10 Geheime Spots unter Tage Hamburgs Unterwelt

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Kennt ihr das? Manchmal hat man einfach genug und will sich nur verkriechen damit einen niemand findet. Wir haben uns für euch auf die Suche nach Unterschlüpfen gemacht und sind dabei auf jede Menge Geschichten und Mythen aus Hamburgs Unterwelt gestoßen. Was jetzt kommt, ist nichts für schwache Nerven!

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Mögt ihr es dunkel?

Lets get down Ab unter die Erde!

Seit mehr als 150 Jahren wird unter Hamburgs Erde an Tunneln, Sielen und Bunkersystemen gebaut. Sicherheit, Transport und Versorgung hängen heute von der einwandfreien Funktion der verschiedenen unterirdischen Systeme ab. Wir haben für auch in der Historie der Hansestadt gegraben – und jede Menge geheimnisvolle Storys gefunden.

Die folgenden Geschichten sind nichts für Leute, bei denen sich Achluophobie (Angst vor Dunkelheit), Klaustrophobie (Angst vor engen Räumen) oder gar Taphephobie (Angst, lebendig begraben zu werden) ankündigt. Ready für Nervenkitzel? Dann los!

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Das sieht schon etwas gruselig aus, findet ihr nicht auch?
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Tiefbunker am Steintorwall

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iner der größten Bunker Hamburgs liegt rund 14 Meter unter der Erde – und viel näher als man vielleicht vermutet. Unweit des Hauptbahnhofs wurde der Atombunker Steintorwall im Zweiten Weltkrieg von der Reichsbahn als Luftschutzbunker für durchreisende Bahngäste erbaut. Sitz- und Liegeräume bieten Platz für bis zu 2.702 Menschen, schwere Eisentüren und schweres Licht strecken sich über drei Stockwerke: So sähe also ein Leben unter der Erde aus. 14 Tage hätte man hier während des Kalten Krieges leben können, drei Menschen hätten auf einer Liege Platz finden müssen. Die Zeit scheint stehengeblieben. Auch heute noch ist der Bunker im Katastrophenfall als Schutzraum vorgesehen. Während des Kalten Krieges wurde der Bunker dafür modernisiert und ist heute im Rahmen einer geführten Besichtigung zugänglich. Vorsicht: Hier entstehen Gänsehautmomente.

Der aktuelle Treffpunkz ist vor der Bushaltestelle HBF/ Spitalerstraße.

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Willkommen bei Möwe Sturzflug.
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"Pesthofkeller" unter der Möwe

Während wir seelig in der Möwe unseren Earl Grey – mit Gin, ganz viel Gin – schlürfen, liegt eine Etage tiefer ein eindrucksvolles Kellergewölbe. Pest, Lepra und Cholera unter einer der sexiesten Bars, die wir kennen? Der Name täuscht! Der Pesthof, der im 17. Jahrhundert Hamburg als Krankenlager diente, befindet sich nur in der Nähe. Unter der Möwe wurde der Keller – der Koopmann’sche Eiskeller – ab 1863 lediglich als Kühlraum einer Schlachterei benutzt und geriet nach dessen Konkurs 1903 in Vergessenheit. Aber auch Hamburgs schattige Vergangenheit manifestiert sich hier unten: Das imposante Herrenzimmer der NSDAP liegt nur wenige Meter entfernt. Und damit nicht genug: Unter dem Keller soll es noch acht weitere Stockwerke in die Tiefe gehen! Und auch hier schlummern angebliche Tunnel, die sich durch Hamburg ziehen. Erkundet hat dies bislang niemand. Für die Öffentlichkeit ist der Keller nicht zugänglich – aber in der Möwe lohnt sich auch ein überirdischer Stopp!

