The Rabbithole

The RabbitholeIm Hasenloch mit den Jungs von Trivent

Einen Tag vor dem ersten Geburtstag haben wir uns mit unseren Hasen Mario, Martin und Tobi von Trivent Barkonzepte auf ein paar (mehr) Drinks im The Rabbithole getroffen und uns einmal quer durch die Karte getrunken. Wer am Ende einen Filmriss hatte, bleibt unser Geheimnis. 

Braune Wände, dunkle Holzböden, perfekte Lichtstimmungen, schlichter britischer Kolonialstil und eine Bar, die keine Wünsche offen lässt: Seit März 2016 hat St. Pauli mit The Rabbithole eine Bar, die auf dem Kiez nicht nur eine beeindruckende Parallelwelt erschafft, sondern auch noch Drinks zaubert, die selbst die Profis von Trivent umhaut – aber natürlich nicht wörtlich. Selbst der Very Dark and Stormy konnte die Boys nicht aus dem Konzept bringen. Uns dagegen schon...

Kein Ort zum Biertrinken

Wer ins Rabbithole kommt, der ist ein Freund von guten Spirituosen. Das klingt nach einem perfekt Ort für "GeheimTrivent". Paola nimmt uns in Empfang und platziert uns in einen kleinen Raum, der perfekt ist für unsere Trinkmannschaft aus fünf Personen. An den Wänden hängen Hasenmasken und die Lampen sind hier stilvolle Zylinder. Hier gefällt es uns. Der Blick in die Karte? "Hasenherz", "Aus dem Hut gezogen", "Junge Hüpfer", "Alte Hasen" – so ein stimmiges, konsequent durchdachtes Konzept ist uns lange nicht mehr unter die Finger gekommen. 

"Die Beratung ist der Wahnsinn"

Dem Zwischenfazit von Martin können wir nur zustimmen. Warum? Hier wird sogar der Falernum, ein Gewürzlikör auf Rumbasis, den The Rabbithole für ihren Ranglum benutzt, selbst gemacht. Wir machen es Paola bei der Bestellung schließlich nicht einfach – die Entscheidung fällt uns ziemlich schwer. Sie versteht es aufs Genauste, unseren Wünschen und Geschmäckern auf den Zahn zu fühlen. So steht auf jeden Fall die erste Runde Drinks irgendwann fest. Die zweite, dritte und vierte (...) gehen dafür schneller. Whisky Sour, This Is Seed (Rum, Ananas, Honig, Sesam), Mezcal Marghertia, Vienna in Ashes (Schokolikör, Single Malt Scotch, Orangenlikör) – egal was bei uns heute auf den Tisch kommt, die Drinks sind stimmig oder "in die Fresse" wie es der liebe Mario mal wieder auf den Punkt bringt. 

Was ist Falernum?

Und wie mache ich ihn selbst?

Falernum ist ein süßer Gewürzlikör auf Rumbasis aus Barbados, der vor allem in tropischen Drinks hohen Anklang findet. Wie und wann genau diese Mischung erfunden/entdeckt wurde und sie den Namen Falernum bekam, ist heute leider nicht mehr bekannt. Während fertiger industrieller Falernum in der Regel eine hohe Süße hat und Buquet vermissen lässt, lässt er sich auch selbst machen. Die Jungs von Trivent verraten euch wie: 

Step 1: Man nehme am besten overproofed Rum (500 ml), da er mehr Alkohol enthält und somit Geschmacksstoffe besser gelöst und getragen werden, und verfeinere ihn mit: Piment (6), Nelken (3), Kardamom (5), Zimt (1 Stange), getrocknete Zitruszesten (3 Orange, 3 Limette), und Sternanis (2). Alternativ kann z.B. auch Vanille, roter Pfeffer oder Ingwer verwendet werden. Alle Zutaten werden im Rum für mindestens 10 Tage angesetzt, dann abgeschmeckt und ggf. verfeinert.

Step 2: Diesen selbst produzierten Spiced Rum dann mit (selbstgemachtem) Karamellsirup und etwas Leitungswasser versetzen. Ein Refraktometer misst den Zuckergehalt, ein Alkoholmeter den Alkoholgehalt. Hat man keines der beiden zur Hand, muss man abschmecken und sich des kleinen 1x1 bedienen.

Step 3: Ausprobieren und verfeineren bis zum persönlichen Gusto! Cheers.

