Hummel & Quiddje

Hummel & QuiddjeBier & Brotzeit in der Bernstorffstraße

Wir schlendern an einem lauen Sommerabend durch die Bernstorffstraße und sind auf dem Weg zu einer Kneipe, die schon lange auf unserer „Wishlist“ steht. Kommt doch einfach mit! Wir werden schon mit einem breiten Lächeln erwartet und vor uns liegt ein gemütlicher Abend zwischen Hinterhofromantik und Holztresen. Willkommen im Hummel & Quiddje!

Eine Zeitreise in die Fünfziger Jahre

Wer das Hummel & Quiddje betritt, hat schlagartig das Gefühl ein Zeitreise-Portal gefunden zu haben, das einen direkt in das Hamburg der fünfziger Jahre katapultiert. Dunkles Holz wohin das Auge reicht, mit Leder überzogene Barhocker, gebrochenes Licht auf dem Bartresen und alte Lampenschirme verleihen den Räumen eine warme und unglaublich heimelige Atmosphäre. Die urige Efeu-Tapete und alte Jukebox haben es uns besonders angetan. Denn die läuft tatsächlich noch mit D-Mark! Tako, die Barkeeperin, führt uns durch die Kneipe und während wir noch über all die liebevollen Details staunen, finden wir uns plötzlich im Hinterhof wieder – und was sollen wir sagen: Den Anblick, der sich uns hier bietet, haben wir beim besten Willen nicht kommen sehen!

Ein Stückchen Hamburger Geschichte

Das Hummel & Quiddje hat eine lange Tradition in Hamburg. In der Clemens-Schulz-Straße von Annie Mielke gegründet, zieht die Kneipe 1986 gemeinsam mit Annie und ihrem Mann in die Bernstorffstraße um. Hier hat Annie ein offenes Ohr für alle verlorenen Seelen, die an ihrem Tresen Platz nehmen und versorgt ihre Gäste mit selbst gemachten Frikadellen und Kartoffelsalat, die sie im angebauten Schuppen zubereitet. Mit Annie geht eine Ära zu Ende, doch ein paar ihrer ehemaligen Gäste entscheiden sich, das Haus zu kaufen und die Kneipe in Annies Ehren weiterzuführen.

Eine grüne Oase

Grün, wohin das Auge reicht

Die drei eigenen Bienenstöcke sorgen regelmäßig für Honig!

Im Hinterhof ein kleines Paradies

Hier haben die neuen Betreiber Petra, Tina, Ratko, Alice und Srini eine richtige kleine Oase geschaffen. Eingerahmt von Efeu berankten Wänden und Pflanzenkübeln stehen Gartenstühle und Tische in kleinen Sitz-Gruppen zusammen. Wir bekommen sofort Lust, uns mit einem Gläschen Vino in eine der lauschigen Ecken zu setzen und stundenlang über Gott und die Welt zu quatschen. Ganz hinten entdecken wir sogar ein paar Bienenkästen. Darin leben inzwischen drei Bienenvölker, die regelmäßig für neuen Honig sorgen.

Bereut haben wir es nie. Auch wenn es manchmal hart war, hat es immer Spaß gemacht.

Petra Ring, Co-Betreiberin

„St. Pauli braucht nicht noch eine hippe Bar.“

Das war von Anfang an allen klar, erinnert sich Petra. Stattdessen soll Hummel & Quiddje eine ehrliche Bar sein, in der sich jeder willkommen und aufgehoben fühlt. Reinkommen und sich alleine mit einem Glas Wein in den grünen Garten setzen, geht hier genauso, wie direkt im Getümmel am Tresen Platz zu nehmen und ein wenig mit der Barkeeperin und dem Nachbarn zu plauschen. Wir fühlen uns auf jeden Fall pudelwohl!

Wieso eigentlich „Hummel & Quiddje“?

Den Gruß „Hummel Hummel – Mors Mors“ kennt ihr bestimmt. Aber wisst ihr auch genau, was das bedeutet?

Hans Hummel war der Name eines Hamburger Wasserträgers, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts den Hamburger Stadtteil Neustadt mit Trinkwasser versorgte. Freche Straßenkinder ärgerten ihn oft, indem sie ihn „Hummel Hummel“ riefen und von seiner Arbeit ablenkten. Seine Antwort war „Mors Mors“, was frei übersetzt so viel wie „Ihr könnt mich mal“ heißt. Quiddje hingegen ist im Hamburger Raum eine scherzhafte Bezeichnung für Zugezogene. Und da Annie als ursprüngliche Dortmunderin ein Faible für Hamburg hat, entstand die Kombi: Hummel und Quiddje!

Das traditionelle Herrengedeck schmeckt hervorragend

Herrengedeck und hausgemachtes Möhrenchutney

Nach der Erkundungstour durchs Hummel & Quiddje haben wir Durst! Die Getränke sind hier noch auf einer kultigen Coca-Cola-Werbetafel gelistet – so wie sich das eben für eine Traditionskneipe gehört. Wir bestellen ein Bier vom Fass und freuen uns wie Bolle, als Petra uns eine zünftige Brotzeit mit Landbrot, Gewürzgurke und einem Schnaps dazu stellt. Dazu gibt's den selbst gemachten Balsamico-Linsen-Aufstrich mit Möhrenchutney von Alice – so eine leckere Brotzeit haben wir lange nicht mehr gegessen!

  • Live-Konzerte in Wohnzimmer-Atmosphäre

    Regelmäßig lädt das Hummel & Quiddje Künstler ein, die in der gemütlichen Wohnzimmer-Atmosphäre der Kneipe mit Live-Musik für Stimmung sorgen. Dafür könnt ihr euch ganz einfach auf der Website informieren.

  • Barkeeper als DJs

    In dieser Kneipe mixen die Barkeeper nicht nur unglaublich gute Drinks, sondern bringen euch mit ihren Lieblingssongs gleichzeitig in Schwung.

  • Keine festen Schließzeiten

    Das Hummel & Quiddje ist montags bis samstags ab 18 Uhr für euch geöffnet und macht erst zu, wenn ihr eure Drinks ausgeschlürft habt. Also nur die Ruhe!

  • Viele hausgemachte Köstlichkeiten

    Neben dem Balsamico-Linsen-Austrich und Möhrenchutney macht Mitbesitzerin Alice auch noch den berühmt berüchtigten Ingwerschnaps und Kaffeelikör selbst, den ihr im White Russian genießen könnt. Einfach köstlich!

Macht's euch gemütlich!

Auf ein baldiges Wiedersehen

Nach unserem Besuch im Hummel & Quiddje laufen wir nicht nur mit gefüllten Mägen nach Hause, sondern auch mit einem breiten Lächeln im Gesicht. Die Kneipe aus der Bernstorffstraße hat uns mit ihrer ehrlichen und gemütlichen Atmosphäre vollends überzeugt und wir freuen uns schon aufs nächste Mal!

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Leonie Henze

Dieser Beitrag ist auf redaktioneller Ebene entstanden

Frederike Höhn

Fredi ist eine wahre Hamburger Deern und findet kein Fleckchen dieser Welt so schön wie ihre Heimatstadt Hamburg. Am ehesten trifft man sie mit einem Buch und ihrer Kamera bewaffnet dort, wo der Kaffee gut und stark ist!