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Okay, das sieht jetzt wirklich gruselig aus!
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Der Schellfischtunnel

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Unter Altona schlummern heute die Reste der Altonaer Hafenbahn mit dem Schellfischtunnel als ihrem wichtigsten Bauwerk. 1844 als Verbindung zwischen dem dänischen Altona und Kiel gebaut, war dies der erste Bahnanschluss zu einem Hafen im Hamburger Raum. 1870 wurde die Strecke um einen 395m langen Tunnel erweitert – unter anderem als wichtige Transportverbindung der Fischindustrie. Daher die Schellfische! 1895 wurde der Tunnel auf rund 961m verlängert; dieser Teil verläuft heute unter der Max-Brauer-Allee. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Strecke als eine der ersten in Deutschland für den elektrischen Betrieb aufgerüstet; Ende des 20. Jahrhunderts wurde der Betrieb eingestellt. Bis heute ist unklar, was mit dem Tunnel passiert. Her mit den Konzepten bevor der Schellfischtunnel endgültig zugeschüttet wird!

Treffpunkt ist der Bahnhof Altona, Fernbahn-Ebene, direkt am Fuß der Rolltreppe zum „Media-Markt“.

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Die Große Freiheit.
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Geheime Tunnel unter St. Pauli?

Seit den 1920er-Jahren kursiert ein Mythos, chinesische Einwanderer hätten Tunnel unter St. Pauli gebaut, um geheimen Schmuggel und Opiumhandel betreiben zu können. Fakt ist, dass sich viele chinesische Seemänner in St. Pauli – dem deutschen Hafenviertel damals – niederließen, um Geschäfte und Lokale zu gründen sowie im Hafenbetrieb zu arbeiten. Genährt wurde das Gerücht sicherlich durch die Kellerwohnungen, die die meisten Chinesen aufgrund der niedrigen Mietpreise bewohnten. Hier und da gab es dann mal einen Mauereinbruch, um Platz zu schaffen. Hinzu kommt, dass St Pauli ein gefährliches Pflaster war: Drogen, Prostitution und Gewalt lagen an der Tagesordnung – aber nicht nur für chinesische Einwanderer. Geheime Tunnel konnten bis heute nicht gefunden werden. Opium und Schmuggel gab es allerdings en masse. Der Rest scheint der westlichen Fantasie und alten Klischees entsprungen zu sein. Aber wer weiß: Steigt euch in St. Pauli mal der Duft von Opium in die Nase, dann fangt mal an zu graben!

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Wie gerne wir den Röhrenbunker sehen würden!
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Röhrenbunker unter St. Pauli

This one is for sure: Eine der letzten begehbaren Röhrenbunker befindet sich in St. Pauli unter dem Hans-Albers-Platz. Rund 50m der Anlage, die im Zweiten Weltkrieg den Bewohnern von St. Pauli Schutz vor Bomben geben sollte, sind heute noch begehbar – leider aber nicht für die Öffentlichkeit.

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Heute sind die Bunker zerfallen.
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Der U-Boot Bunker

Heute ein Firmengelände in Steinwerder, früher der Sitz der Vulkanwerft, wo der imposante U-Boot-Bunker Elbe 2 ein Denkmal des Zweiten Weltkriegs zu werden schien. 1941 war der Bau des Bunkers vollendet. Er diente zunächst als Ausrüstungsbunker, in dem U-Boote fertig gestellt werden sollten. 1945 wurde Elbe 2 nach mehreren Bombentreffern von den Briten gesprengt. Zurück blieben allerdings die U-Boote, die man ab 1949 ausschlachtete, um wichtiges Material wiederzuverwerten. In den 90ern dann radikales Zuschütten: Vulkanhafen und Bunker mussten Baggersand weichen, um das begrenzte Geländeniveau zu erreichen. Von der Ruine ist heute leider nichts mehr zu sehen – aber wer hätte gedacht, dass unter Beton und Schutt in Steinwerder ein kleiner U-Boot-Friedhof schlummert?

