieder in dieser besonderen Location zu finden.

Mhh... Uns hat die Schnittlauchblüte sehr geschmeckt.

STANDARD im Schnellcheck:

  • Resevieren?

    Ab Mittwoch unbedingt!

  • Must-Drink

    Eines unserer Favoriten: Gurkenspritz

  • Wer kommt?

    Entspannte Hamburger, die mal Lust auf den etwas anderen Feierabend haben

  • Price

    Die Drinks kosten etwas mehr, aber lohnen sich aufgrund der Stuzzichini auf jeden Fall!

  • Beste Zeit

    Dienstag bis Freitag ab 17 Uhr – besser kann man den Feierabend nicht einläuten

  • Wohlfühl-Atmosphäre

    Mina und Niklas kümmern sich mit viel Liebe um euch!

Lisa Knauer

Tinka Rebhan

Aufgewachsen in der Lüneburger Heide ist Tinka seit fünf Jahren "nordish by heart" und das schlägt ziemlich laut für die Schiffe, das Meer und den Hafen. Dabei erkundet Tinka die Stadt besonders gerne mit ihrem Rad und ist dabei immer auf der Suche nach noch unentdeckten Ecken Hamburgs.