An unseren Händen funkeln ihre Schätze schon: Wir haben Marieke Tiphine in ihrem kleinen Atelier auf St. Pauli besucht. Hier zaubert sie feinen Schmuck in schlichtem, nordischem Design und betreibt mit tiphine ihr eigenes Label.

tiphine. Wer die französisch-elegante Aussprache ignoriert, könnte fast meinen, es handele sich um eine amerikanische Luxusmarke. Aber nein, es kommt noch besser: Wir wollen euch Marieke Tiphine vorstellen, die mit ihrem Schmuck die Messlatte für trendiges Design hoch legt und in eine ganz eigene, puristische Richtung lenkt.

Wir besuchen Marieke in ihrer Werkstatt. In ihrer Küche hat sie eine kleine, gemütliche Ecke ganz der Kunst des Schmiedens gewidmet. Hier erklärt sie uns alles über das wertvolle Handwerk und nimmt uns mit ihrer Begeisterung ganz in den Bann. Ihre Augen leuchten, wenn sie uns Drähte, Blech & Gold zeigt und vom Löten, Sägen & Schleifen erzählt. "Eigentlich bin ich kein Mensch mit besonders ruhiger Hand, aber hierbei ist es irgendwie anders", sagt sie während sie in präziser Feinarbeit eine kleine Kugel an einen Ring lötet. Vor unseren Augen werden Unikate geschaffen.

Ihre filigrane Handarbeit macht genau diese Einzigartigkeit aus. Ketten, Armbänder, Ringe und Ohrringe hat tiphine mit ihrem Design aufs Schönste reduziert. Ideen bekommt Marieke aus ihrem Umfeld. So kann es vorkommen, dass eine kleine Ameise als nächste Inspiration dient. Wenn sie ihren Schmuck selbst trägt, fallen ihr beim Blick in den Spiegel stets neue Muster & Formen ein. 

Ihr skandinavisch angehauchtes Design hat uns sofort überzeugt. Der Stil ist schlicht, elegant – und angenehm dezent. Es ist Schmuck, der kaum auffällt und sich an den Träger anpasst wie eine zweite Haut. Die Stücke werden somit zu Alltagsbegleitern, die man gerne trägt, vor allem wenn man kein großer Fan von viel Blingbling ist. Die minimalen, grafischen Formen liegen derzeit sehr im Trend; tiphine schafft es dennoch, mit ihrem Design zeitlose Stücke zu schaffen.

Bevorzugt arbeitet Marieke mit einem schönen, matten Mittelgold, das sich durch alle ihre Arbeiten zieht. Aber auch Silber und Rotgold sind auf Anfrage bei ihr zu finden. Dabei ist die Designerin zwar auch die Herstellerin ihres Schmucks, aber eigentlich ist Marieke Lehrerin. Ihre Begeisterung für das Schmieden hat sich aber schon im Alter von 14 Jahren herauskristallisiert. Doch dann erst viel später: der VHS-Kurs, der den Weg für größere Projekte ebnete. 

Stolz holt sie aus einer kleinen Schachtel ihre ersten selbstgestalteten Ringe hervor. Diese Erinnerungen belegen schon früh ihr Talent und insbesondere die Leidenschaft, die die Frohnatur auch heute noch ausstrahlt. Strahlen tut sie auch, wenn sie von persönlichen Geschichten ihrer Kundinnen hört und Fotos sieht, auf denen ihr Schmuck getragen wird. Nicht umsonst haben ihre Kreationen alle Frauennamen: Benannt werden ihre Stücke nach Freundinnen oder Kundinnen, mit denen sie diese assoziiert. 

2016 durften wir uns auf eine neue Kollektion freuen. Einen eigenen Laden hat Marieke noch nicht – leider. Aber in der B-LAGE in der Kampstraße 11 sind ihre Schmuckstücke dauerhaft zu bewundern.

MARIEKE TIPHINE

Schmuck ganz ohne Blingbling! Feine Kugeln, grafische Formen und auch mal ein Ring auf Zack: Designerin Marieke Tiphine kreiert Alltagsbegleiter, die dezent schmücken – ihr Motto: „Der schönste Schmuck ist wie ein Hauch von fast Nichts.“

Fotos: Lisa Notzke | Styling: Anka Rehbock 

Merle Hagelüken

Merle ist ein absolutes Nordlicht: Aufgewachsen an der Ostsee geht sie mittlerweile in Hamburg auf Entdeckungstour. Sie liebt den Hafen, das Wasser und findet in jeder Ecke das Besondere!