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Na, vielleicht gibt es sie ja doch, die Geisterstationen.
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Geisterstationen

Im nordöstlichen Steilshoop hielt sich die Behauptung, in der Unterführung des Einkaufzentrums gäbe es hinter dem Gemäuer eine fertige U-Bahn-Station. Gleis Neundreiviertel in Hamburg? Das Harry-Potter-Feeling direkt in unserer Stadt! Hinter den Wänden verbirgt sich aber lediglich: Schotter. Ursprung des Mythos ist ein einfacher Gedanke in der Konstruktion. Im Falle einer geplanten Station könne jederzeit der Schotter abgegraben, die Fahrbahn abgehoben und ein Tunnel gebaut werden, ohne dass das darüber liegende EKZ in eine Baugrube abrutscht. Toll!

Auch in Lurup kursierte das Gerücht, dass es eine fertige U-Bahn-Station geben soll – inklusive Sitzbänke und Plakaten aus den 1960er-Jahren. Auch dies konnte nie bestätigt werden. Diese Stationen gibt es leider nicht wirklich. Wir geben die Hoffnung trotzdem nicht auf: Hogwarts, wir kommen!

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Wusstet ihr, dass es unter dem Michel eine Art Friedhof gibt?
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Unter dem Michel

Die Aussicht auf Hamburg vom Michel genießen – been there, done that. Unter der Hauptkirche allerdings befindet sich die Krypta. 268 Grabkammern liegen unter der Erde begraben und sind für jeden neugierigen Besucher zugänglich. Ab dem 17. Jahrhundert fanden hier über 2000 reiche Bürger samt Familie ihre letzte Ruhestätte, unter ihnen auch Carl Philipp Emanuel Bach, Sohn von Johann Sebastian Bach. Heute leider nicht mehr öffentlich begehbar sind die Revisionsgänge unter der Krypta, die es ermöglichten, die Grundmauern des Michels zu inspizieren und das Mauerwerk zu belüften. Während des Zweiten Weltkrieges flüchteten Anwohner vor dem Bombenterror in den feuchten Untergrund. Heute sind Teile der Geheimgänge zugeschüttet. Dennoch hält sich auch hier das Gerücht, dass geheime Gänge von hier aus den Hamburger Untergrund durchziehen, was offiziell nie bestätigt wurde. Listige Grabjäger wurden also bis dato noch nicht überführt! Mehr Infos gefällig? Gibt’s hier!

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Ab unter die Alster!
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Tunnel unter der Lombardsbrücke

Hamburgs Kanalisation erstreckt sich in einem Sielnetz von ca. 5.500 Kilometern. Das ist von hier bis … voll weit weg! Viele dieser Abwassertunnel sind allerdings stillgelegt – und begehbar. Ein Eingang zu eben diesen geheimen Tunneln liegt im Dampfboot-Wartezimmer. Wo? Unter der Lombardsbrücke zwischen Binnen- und Außenalster! Hier muss man schon genauer hinschauen, um sich Hamburgs Geschichte bewusst zu werden. Das Wartezimmer wurde bis 1881 für Passagiere der Alsterdampfer benutzt, denn bis 1939 war genau hier eine Anlegestelle. Weder das historische Wartezimmer, dem einzig noch erhaltenen seiner Art, noch der stillgelegte Tunnel sind frei zugänglich, aber auch hier lungern wieder unterirdische Geheimnisse, von denen man offenkundig wenig weiß.

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Das Hilfskrankenhaus in Wedel wurde nie genutzt.
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Hilfskrankenhaus-Bunker in Wedel

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Unter dem Gelände des heutigen Johann-Rist-Gymnasiums liegt das ehemalige Wedeler Hilfskrankenhaus, das zwischen 1964 und 1974 entstand. Eingerichtet wurden zuletzt 1.694 Betten für den Krisen- und Katastrophenfall – benutzt wurde das unterirdische Krankenhaus allerdings nie. Die Fantasie ist trotzdem lebhaft, wenn man sich den Ernstfall hier vorstellt – nicht zuletzt wegen der Original-Einrichtungsgegenstände, die hier wiederaufgebaut wurden und den Ort zum Leben erwecken. Horrorstoryreif! Wer wagt eine Führung?

Treffpunkt der Führung: Vor dem Eingang zum Hilfskrankenhaus an den Sportanlagen des Rist-Gymnasiums in Wedel.