"Es ist einfach traumhaft, im Nachtleben zu arbeiten."

Tobi über seine Zeit im Kleinen Donner

Während wir hier genüsslich und fachmännisch die Drinks unter die Lupe nehmen, beginnen die Jungs total in Erinnerungen zu schwelgen. Sie lassen ihre Zeit an der Bar Revue passieren und kommen schnell zu dem Fazit, wie geil die Nachtschichten waren, die sie zusammen erlebt haben. Man merkt: Voll und ganz Gast sein kann man als Barkeeper selten – zu sehr reizt die Neugier nach einem Blick hinter den Tresen. Aber hier wird es den Jungs ein Leichtes gemacht, sich wohl zu fühlen. Auch wenn die Jungs sich heute damit begnügen müssen, mit uns statt mit den Cocktails zu shaken.

"Die Idee von The Rabbithole war es, einen besonderen Ort zu schaffen."

Inhaberin Constanze Lay

Zigarre und Whiskey

Einen besonderen Ort haben wir für uns allemal gefunden. Hier gibt es Kiez-Feeling ohne Reeperbahn, die Getränkekarte ist der Hammer – alles passiert hier auf einem sehr hohen Level. Es gibt viel Hausgemachtes und ein Blick hinter die Bar verrät eine intensive Vorbereitungszeit – und überrascht. Hier wird nämlich die Bloody Mary durch einen geklärten Tomatensaft "innocent" gemacht. Das beweist sehr viel Kreativität und Geschick. 

Hier geht es außerdem mit sehr viel Stil ans Werk. So ist es also auch nur konsequent, dass hier die Möglichkeit besteht Zigarre zu rauchen. Kein Mexikaner, kein Junggesellenabschied – der Kaninchenbau ist ein Ort, an den man sich mit einer Gruppe niederlassen und herrlich versacken kann. 

Was bedeutet eigentlich Overproof?

"Proof" ist eine veralterte Maßeinheit für den Alkoholgehalt eines Drinks. Während wir unseren Alkoholgehalt in Volumenprozent angeben, ist diese Einheit heute noch gelegentlich in den USA und in Großbritannien üblich. Der Umrechnungsfaktor von Proof zu Volumenprozent beträgt übrigens 1 zu 2 – allerdings in den USA.

In Großbritannien zum Beispiel finden sich vor allem auf Whiskeys noch die Maßeinheiten Degrees Proof oder Proof Spirits. Dort entspricht „100 Degrees Proof“ einem Akoholvolumen von 57,15 % und somit einem Umrechnungsfaktor von 4 zu 7. Das bedeutet, dass 100 Degrees proof in den USA 50 Vol.-% und in Großbritannien rund 57 Vol.-% entsprechen.

100 britische Proof entsprechen dem Wert, ab dem mit der Flüssigkeit getränktes Schießpulver mit blauer Flamme verbrennt. Mit Over Proof wird eine Spirituose mit mehr als 57 % Alkohol bezeichnet, die in demselben Test mit gelber Flamme verbrennt, Under Proof ist ein Getränk mit weniger als 57 % Alkohol, das beim besagten Test nicht brennt.

Ein paar wichtige Fakten im Überblick

Und da irgendwann tatsächlich der Rausch Überhand genommen hat, gibt's von uns noch mal ein paar schnelle Fakten im Überblick – solltet auch ihr vielleicht nicht mehr ganz geradeaus gucken können, ist diese sicherlich ganz hilfreich:

  • Trivent-Tipp:

    Very Dark and Stormy (Overproof Rum, Ginger Beer, Limette)

  • Spezialität des Hauses:

    Whisky. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Rye Whisky. Im Angebot haben sie Old Overholt, James E. Pepper 1776 Straight Rye WhiskeyHudson Manhattan Rye

  • Hinterm Tresen:

    Paola und Constanze, die sich 2013 im Gun Club kennengelernt haben 

  • Plätze am Tresen:

    8 bis 10 Plätze 

  • Was zu knabbern?

    Hier gibt es Popcorn zum Drink! 

  • Preise:

    Zwischen 8 und 20 €

  • Musik:

    Jazz und Hip-Hop 

Lisa Knauer 

Merle Hagelüken

Merle ist ein absolutes Nordlicht: Aufgewachsen an der Ostsee geht sie mittlerweile in Hamburg auf Entdeckungstour. Sie liebt den Hafen, das Wasser und findet in jeder Ecke das Besondere!