Versteckte Paradiese

Versteckte Paradiese10 grüne Oasen in Hamburg

Ständig sind wir auch der Suche nach dem Paradies. Einem Ort, an dem wir abschalten können, mitten in der Natur und mit exotischer Vielfalt. Wir Hamburger können uns glücklich schätzen, denn in unserer Stadt verstecken sich viele Gärten und Grünanlagen, die zum Relaxen einladen. Für die folgenden zehn Tipps müsst ihr also gar nicht in die weite Ferne reisen.

Römischer Garten

© Lisa Knauer

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Am Falkensteiner Ufer haben wir eine Treppe entdeckt, die uns in ein kleines Paradies geführt hat. 128 Stufen, knapp 30 Meter über der Elbe hat der Hamburger Kaufmann Anton Julius Richter im 19. Jahrhundert sich und Hamburg eine Oase im mediterranen Flair geschaffen. Inspiriert wurde er auf seinen Reisen durch Italien und wir können bestätigen: Die Anlage muss sich neben ihren italienischen Vorfahren nicht verstecken. Absolutes Highlight des terrassenförmig angelegten Gartens: der atemberaubende Blick Richtung Süden auf die Elbe, den Hafen und die Harburger Berge.

In den 20er und 30er Jahren war der Garten ein beliebter Treffpunkt. Man traf sich dort zum Picknick, Konzerten und anderen Aufführungen. Dann geriet die mediterrane Oase in Vergessenheit. Erst mit der Restaurierung in den 90er Jahren schaffte die Anlage es wieder auf die Karten der Hamburger. Im Sommer wird das kleine Amphitheater von der Hamburger Theatergruppe N.N. beim freien Picknicktheater wieder zum Leben erweckt. 

Baurs Park

© Lisa Knauer

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Versteckt mitten in Blankenese ist dieser Park noch nicht einmal offiziell als Parkanlage bei Google Maps eingezeichnet. Lediglich der gleichnamige Straßenname "Baurs Park" weißt uns den Weg zu einem weiteren Highlight am Elbhang. Die Wiese vor dem Herrenhaus ist perfekt für eine klassisches Picknick. Wir lassen uns am obersten Hügel des Parks nieder und genießen den Blick auf den Horizont und Richtung Süden. 

Der Baurs Park ist gestaltet nach dem Vorbild romantischer Landschaftsparks im englischen Stil. Der Kaufmann Georg Friedrich Baur gab die Gestaltung der Anlage 1817 in Auftrag, einige Jahre später ließ er sich dort eine kleine Villa bauen. Im zweiten Weltkrieg diente der Park als Notquartier, so musste die Anlage sowie das Haus in den 50er Jahren aufwendig saniert werden. Heute erstrahlt der Garten in altem Glanz und ist eine wunderbare Ruheoase nicht weit vom Stadtzentrum entfernt.

Goßlers Park

© Lisa Knauer

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Blankenese erweist sich als Geheimtipp unter Garten-Liebhabern und allen, die auf der Suche nach ein wenig Ruhe in der Natur sind. Ein weiterer Park im englischen Stil befindet sich nur wenige Schritte von der S-Bahn Station Blankenese entfernt. Ein englischer Kaufmann ließ sich hier im 18. Jahrhundert ein klassizistisches Landhaus errichten und einen Park gleich dazu. 

Gut für uns, denn die 8,4 Hektar Park sind ideal für einen schönen Spaziergang. Zur Veranschaulichung: Das ist circa die Größe von acht Fußballfeldern. Wir treffen hier viele Familien mit Kindern, Paare mit Hunden und junge Leute, die auf der Wiese relaxen. Wir bewundern das stattliche Herrenhaus, das übrigens seit 1924 als Ortsamt der Gemeinde Blankenese fungiert. Gerade findet kein Event in der Villa statt, also können wir nicht die Räume besichtigen. Dann müssen wir wohl ein anderes Mal vorbeischauen. 

Loki-Schmidt-Garten

© Lisa Knauer

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Der botanische Garten der Uni Hamburg, wir finden das klingt viel zu wissenschaftlich. Umso besser, dass die Ruheoase in Klein Flottbek 2012 in Loki-Schmidt-Garten umbenannt wurde. Zwischen heimischer und exotischer Fauna werdet ihr euch weit weg vom Großstadt-Wahnsinn fühlen. 

Auf unserem Spaziergang durch den Garten kommen wir vorbei an giftigen Pflanzen und wunderschönen Rosen. Wandern durch Südamerika und Asien bis wir uns wieder heimisch in der europäischen Heide fühlen. Ein kleiner Ausflug ist wie eine Reise raus aus Hamburg, der perfekte Ort, wenn ihr ein bisschen Erholung sucht. Viele versteckte Ecken und sogar Liegestühle laden zum Relaxen ein. Also findet euer Chi im japanischen Garten oder lauscht den entspannenden Wasserspielen. 

Offene Gärten

© www.offenergarten.de

© www.offenergarten.de

Absoluter Geheimtipp: An ausgewählten Wochenenden im Jahr öffnen wunderschöne Privatgärten mitten in der City ihre Tore für Besucher. Und nicht nur Hamburger Gärten sind dabei, auch Ausflüge in die Metropolregion sind empfehlenswert, denn dort haben wunderschöne Gutshöfe geöffnet. 

