Wodka, Pierogi & Co.

Wodka, Pierogi & Co.Das Beste unserer osteuropäischen Nachbarn

Wodka, Wodka, Wodka - die osteuropäische Kultur lässt mit Sicherheit keine Kehle trocken und keine Herzen kalt. Der Osten hat aber viel mehr zu bieten als nur Schnapsideen und hochprozentigen Fusel. Hier kommen zehn Orte in Hamburg, die euch das Lebensgefühl unserer Nachbarn näher bringen. 

Hier bleibt keine Kehle trocken!

Osteuropa meets St. Pauli: Die Kuchnia Wodkabar in der Talstraße vereint das Beste aus russischen und polnischen Geschmackswelten. Mit ganz viel Stil und einer feinen Auswahl an Spirituosen lässt es sich hier so gemütlich dinieren wie in einer osteuropäischen Kochstube – immerhin heißt kuchnia übersetzt ja auch Küche. Gekachelte Wände, Papiertischdecken und schummriges Kerzenlicht fügen sich ganz wunderbar ins Bild und eine ansteckende Leidenschaft für Kultur und Küche Osteuropas liegt in der Luft.

Durstig oder nüchtern muss hier niemand wieder gehen: Über 60 verschiedene Wodkasorten gehören zum Barsortiment. Mit dabei sind Klassiker wie Polens ältester Wodka Wyborowa und Knaller wie der würzig intensive Tundra. Auch die Speisekarte bietet so einiges: Borschtsch, Pierogi und Bigos finden in der Kuchnia Wodka Bar genauso ihren Platz wie Baltischer Heringssalat, gefüllte Blini und Yufka Teigtaschen. Das Highlight ist und bleibt jedoch der Wodka, der sich auch unter die Nachspeisen mischt: selbstgemachtes Eis mit einer leichten Schnapsspur – hach, ist das herrlich!

Russen-Party für Jedermann

„Man muss die Feste feiern, wie sie fallen!“ Bei dem Hamburger Datscha-Projekt verschmelzen Balkan-Beats, ukrainischer Reggae und Klezmer-Klänge auf wunderbare Weise miteinander. Die fünf Begründer des Projektes, echte Vollblut-Russen, haben es sich zur Aufgabe gemacht, osteuropäische Musik und Filme durch die Welt zu tragen – und dabei ganz viel Lebensfreude zu versprühen.

Neben regelmäßigen Filmvorführungen und Konzerten osteuropäischer Bands ist das Datscha-Projekt vor allem für seine legendären Partys bekannt: Ganz ohne Schickimicki und cooles Gehabe, aber dafür mit umso mehr Wodka und tollen Beats wird an den verschiedensten Orten in Hamburg gefeiert. Eine Clubnacht der besonderen Art, bei der jede Location in einen Ort verwandelt wird, an dem man sich pudelwohl und fast wie zuhause fühlt – unabhängig von der Muttersprache.

Die besten Pierogi der Stadt

© Pani Smak

© Pani Smak

Ob bei Sonne, Regen oder Schnee – Mehrmals wöchentlich tingelt ein unscheinbarer, weißer Foodtruck über die Märkte und Plätze unserer Stadt und wärmt uns mit hausgemachten Köstlichkeiten der polnischen Küche. Bei Pani Smak gibt es ganz authentische, wohlmundende Speisen zu phänomenal günstigen Preisen.

Während ihr euch an Zurek (Sauermehlsuppe mit Ei und polnischer Weisswurst) die Hände aufwärmen könnt, sind und bleiben die hausgemachten Pierogi nach polnischem Originalrezept der Verkaufsschlager von Pani Smak. Seit August müssen Liebhaber und Fans nun nicht mal mehr darauf warten, dass der Foodtruck haltmacht. Nur einen Steinwurf vom Kampnagel in Winterhude entfernt, hat Pani Smak im August ein eigenes Restaurant eröffnet.

Zwiebeltürme wie in Moskau

In der Stellinger Hagenbeckstraße versteckt sich eine ganz besondere Kirche mit Zwiebeltürmen, wie wir sie sonst nur aus Fotos von Moskau kennen. Die russisch-orthodoxe Kirche des heiligen Prokopij wurde 1965 geweiht und ist für viele russischstämmige Hamburger sowohl Treffpunkt als auch ein Stück Heimat im fremden Land. Die feierlichen Gottesdienste werden überwiegend auf Kirchenslawisch gehalten – authentischer geht’s nicht. Falls ihr keine Experten der hunderte Jahre alten Sprache seid, dann schaut am besten am ersten Sonntag im Monat vorbei, da findet der Gottesdienst auf Deutsch statt.

Selbst wenn ihr euch nicht als religiös bezeichnen würdet, ist das eindrucksvolle Gebäude einen Ausflug ins grüne Stellingen wert. Beim Anblick der tiefblauen Zwiebeltürme, vergoldeten Kreuze und türkisen Dachziegeln kommt man gar nicht umhin, sich 2.000 Kilometer östlich von uns im schönen Russland zu wähnen. Also: Marsch, Marsch!

Deutschlands einziges litauisches Restaurant

© Teigtasche

Deutschlands einziges litauisches Restaurant versteckt sich ganz unauffällig eingenistet in einer Seitenstraße nahe der Reeperbahn. Die Teigtasche ist aber keinesfalls ein After Party Spelunke, sondern ein uriges, kleines Lokal mit authentischer Küche aus dem südlichsten der drei Baltischen Staaten.

