7 Orte, die ihr barrierefrei erkunden könnt Barrierefrei durch Hamburg

Ob Rollstuhlfahrer:innen, Eltern mit Kinderwagen, Menschen mit Atemwegsproblemen oder Nutzer:innen von Rollatoren – Barrierefreiheit ist für viele bewegungseingeschränkte Menschen ein wichtiges Thema. Denn eine Rampe neben der Treppe oder ein Fahrstuhl kann im Zweifel darüber entscheiden, ob man sorglos einen Ausflug genießen kann oder sich plötzlich in einer problematischen Situation wiederfindet. Und da wir wollen, dass wirklich jeder unsere wunderschöne Stadt besuchen und bewundern kann, stellen wir euch heute sieben Orte in Hamburg vor, an denen ihr euch ganz unbesorgt barrierefrei bewegen könnt.

Barrierefrei von A nach B kommen Aufzüge an Hamburgs Bahnstationen

Der Hamburger HVV stellt eine Karte zur Verfügung, auf der ich sehen könnt, welche U- und S-Bahn-Stationen in Hamburg über einen Aufzug oder barrierefreien Zugang verfügen.

Die Alsterarkaden an der Binnenalster.
© Romans.View
Immer mit Blick aufs Wasser.
Entlang Hamburgs schönem blauen Fluss

Außenalster & Binnenalster

Unsere Binnen- und Außenalster ist nicht nur wunderschön anzusehen, sondern auch barrierefrei gut zu umrunden. Die Wege rund um die Alster sind breit und gut befestigt und bieten genug Plätze, Bänke und Cafés für kleine Erholungspausen. Je nach Lust und Laune könnt ihr entweder eine große Runde um die Außenalster planen, die sich auf circa 7,4 Kilometer beläuft. Oder ihr macht lieber nur eine kleine Tour rund um die Binnenalster (knapp 2 km) und bewundert im Anschluss noch die wunderschönen Alsterarkaden zwischen Jungfernstieg und Rathausmarkt. So oder so könnt ihr hier grandioses Hamburger Flanierflair genießen.

Hinkommen: 
Am besten ihr Fahrt mit der Bahn bis Jungfernstieg und startet von da eure Runde. Ihr könnt jedoch auch mit der U1 bis zur U-Bahn Haltestelle Hallerstraße fahren und von dort den kurzen Weg durch Rotherbaum hinunter zur Außenalster fahren.

Unser schönes, altes Rathaus.
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Das prunkvolle Gebäude ist immer einen Besuch wert.
Besonders der Innenhof mit den prachtvollen Fassaden und seinem schönen Brunnen sollte man sich nicht entgehen lassen.
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Der 124 Jahre alte Prachtbau

Das Hamburger Rathaus

Kontakt Rathausmarkt 1, 20095 Hamburg
Öffnungszeiten Mo-So:07:00-20:00

Ein Spaziergang um die Alster lässt sich ideal mit einem Besuch unseres wunderschönen Hamburger Rathauses verbinden. Ganze 55 Jahre hat die Planung und Umsetzung dieses 124 Jahre alten Prachtbaus in Anspruch genommen. Los ging es mit den Entwürfen zahlreicher Architekten, darunter auch der berühmte Hamburger Architekt Martin Haller. Sein Entwurf eines dreiflügeligen Rathaus auf 4.000 Holzpfählen, mit 647 (!) Räumen und einem 112 Meter hohen Turm setzte sich schließlich durch und das Resultat könnt ihr seitdem am Rathausmarkt 1 bewundern. Mehr dazu könnt ihr in unserem Artikel über die Geschichte und Entstehung des Hamburger Rathauses nachlesen.

Hinkommen: 
Da an der U-Bahn Station Rathaus derzeit gebaut wird, empfehlen wir euch bis Jungfernstieg zu fahren und dort einen der Ausgänge Richtung Rathausmarkt zu nehmen.

