ÜberQuell

ÜberQuellWo Bier & Pizza (wieder) ehrliches Handwerk sind

Der neue Stern in Hamburgs Gastro-Szene hat einen Namen: ÜberQuell. Hier entfalten sich selbstgebrautes Craft Beer, neapolitanische Pizza, urbane Kunst und Kultur wieder zu einem wahren Handwerk. In den Riverkasematten gibt es nun einen Ort, der BrewPub, Microbrauerei, Restaurant und Terrasse zu einem perfekten Konzept vereint. Alles handmade, alles handfest. Versprochen.

Beste Kombi: Craft Beer & Pizza

Riverkasematten revived

Es überquellt!

"Zum Start gibt es erstmal ein Easy-going-Bier" begrüßt uns Axel Ohm, als wir uns im ÜberQuell in den denkmalgeschützten Riverkasematten treffen. Das Gelände ist schon von außen kaum wieder zu erkennen. Wir nehmen auf der Terrasse Platz, unter großen Sonnensegeln, an soliden Holztischen mitten zwischen einladenden Urban Gardening Flächen. In Nullkommanix werden uns mehrere Spring Ales gebracht, diese sind dicht gefolgt von Patrick Rüther, Axels Partner in crime. Beide sind in der Gastro-Szene Hamburgs alte Hasen, eben echte "Gastronomen, Bier-Fans, Nerds und Pioniere", unter anderem verantwortlich für das Konzept des Alten Mädchens. Auf ihren neuen Coup, das ÜberQuell am St. Pauli Fischmarkt stoßen wir an diesem Dienstagabend an. 

Auf euch, liebes ÜberQuell-Team!

Prost!

Das ÜberQuell und seine Glücksgriffe

Zu uns setzten sich natürlich auch Tobias Hess, der Braumeister und Yasmin Ambo Masse, die Küchenchefin – perfektes Timing, denn was trinken wir hier eigentlich? "Unser Frühlingsbier hat mit seinen 4 % wenig Alkohol und soll die perfekte Alternative zum Alsterwasser sein: erfrischend, leicht und blumig!" Uns gefällt sehr, was wir schmecken! 

"Dass Tobias Hess und wir zusammengefunden haben, war nicht nur ein Glücksgriff, es war Fügung" erzählt uns Patrick, als wir mehr über das Bierkonzept im ÜberQuell erfahren wollen. Der Braumeister, der das neue Hamburger Craft Beer in Zukunft brauen sollte, sollte in Deutschland gelernt oder studiert haben, denn die Standards sind hier einfach noch unvergleichbar. Darüber hinaus sollte er aber nicht industriell verdorben sein. In Tobias Hess haben sie einen Braumeister gefunden, der von der Welt gelernt hat.

Tobias & Patrick in Bierlaune

Bei dem Anblick geht die Sonne auf!

Das ÜberQuell Craft Beer

5 Bierstiele unter einem Dach

1. Das leichte Lager mit einer guten Hopfung gilt als exzellentes Basis- oder Einsteigerbier 
2. Das India Pale Lager hat dagegen schon ein wenig mehr Power
3. Das solide Pale Ale darf natürlich nicht fehlen
4. Das stärkere India Pale Ale ebenso wenig
5. Das White IPA ist perfekt geeignet für den aufgeschlossenen Weißbiertrinker 

Darüber hinaus gibt es jährlich 4 Biere, die passend zur Saison ihren Genuss entfalten.

Aber damit noch lange nicht genug: Monatlich limitierte Biere sorgen für den regelmäßigen Extra-Kick. 

Im Heimathafen angekommen

"Wir waren schlicht begeistert, was bei den Bierproben herauskam" sind sich Axel und Patrick einig. Schließlich sei Bierbrauen nichts Anderes als Kochen, so zieht Patrick den Vergleich; Geschmack sei schließlich relativ. Doch das ÜberQuell-Craft Beer ist stimmig, ohne zu sehr zu wollen, das schmecken wir sofort. Schließlich ist an den 7 Tanks, die im ÜberQuell nun zuhause sind, ein wahrer Meister am Werk. Gelernt hat der Oberbayer Tobias schließlich an einem der renommiertesten Häusern, an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Nach drei Jahren Studium, Praxis an kleinen bayrischen Landbrauereien, wo er das Handwerk komplett verinnerlichte, und einem kurzen Abstecher in den Garten- und Landschaftsbau, war jedoch klar: "Brauerei ist das, was mich wirklich interessiert."