Litauisches „Svyturys“ Bier und „Strumbas“ Wodka fehlen selbstverständlich nicht auf der Getränkekarte, aber auch für hausgemachte Leckereien seid ihr hier an genau der richtigen Adresse. Ob „Bastuma“ (luftgetrocknetes, scharf gewürztes Filet nach litauischer Art) oder „Saltibarsciai“ (kalte Rote-Beete Suppe mit Bratkartoffeln) – alle Speisen machen angenehm satt und schmecken vorzüglich. Das Highlight sind natürlich die handgemachten Teigtaschen, denen das Restaurant seinen Namen verdankt und die mit über zehn verschiedenen Varianten wahrlich keine Wünsche offen lassen. Ein Hoch auf neue Geschmackswelten!

Dalmatiner, Ajvar & Co.

Wer Lust hat, mal wieder in komplett neue Kochgefilde einzutauchen, der ist bei Pink Feinkost exzellent aufgehoben. Der kleine Feinkostladen in St. Georg ist ein echtes Traditionsgeschäft und widmet sich seit über zwanzig Jahren den besten Lebensmitteln aus Serbien, Kroatien, Slowenien, Montenegro und Mazedonien. Der hochprozentige Pflaumenbrand Sljivovica findet hier genauso seinen Platz wie Dalmatiner Schinken, Pager Käse und Ajvar – ein südosteuropäischer Gemüsekaviar aus Paprika und Auberginen. Kochprofis, Osteuropa-Fans und Liebhaber exquisiten Geschmacks: Die 800 verschiedenen Produkte werden euch mehr als glücklich stimmen!

Tanzbare Klezmer Klänge

© Shendi Copitman

© Shendi Copitman

Hamburg hat eine eigene Klezmer Band! Das virtuose Quartett hat seine jüdischen Wurzeln vor allem in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion und bringt eine bunte Mischung aus jüdischer, moldawischer, ukrainischer und rumänischer Musik auf die Bühnen unserer Stadt.

Klezmer, jüdische Volksmusik, ist mit sehr viel Tradition und Geschichte verbunden. Wer deshalb glaubt, dass es hier staubig und langweilig zugeht, liegt falsch! Die Hamburger Klezmer Band schafft es auf ganz wunderbare Weise, authentisch und traditionell zu bleiben, aber trotzdem richtig tanzbar zu sein. Die Kombination aus Tuba, Akkordeon, Geige, Schlagzeug und Gesang darf eure Ohren und Herzen auf keinen Fall unberührt lassen!

Das Eck für den Wodka

Dank seiner knalltürkis-leuchtenden Fassade ist das Nowa Huta in der Lindenallee eigentlich nicht zu übersehen. Die kleine Kellerbar zwischen Schanze und Eimsbüttel ist ideal für einen Feierabenddrink – besonders, wenn ihr Fans polnischen Wodkagenusses seid! Hier wird in schummriger Atmosphäre „Das letzte Einhorn“ und der „Rosa Albrecht“ geschlürft.

Damit der Wodka nicht auf nüchternem Magen gebechert werden muss, gibt es im Nowa Huta auch eine kleine Tageskarte mit ausgewählten polnischen Speisen. Mit Borschtsch und wärmendem Gulasch im Magen schmeckt der Cocktail doch gleich viel besser, oder? In diesem Sinne: Nastrovje!

Da steppt der Bär!

In St. Georg hat sich eine kleine Tanzgruppe zusammengefunden, die die Leidenschaft für traditionellen, ungarischen Volkstanz verbindet. Hier treffen Tanzbegeisterte jeden Alters und jeder Expertise aufeinander – es geht einfach nur um die Freude bei der Sache! Obwohl die Gruppe ziemlich klein ist, nimmt sie immer gerne Gäste und Neulinge auf. Eigentlich finden sich die Hajnali Tänzer jeden Freitag zu einer gemütlichen Runde zusammen, im Moment sind sie jedoch auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten. Schaut am besten Mal auf Facebook vorbei, um die nächsten Termine ausfindig zu machen!

Budapester aus Meisterhand

© Demarti

© Demarti

Traditionelle Handwerkskunst, zeitlose Designs und erstklassige Qualität – all das vereint Demarti in seinen hochwertigen Damen- und Herrenschuhen. Das Schuhgeschäft am Stephansplatz ist ein Laden, in dem Liebhaberstücke ihre auserwählten Partner finden und Schuhmacher-Kunst auf höchstem Niveau wertgeschätzt wird.

Die Budapester-Schuhe werden stimmiger Weise in einer Budapester Manufaktur, Buday Shoes, gefertigt, die für die anspruchsvolle Verarbeitung edelster Materialien gepriesen wird. Bei Demarti gibt es halt nur das Beste vom Besten – sowohl fürs Auge als auch für den Fuß. Hier kann auch auf direkte Kundenwünsche eingegangen werden, sodass ihr Farbe, Form und Leder selbst wählen könnt. Solch hohe Qualität hat selbstverständlich ihren Preis, aber wer auf der Suche nach etwas ganz Besonderem für seine Füße ist, der ist bei Demarti genau an der richtigen Adresse!

 

Tabitha Wedemann

Nachdem Tabitha die letzten sieben Monate durch die Weltgeschichte gereist ist, hat sie jetzt ihren Weg zurück nach Hamburg gefunden, um ihrer Leidenschaft fürs Schreiben nachzugehen. Wenn sie nicht gerade in Cafés sitzt, Gedichte verfasst oder über Festivals tanzt, erkundet sie am liebsten all die besonderen Ecken ihrer Heimatstadt!