Typisch Hamburch

Typisch HamburchInspiration für euren ersten Besuch

So sehr wir uns für Gewöhnlich gegen alles Klischee wehren, für euren ersten Hamburg Besuch drücken wir gerne mal ein Auge zu. Was wir meinen? Naja, dass ein Trip in die Hansestadt ohne Fischbrötchen, Elbe und Speicherstadt einfach ganz undenkbar ist. Fragen bleiben zur Genüge: Wo schmeckt es am hanseatischsten? Wo lässt sich das Astra am authentischsten schlürfen? Wir wollen es euch zeigen. Schnappt euch die Reisetasche, bucht das Zugticket, der Norden erwartet euch. Moin!

Wir müssen es sagen: Ein wenig schwer fällt es uns schon zu glauben, dass ihr in all euren Jahren auf der Erde noch kein einziges Mal bei uns im Norden wart. Immerhin ist Hamburg - und wir sagen das vollkommen bescheiden und unvoreingenommen - die schönste Stadt der Welt. Wir werden euch den kleinen Fehltritt verzeihen. Jetzt seid ihr ja auf dem Weg - und es gibt so viele tolle Orte, die wir euch zeigen möchten. Vom besten Fisch zum idyllischsten Elbspaziergang: Hamburg is calling! 

Nordisch By Nature

So lebt es sich in Hamburg

#1 Es heißt: MOIN! Moin Moin ist schon Gesabbel. 

#2 Bei uns macht das Klima gerne das, was es gerade will (genauso wie wir). Deshalb niemals die Regenjacke vergessen. Wie sagt man doch so schön: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung! 

#3 Auf das erste Wort wirken wir Hanseaten vielleicht manchmal etwas unterkühlt. Doch keine Sorge - eigentlich sind wir alle Liebe Seelen. Wir brauchen nur unsere Zeit, um warm zu werden.

Get the look: Von Elblotsen und Seemännern

Johnny von ALBERS AHOI! hat den Look

Wenn ihr zu uns in den Norden reist, dann bitte im korrektem Dress – ihr wisst schon: Regenjacke, Anker Tattoo, und natürlich eine waschechte Schiffermütze. Wir scherzen nur. Aber so ganz ohne passende Kleidung macht der erste Trip in die Hansestadt doch tatsächlich nur halb so viel Spaß. Eure neue Kluft ersteht ihr am besten direkt an der Quelle des hanseatischen Lebensgefühls. Lars Künzel ist einer der letzten Mützenmacher der Stadt. In seinem kleinen Ladengeschäft fertigt er auf alten Nähmaschinen der 20er Jahre achtzehn verschiedene Mützentypen, zwischen denen ihr für euren authentischen Seemannslook wählen könnt. Selbst Helmut Schmidt erstand hier zu seiner Zeit den ein oder anderen Elblotsen. This is Hamburg, Baby! 

Unser Tor zur Welt

© Cristina Lopez

© Cristina Lopez

Das Tor zur Welt, das Herz Hamburgs: unsere Elbe. Vielleicht der schönste Fluss der Welt, ganz bestimmt das Goldstück unserer geliebten Heimat. Wir lieben sie mehr, als die meisten anderen Dinge – im Sommer für ihren Urlaubscharme, im Winter für die Glücksmomente auf windigen Spaziergängen. Wenn ihr euren ersten Trip in die Hansestadt ganz ohne Elbbesuch bestreitet, ist das schon fast wieder eindrucksvoll – und doch bemerkenswert närrisch. Nur auf die Touristenströme rund um die Landungsbrücken könnt und wollt ihr gut und gerne verzichten. Stattdessen schippert ihr mit der Fähre 64 von Teufelsbrück nach Finkenwerder und stoppt zwischendurch im Rüschpark. Premiumblick übers Wasser inklusive.

Auf der Reeperbahn nachts um halb eins

© Cristina Lopez

© Cristina Lopez

Ihr kennt es alle: Auf der Reeperbahn nachts um halb eins gehört zur Hansestadt wie das Salz zum Meer, der Fisch ins Wasser, der Regen in den Norden. Vielleicht seid ihr zu Hans Alberts legendärem Chanson ja sogar schon mal in eurer heimatlichen Dorfkneipe versoffen – doch falls nicht, dann wird es bei eurem ersten Hamburg Besuch auf jeden Fall Zeit dafür. Die Ansage lautet: Authentizität, Astra, und St. Pauli. Im Tippel II erwartet euch eine herrlich schräge Mischung aus Jukebox, Rauchwolken, und Spielautomaten. Und wenn ihr dann um fünf Uhr morgens nach einer durchzechten Nacht zurück in eurer AirBnB stolpert, dann wisst ihr, so ist Hamburg. Zumindest in den Liedern.

Ein Herz für Wasser und Romantik

Unsere Hansestadt lebt vom Wasser, auf dem Wasser, für das Wasser – unser Herz schlägt für den Hafen und die Elbe, für die Alster und all ihre Kanäle. Ja, ein Hamburg Trip ohne Bootsfahrt gliche einem Paris Urlaub ohne Eiffelturm Besuch, oder einer London Reise ohne English Breakfast. Gute Bootsrouten gibt es bei uns zur Genüge. Ganz besonders lieben wir die verwunschenen Ströme des Goldbekkanals, der den Stadtparksee mit der Außenalster verbindet. Und das nicht nur für den exzellenten Blick auf die pittoresken Altbauten des Hamburger Innenstadt, sondern auch einfach für die Romantik einer idyllischen Boots- oder Kanufahrt durch die schönste Stadt der Welt. Ach, so viel Liebe.