Ein Highlight in Niendorf ist zum Beispiel Herwyn Ehlers Cottage Garten. Hier dürft ihr nicht nur den wunderschön angelegten Garten bewundern, sondern auch Honig und Rosen aus Ehlers Züchtung kaufen. Für Kaffee und Kuchen ist außerdem gesorgt. Perfekter Start für eine Tour durch Hamburgs Gärten.

Der erste Termin in diesem Jahr ist der 7. Mai, dann öffnen die Gärten erst wieder am 4. Juni, zum Hauptwochenende am 17. & 18. Juni sowie am 2. Juli. Eine vollständige Liste aller Daten und Teilnehmer findet ihr hier

Trauns Park

© Lisa Knauer

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Der Elbpark Entenwerder ist bereits ein alter Hase unter unseren geheimen Favoriten der grünen Ecken. Eher unbekannt ist allerdings der angrenzende Traunspark. Hier ist weniger los und deshalb der perfekte Rückzugsort für alle, die auf der Suche nach Ruhe sind. Auf den kleinen Hügeln der Rasenfläche lässt es sich wunderbar entspannen.

Und etwas zu entdecken gibt's übrigens auch: In einem kleinen Garten blühen im Sommer Rosen und Stauden, umringt werden diese von einer klassischen Buchsbaumhecke. Besonders ins Auge fällt der 150 Jahre alte Wasserturm, der über die Baumwipfel ragt. Unser Fazit: Die Parkanlage in Rothenburgsort ist nicht nur einen Besuch wert, weil es eine der ältesten Grünanlagen Hamburgs ist, sondern auch weil wir hier super schnell abschalten konnten.

Rosengarten

© Lisa Knauer

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Zum 250-jährigen Jubiläum der Stadt Altona wurde 1914 ein Rosengarten angelegt. Wir haben uns entlang der Elbchaussee in Altona auf die Suche nach dem hoffentlich romantischsten Garten der Stadt gemacht. Fündig sind wir leider nicht geworden. Wo wir die Königin aller Blumen vermutet haben, befindet sich heute nur ein fein angelegter Heckengarten. Der Garten oberhalb des Donnersparks ist sehr idyllisch, zugegeben aber nicht das, was wir erwartet haben.

Nach einer Recherche wird klar wieso: Der Park wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört und seitdem wurde die Anlage immer wieder umgestaltet. Wir lassen uns sagen, dass tolle neue Projekte wie Wasserspiele in Planung sind, aber die Finanzierung noch unklar ist. Trotzdem lohnt sich ein Besuch in einer der ältesten Parkanlagen der Stadt: schöne Aussichtspunkte, imposante Baumbestände und das mitten in der Stadt.

Parkfriedhof Ohlsdorf

© Lisa Knauer

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Dieser Friedhofsbesuch wird euch nicht in trauriger Erinnerung bleiben. Im größten Parkfriedhof der Welt verstecken sich viele liebevoll angelegte Gärten, die zu romantischen Spaziergängen einladen. Geschwungene Wege führen vorbei an ja, Gräbern, aber auch idyllischen Teichen und malerischen Sitzecken.

In Zukunft wird sich auch noch einiges in der Friedhofsanlage verändern. Freilichtbühne? Yoga-Terrasse? Oder Meditations-Garten? Alle Hamburger sind dazu aufgerufen, sich an der Ideensammlung zu beteiligen.

Gartendeck St. Pauli

© Gartendeck Sankt Pauli

Leider befindet sich das Gartendeck St. Pauli noch im Winterschlaf, einen Besuch solltet ihr euch aber dringend vormerken, denn dieses kleine Paradies erscheint wie ein kleines Wunder zwischen der St. Pauli Druckerei und dem Indra. Von unten lässt sich nämlich nicht vermuten, dass auf dem Parkdeck der Tiefgarage auf 1.100 Quadratmetern ein Garten entstanden ist.

Hier müsst ihr nicht nach Rosen, Dahlien oder exotischen Blumen suchen: Erdbeeren, Bohnen und Kräuter sind das große Thema. Hier dürft ihr nicht nur im satten Grün relaxen, sondern selber bei Workshops mit Hand anlegen und bei Festen mitfeiern. Besonders freuen wir uns auf Yoga auf dem Gartendeck diesen Sommer.

Dahliengarten

Wusstet ihr, dass man den ältesten noch bestehenden Dahliengarten der Welt in Hamburg findet? Die erste Dahlie wurde hier 1920 eingepflanzt - übrigens auch zum 250-jährigen Jubiläum der Stadt Altona. Mit 15.000 Quadratmetern Flächen, über 11.000 Pflanzen und 600 Arten kann der Garten sich auch als einer der größten der Welt behaupten.

Ab Mitte Juli steht der Garten in voller Blüte - ein krasses Farbenspiel für's Auge. Einige Bänke laden zwar zum Verweilen ein, für ein gutes Picknick ist die Gartenanlage allerdings nicht geeignet. Wir empfehlen deshalb einen entspannten Spaziergang durch das Dahlien-Paradies von Juli bis Oktober.

Carolin Simon

Unsere kleine Weltenbummlerin Caro hat den Weg zurück in die Heimat gefunden und ist ab jetzt auf Entdeckertour in Hamburg unterwegs. Sie liebt den Hamburger Hafen und ist immer auf der Suche nach schönen Märkten und neuen Food Ideen.