Plastikfrei durch Hamburg Tschüss, Plastik!

Wir alle kennen die Bilder von riesigen Müllstrudeln und schwimmenden Plastikinseln – im Atlantik, im Südpazifik, im Indischen Ozean. Inzwischen sind 700 Arten durch Kunstoffabfälle bedroht. 90 Prozent aller Seevögel und 20 Prozent aller Fische essen Plastikmüll. Die Konsequenzen sind fatal. Nicht nur für die Tiere, die oftmals mit vollen Mägen verhungern, sondern auch für uns Menschen. Über die Nahrungkette ist das Plastik längst bei uns angekommen. Höchste Zeit zu Handeln! Wir haben ein paar Tipps für euch gesammelt, mit denen ihr im Alltag ganz einfach Plastik einsparen und vermeiden könnt. Let’s go!

Umweltfeind Nummer 1 What the plastic?!

Plastik hat zu Recht ein Imageproblem. So praktisch Kunststoffe im Alltag auch sein mögen, für die Umwelt stellen sie  eine erhebliche Belastung dar. Besonders deutlich werden die katastrophalen Folgen unseres Konsumverhaltens beim Blick auf die Ozeane. Gegenwärtig zirkulieren in den Weltmeeren geschätzte 269.000 Tonnen Plastikmüll. Studien belegen, dass jährlich rund 8 Millionen Tonnen hinzukommen.

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Unverpackt Läden Supporten

Spart euch die Verpackung

Wer aktiv versucht, Kunststoffverpackungen zu vermeiden, stößt in konventionellen Supermärkten schnell an seine Grenzen. Der mitgebrachte Jutebeutel nutzt schließlich nicht viel, wenn ein Großteil der Produktpalette in Plastik gehüllt ist. Gott sei Dank gibt es Alternativen. In Hamburg gibt es mittlerweile ganz viele tolle Unverpackt Läden, die gänzlich ohne lästigen Plastikmüll auskommen. Für Molkereiprodukte, frisches Obst und regionales Gemüse empfehlen wir einen Besuch auf dem guten alten Wochenmarkt. Auch wenn es hier nicht immer ganz plastikfrei zugeht, habt ihr, anders als im Supermarkt, wenigstens die Möglichkeit auf mitgebrachte Verpackungsalternativen zurückzugreifen. Die meisten Verkäufer sind diesbezüglich sehr verständnisvoll und hilfsbereit.

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Lecker Hamburger Wasser

Trinkt mehr Leitungswasser

Recycling ist natürlich besser, als Kunststoffabfälle ins Meer zu entsorgen. Daran besteht kein Zweifel. Nachhaltig sind PET Flaschen deshalb noch lange nicht. Um diese wiederzuverwerten ist ein aufwändiges Verfahren notwendig, das große Mengen Erdöl verschlingt. Anders als das Mehrwegsystem, ist das PET-Flaschensystem zudem kein geschlossener Kreislauf. Rechnet man die Verschlusskappen ein entstehen durch die leeren Getränkeflaschen jährlich rund 450.000 Tonnen Kunststoffabfälle. Was nicht recycelt werden kann, wird mit dem Restmüll verbrannt. Nur ein Viertel der PET Flaschen wird wieder zu Flaschen verarbeitet. Leitungswasser ist nicht nur umweltfreundlicher als die Plastikflaschenvariante, es ist auch günstiger. Und schleppen müsst ihr die schweren Flaschen dann auch noch. Wer auf abgefülltes Wasser, Softdrinks und Säfte nicht verzichten mag, kann im Zweifelsfall immer noch auf Glasflaschen zurückgreifen. Wenn der Hersteller aus der Region kommt, hält sich die Umweltbelastung in Grenzen.

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Leinen, Baumwolle & Co. for the win

Vermeidet Mikroplastik

Dass viele Pflege- und Kosmetikprodukte wie Shampoo, Duschgels, Cremes und Lippenstifte Mikroplastik enthalten ist längst bekannt. Die mikroskopisch kleinen Kunststoffe finden sich im Sortiment fast aller großen Marken. Der Einkaufsratgeber des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) listet bereits über 600 Produkte auf, die Mikroplastik enthalten. Das Dokument wird ständig ergänzt. Wer Kunststoffe in konventioneller Kosmetik vermeiden möchte, muss gut informiert sein und genau hinsehen. Apps wie Code Check bieten ein wenig Orientierung im Inhaltsstoffe-Dschungel. Einfacher ist es, direkt auf Naturkosmetik umzusteigen. Hier werden grundsätzlich keine synthetischen Polymere verwendet. Ein weiteres, weit weniger bekanntes, Problem stellen die Kunstfasern in unserer Kleidung dar. Jedes Mal, wenn wir Textilien mit Elastan, Viskose, Polyacryl oder Polyester in die Waschmaschine schmeißen, verlieren diese Fasern, die über das Abwasser schließlich in die Meere gelangen. Hier hilft nur eins: auf Naturfasern wie Baumwolle, Leinen, Hanf, Wolle und Seide zurückgreifen.