Nordisch by Nature

Stockfoto

Johannes Oerding, Deichkind und Tocotronic – Hamburgs Musiker sind in Deutschlands Musikszene fest etabliert. Deshalb wird es bei eurem ersten Trip in die Hansestadt allerhöchste Zeit, den ein oder anderen nordischen Klassiker auf Vinyl zu erstehen. Die Hanseplatte lebt bereits seit über zehn Jahren von ihrer Liebe zu Hamburgs Tonkunst. Gelegen neben dem alten Schlachthof, wo sich Schanze und Karoviertel die Hand reichen, ist das kleine Plattengeschäft auf die Klänge heimischer Musiker spezialisiert. Meist klingt es hier ganz unkommerziell aus den Turntables, doch auch das ein oder andere Kultalbum findet seinen Platz im Regal. Hauptsache Musik, Hauptsache Nordisch by Nature!

Das zimtige Plunderwunder

Ob es nun ein Andenken an das französische Croissant, die Erfindung eines Altonaer Bäckers oder eine Variante des skandinavischen Hefe-Plunderteigs ist – das Franzbrötchen ist des Hamburgers größter Stolz. Keine Spezialität ist uns so eigen wie das teigummantelte Zimtwunder. Ja, wir Hansearten lieben unsere heißen Teilchen. Wie könnten wir auch nicht, so sündig zuckrig wie sie schmecken! Bei eurem ersten Hamburg Trip darf ein Besuch beim besten Franzbrötchenbäcker der Stadt deshalb auf garkeinen Fall fehlen. Die Kleine Konditorei backt schon seit 1964 und hat ihr Rezept in all der Zeit perfektioniert. Wir wagen zu behaupten: Besser geht’s nicht. Doch überzeugt euch selbst.

Der Fisch-Klassiker in besonderem Gewand

Der Fisch-Klassiker in neuem Gewand: Die Jungs vom Underdocks kredenzen euch das Meisterwerk der maritimen Hamburger Küche auf ganz besondere Art und Weise. Keine fettige Mayo, kein wabbeliges Brötchen, dafür frische Zutaten und interessante Beläge – und das perfekte Fischbrötchen ist geboren! Ja, der kulinarische Fischkutter auf St. Pauli ist alles, nur langweilig ist er nicht. Hafenatmosphäre, Containerwände, Industrielampen und Gerüstbalken lassen euch in keinem Moment vergessen, dass ihr hier wirklich in der Hansestadt angekommen seid. Ein wenig lokalpatriotisch, mit ganz viel Liebe zum Norden, und genau deshalb der beste Anlaufpunkt für euren ersten Hamburg Trip. 

Tradition in Eppendorf

Stockfoto

Forelle, Dorsch und Zander gehören zu unserer Hansestadt wie Elbe und Astra. Ja, für Fisch sind wir berühmt – und das, weil er hier schlicht und einfach fantastisch schmeckt. Zumindest an den richtigen Plätzchen. Das Fische Schmidt verteidigt seinen Platz vehement gegen die peitschenden Fluten industrieller Massenware. Bereits seit 1900 werden am Eppendorfer Baum edle Delikatessen der besonders schmackhaften Art verkauft – einst noch Geflügel, heute ganz hanseatisch norddeutsche Meerestiere. Damit ist das Traditionsgeschäft ein fantastischer Anlaufpunkt für Freunde maritimer Küche - und ein absolutes Muss für euren ersten Hamburg Trip.  

Nu aber Butter bei die Fische!

Was das Beste daran ist, in einer Hafenstadt wie Hamburg zu leben? Wohl ganz zweifellos die ordentliche Portion frischen Fisch, die unsere hungrigen Mägen nach einem windigen Spaziergang am Wasser entlang zu füllen vermag. Wenn wir in der Hansestadt Meerestiere verkosten, dann bei einem Imbiss, bei dem es wirklich und wahrhaftig schmeckt. Ohne Firlefanz, aber auch ohne ranzige Fettfinger. So zum Beispiel in der Brücke 10. Mit bestem Touriblick auf Wasser und Traditionsschiffe schlemmt ihr in der kleinen Bude fantastisch mundenden Brathering und ebenso leckere Nordseekrabben im Brötchen. Hafen, Fisch, raue Seeluft – mehr Hamburg geht nicht.

Hamburg historisch (und koffeinabhängig)

Weltkulturerbe, Museum, prestigereiches Prunkstück der Stadt – die Speicherstadt verzaubert Hamburg und die Welt und das nicht nur, weil sie den größten Lagerhauskomplex der Welt umfasst, sondern auch schlicht und einfach durch ihre umwerfende Schönheit. Ein Hansestadt Trip ohne Abstecher über die charmanten Brücken und Kanäle des historischen Viertels ist ganz undenkbar. Da ist es dann auch egal, dass es stellenweise ein wenig touristisch und überlaufen sein kann. Doch einen Geheimtipp haben wir für euch: Der Genuss-Speicher am St. Annenufer vertreibt alles, was das koffeinabhängige Herz begehrt. Die Ansage lautet Kaffee, Kaffee, Kaffee -  auf ganz und gar nordische Art und Weise.

Dieser Beitrag ist auf redaktioneller Ebene entstanden. 

Tabitha Wedemann

Nachdem Tabitha die letzten sieben Monate durch die Weltgeschichte gereist ist, hat sie jetzt ihren Weg zurück nach Hamburg gefunden, um ihrer Leidenschaft fürs Schreiben nachzugehen. Wenn sie nicht gerade in Cafés sitzt, Gedichte verfasst oder über Festivals tanzt, erkundet sie am liebsten all die besonderen Ecken ihrer Heimatstadt!