Nach der Meisterschule ging es dann hinaus in die Welt, wo er sich vordergründig auch mit dem Thema Craft Beer auseinandersetzte: in Russland, in der Karibik, in Uganda und letztendlich in Mexiko, wo eine ausgeprägte Craft-Beer-Szene existiert. Mit seinem deutschen Handwerk und seinem internationalen Denken ist Tobias also prädestiniert für den Job mit Axel und Patrick.

Der Braustil von Tobias ist well balanced, rund und weist keinerlei Bierfehler auf. Er ist harmonisch, hat keine Ecken und Kanten. Er ist eher vorsichtig als radikal. Sein Stil hat sofort zu uns gepasst."

Axel Ohm

Beer up! Die Sonne scheint.

Die Königin der Pizzen heißt nicht Margherita, sondern Yasmin

Doch während wir unser Bier schlürfen und den Geschichten über Tobias Braukunst im Ausland lauschen, die er im tiefsten bayrischen Dialekt erzählt, sind unsere Pizzen schon längst im Ofen. Natürlich sollte Yasmin für uns bestellen, denn sie kennt ihre sieben Pizzen in- und auswendig. Auf unseren Tisch kommt natürlich die klassische Margherita, denn wenn die stimmt, dann kann nichts mehr schiefgehen. Dazu kommt eine vegane Pizza (Die "Feel Good" mit Spargel, Oliven und getrockneten Tomaten funktioniert einwandfrei ohne Käse), eine mit zarter italienischer Mortadella und der Gewinner der Deutschen, eine pikante Salami. 

Tja, was sollen wir sagen? Die Sprachlosigkeit übermannt uns. "Das ist immer der perfekte Moment, wenn alles still wird, weil alle essen" erzählt Yasmin, die eigentlich gar keine Pizzabäckerin ist. "Aber ich habe mein Herz an den Teig verloren" – und das schmeckt man. Bereits im Alten Mädchen war sie für das Brot zuständig und manifestiert ihre Leidenschaft nun an der Pizza Napoletana. 


Pizza und Bier, zwei Produkte die aus Hefe gemacht werden

Yasmin hat ihre zwei Öfen, die direkt aus Neapel stammen und vor Ort aufgebaut wurden, fest im Griff. "Man muss die Öfen aber erst kennenlernen", in denen sie ihre Kreationen nur 60 bis 90 Sekunden bei ca. 485 Grad backt. Ihr Teig gärt 48 Stunden und wird auch dadurch fluffig, weich und sehr elastisch. Die Grundidee bei der neapolitanischen Art des Pizzabackens: Weniger ist mehr. Nach diesem Credo gestaltet auch Yasmin ihre Pizzen, denn ihr Produkt verbessert sich eben durch die Schlichtheit. Neben den handgedrückten Tomaten und der Mozzarella aus Kuhmilch kommen zu den anderen Variationen lediglich drei bis vier Handgriffe hinzu. Wir sind beeindruckt. 

Axel fasst nach unserem kleinen Gaumenschmaus zusammen: "Es gibt einfach wenig Braustätten, wo es auch geiles Essen gibt". Mit Yasmin, ihrem zweiten Glücksgriff, haben sie jemanden gefunden, der der Pizza ihre Würde zurückgibt. Der Trend geht schließlich wieder weg von Tiefkühlware und Massenproduktion – und das eben auch beim Bier. Im ÜberQuell lernt man so, Geschmack wieder zu verstehen, die Zunge und die Nase wieder zusammenarbeiten zu lassen.

Süße Pizza!

Zum Nachtisch gibt es dann on top noch zwei süße Versuchungen. Denn Yasmins Teig schmeckt auch mit Nutella wie ein Gedicht! Daneben kommt noch eine Pizza mit türkischem Yoghurt, der mit Vanille und Honig verfeinert wurde, Himbeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren, Pistazien und Orangenzesten. Und auch hier gilt: Alles kommt auf den Tisch, jeder teilt, die bestellten Pizzen kommen nach und nach dazu – komplett "family style". Als wir in die schokoladige Version beißen wollten, hält uns Axel zurück. Dazu gibt es nämlich das Choko Porter von Maisel, das herrlich als Food Pairing funktioniert. Schließlich gibt es im ÜberQuell nicht nur das eigene Craft Beer, sondern auch noch Biere (und Weine, High Ballls und Longdrinks) von Freunden.