Gemeinsam stark

Vernetzt euch

Im Team geht alles leichter. Das gilt für für die Vermeidung von Plastikmüll genauso, wie für die meisten anderen Dinge im Leben. Wer gerade erst anfängt, sich mit der Thematik zu beschäftigen, ist angesichts der vielen unterschiedlichen Ansätze und widersprüchlichen Informationen schnell überfordert und frustriert. Da kann es durchaus helfen, sich mit Gleichgesinnten kurzzuschließen und Erfahrungen auszutauschen. Gott sei Dank gibt es Hamburg, genau wie in den meisten anderen Großstädten, viele Möglichkeiten sich zu vernetzen. Wie wäre es zum Beispiel, wenn ihr mit den Mädels von oclean gemeinsam Müll sammeln geht? Hierbei tut ihr nicht nur Gutes, sondern gewinnt vielleicht sogar automatisch neue Freunde mit gleichen Ansichten dazu!

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Bewusster Kaffeekonsum

Trinkt euren "coffee to go" aus Mehrwegbechern

Einer aktuellen Studie des Bundesumweltamtes zufolge, nutzen die Deutschen jährlich 2,8 Milliarden Wegwerfbecher. Das sind 34 Becher pro Kopf. Hinzu kommen 1,3 Milliarden Plastikdeckel. Allein in der Hauptstadt Berlin gehen stündlich 20.000 Einwegbecher über die Ladentheken. Um die Wasserfestigkeit der Becher zu stärken, werden diese häufig mit dem Kunststoff Polyethylen beschichtet. Dieses Coating wiederum sorgt dafür, dass die Becher nur schwer oder gar nicht recycelt werden können. Der „coffee to go“ Becher ist gewissermaßen das Aushängeschild unserer Wegwerfgesellschaft. Wer bei diesem Wahnsinn nicht mehr mitmachen möchte, bringt am besten einen eigenen Becher von zu Hause mit. Viele Cafés haben die Problematik mit den Einwegbechern längst erkannt und belohnen Kunden, die ihren Kaffee vor Ort trinken oder sich für eine nachhaltige „to go“ Variante entscheiden. Zusätzlich gibt es eine Vielzahl regionaler und überregionaler Initiativen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Trinkgewohnheiten der Menschen zu ändern – zu Gunsten der Umwelt. Start Ups wie RECUP setzten zur Müllvermeidung auf ein Mehrwegbechersystem. Mit Plastik gegen Plastikmüll? Was auf den ersten Blick irgendwie komisch erscheint, hat bei genauerem Hinsehen durchaus Potential. RECUP Becher sind im Gegensatz zur Plastikvariante zu 100 Prozent recyclebar und können bis zu 500 Mal wiederverwendet werden.

everdrop Waschmittel

Wasche mit Rücksicht auf deine Wasserhärte

Wer liebt es nicht: Das Gefühl und den Duft von frisch gewaschener Wäsche. Doch Waschen ist zu solch einer Selbstverständlichkeit für uns geworden, dass wir gar nicht mehr darüber nachdenken, wie schädlich bereits das Abwasser einer einzigen Waschladung für unsere Umwelt ist. Denn Waschmittel gehört zu den größten Umwelt-Belastungen eines privaten Haushalts. Und hier kommt unsere neuste Entdeckung ins Spiel: everdrop! Das Startup ist zu folgendem Ergebnis gekommen: Durch die Anpassung des Wasserenthärter-Anteils im Waschmittel an den jeweiligen Wasserhärtegrad können 50 Prozent Tenside eingespart werden. Genial, oder? So einfach kann umweltfreundliches Waschen sein.

Die wildvag von wildplastic

Müllbeutel aus aus altem Plastik nutzen

Ganz im Sinne einer besseren Zukunft für uns alle, kümmert sich das Team von Wildplastic darum, dass weggeworfenes Plastik aus der Natur gesammelt und wiederverwertet wird. So sollen Produkte für eine bessere Zukunft hergestellt werden. Müll wird bei Wildplastic kurzerhand zu einem Wertstoff umgewandelt, der zu kreativen, smarten, sozialen und vor allem ganzheitlich gedachten Lösungen inspirieren soll. Erster Meilenstein auf dem langen Weg sind die Wildbags, Müllbeutel aus gesammeltem Plastik für Zuhause. Deshalb sieht auch jede Wildbag anders aus, darauf zurückzuführen, wie das „wilde Plastik“ aussah, dass das Team aus der Natur aufgeräumt hat.