Sweet!

Der Blick von oben

Entdeckungstour auf vollem Magen

Doch wir wollen nicht nur schmecken, was ÜberQuell kann, sondern auch sehen, was hier in den letzten Wochen so fleißig aus der Erde gestampft wurde. Als wir noch vor ein paar Monaten für andere Events in den Riverkasematten einkehrten, sah es hier noch ein wenig anders aus. Bam, das Resultat kann sich sehen lassen! Als wir durch den ersten Haupteingang ins Restaurant laufen (der zweite ist noch under construction), stehen wir inmitten der Küche. Ein Tresen ist hier Fehlanzeige, man ist als Gast sofort Teil des Ladens, denn hier steht Transparenz im Vordergrund. Herrlich – dieser Bereich ist auch gleichzeitig Lagerraum. Ein Blick nach links: Wir staunen nicht schlecht über eine lange Tafel, die sich durch den ganzen Raum zieht. Die Idee ist klar: Hier darf, soll, muss jeder mit jedem, alle sind eins. Man kann nicht reservieren, Lautstärke und Gewusel sind erwünscht! 

Überall ist Handwerk!

Das sehen wir auf unserer Tour sofort. Und erklärt bekommen wir alles auch noch einmal von Tina, die nicht nur die ganze Baustelle geleitet hat, sondern auch intensiv am Konzept mitgearbeitet hat: "Hier soll nämlich niemals alles fertig werden" sagt sie. Dafür gebe es hier viel zu viele Ecke und Winkel, die darauf warten, künstlerisch genutzt und gestaltet zu werden. Schon jetzt wird stets an Veränderungen und Neuerungen gedacht; die drei imposanten Tanks draußen werden zum Beispiel von dem spanischen Künstler Okudart Ende Juni bemalt. Kuratiert werden die künstlerischen Highlights von der Millerntor Gallery, gute Freunde des ÜberQuell. Drinnen ist momentan eine Ausstellung von Bobbie Serrano sichtbar. Diese soll alle paar Monate wechseln. 

Bobbie Serrano trifft perfektes Interieur

Die Tanks werden durch Okudart bald bunt

Immer wieder was zu entdecken

Vom Restaurant sind wir ebenso hin und weg, genauso wie von der Terrasse. Und da der BrewPub bei unserem Besuch noch Baustelle ist, beschäftigen wir uns mit den kleinen Highlights, die im Flur auf uns warten! An der Decke wird die Geschichte des Bieres erzählt, gegen eine Spende von einem Euro wird das wohl witzigste Kaspertheater der Stadt aktiv. Den Rest muss man einfach bei einem Besuch selbst entdecken – und schmecken.

Die Geschichte des Bieres an der Decke

Grand Opening am 9. Juni

So einen gewaltigen Eindruck haben wir schon lange nicht mehr von einer Location gehabt – und sie war bei unserem Besuch mit dem BrewPub noch nicht mal komplett. Aber wir kommen wieder. Denn das ÜberQuell hat immerhin über 30 Hähne, aus denen wir probieren möchten. Und Tobias hat noch einiges vor, sobald seine Brauanlage erstmal komplett angeschlossen ist. Wir sind zum Beispiel gespannt auf die Kreationen mit Gemüse, die er in seinem Kopf schon braut. Oder auf seine Sauerbiere. Doch das ist erstmal Zukunftsmusik. Das Team vom ÜberQuell bringt am 8. Juni zunächst sein Soft Opening über die Bühne, sodass ab dem 9. Juni weiter probiert, entdeckt und genossen werden kann. 

Patrick, Yasmin. Tina, Axel und Tobias

Perfekter Blick

Auch bei Sonnenuntergang eine Perle

Lisa Knauer 

Merle Hagelüken

Merle ist ein absolutes Nordlicht: Aufgewachsen an der Ostsee geht sie mittlerweile in Hamburg auf Entdeckungstour. Sie liebt den Hafen, das Wasser und findet in jeder Ecke das Besondere!