Seit Jahrhunderten lagen hier Kaffee, Tee, Teppiche und vieles mehr.
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Roter Backstein und Lagerhäuseer wohin das Auge reicht.
Hier ist alles ebenerdig und gut zu erreichen.
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Die Speicherstadt

Wusstet ihr, dass die Hamburger Speicherstadt der weltgrößte historische Lagerhauskomplex ist? Aus diesem Grund stehen die beeindruckenden Bauten auch bereits seit 1991 unter Denkmalschutz und gehören seit Juli 2015 zu Deutschlands 40. UNESCO-Weltkulturerbe. 1883 auf tausenden Eichenpfählen erbaut, dienten sie seitdem der Lagerung von Handelswaren, wie Kaffee, Tee und Teppichen. Wir lieben es, die beeindruckenden alten Steinmauern auf uns wirken zu lassen. Auch mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen kann man sich hier gut bewegen, denn die Straßen werden fast überall von Gehwegen begleitet.

Hinkommen:
Vom Rathausmarkt könnt ihr theoretisch einfach zur Speicherstadt Richtung Elbe hinunter fahren. Die Anreise ist jedoch auch per Bahn möglich. Steigt hier am besten an folgenden Stationen aus: Baumwall (U3) oder Überseequartier (U4).

Nur wenige Jahre alt ist die Hamburger Hafencity einer der neuesten Stadtteile.
© Romans.View
An den Magellanterrassen kann man alte Schiffe bewundern.
Oder am Grasbrookhafen eine Pause in der Sonne machen.
Die Heimat der Elbphilharmonie

Die HafenCity

Weitere Informationen

Die HafenCity zählt zu den jüngsten Stadtteilen Hamburgs, denn der erste Spatenstich wurde hier erst 2001 gesetzt. In den vergangenen zwanzig Jahren hat sich ein wirklich sehenswertes Stadtviertel entwickelt, dass nicht nur Hamburgs neues Wahrzeichen, die Elbphilharmonie, beheimatet. Hier findet ihr unter anderem auch am Sandtorkai einen Traditionsschiffhafen, könnt den knarrenden Gelenken der Pontons lauschen, euch in einem der zahlreichen Cafés und Restaurants verköstigen lassen oder an den Marco-Polo-Terrassen unterhalb des Marco-Polo-Towers bei gutem Wetter ein bisschen Sonne tanken.

Hinkommen: 
Am besten reist ihr mit der U3 bis Baumwall oder der U4 bis Überseeequartier an.

Die Aussichtsplattform der Elbphilharmonie lässt sich mit dem Fahrstuhl erreichen.
Hamburgs neues Wahrzeichen

Die Elbphilharmonie

Kontakt Platz der Deutschen Einheit 4, 20457 Hamburg
Öffnungszeiten Mo-So:10:00-23:00
Weitere Informationen

Bei einer Tour durch Hamburg darf natürlich auch ein Besuch von Hamburgs neuem Wahrzeichen nicht fehlen. Das 2016 vollendete und 110 Meter hohe architektonische und musikalische Wahrzeichen der Stadt beherbergt nicht nur zwei Konzertsäle und ein Studio, sondern auch ein Hotel und 55 Wohnungen. Die Plaza (Aussichtsplattform) lässt sich per Rolltreppe und Fahrstuhl erreichen und befindet sich zwischen dem alten Kaiserspeicher A und der gläsernen Fassade der Elbphilharmonie in 37 Metern Höhe. Von hier aus könnt ihr einen sagenhaften Blick über Elbe, Hafen, Speicherstadt und HafenCity genießen. Die Plaza der Elbphilharmonie ist öffentlich für alle Besucher:innen zugänglich.

Kostenlose Tickets gibt es vor Ort im Besucherzentrum (geöffnet von 10 – 20 Uhr) und am Infopoint im Eingangsbereich der Elbphilharmonie. Außerdem könnt ihr für eine Gebühr von 2€ auch online Tickets für einen zukünftigen Termin buchen.

Bis einschließlich 18. April ist die Plaza aufgrund von Corona geschlossen.
Hinkommen: 

Am besten reist ihr mit der U3 bis Baumwall oder der U4 bis Überseeequartier an.

Die alte Fischauktionshalle.
© Frederike Höhn
Wie wäre es mit einem leckeren Fischbrötchen an der Hafenkante?
Nordish by Nature Feeling vom Feinsten

Altonaer Fischmarkt

Kontakt Große Elbstraße 9, 22767 Hamburg
Öffnungszeiten So:05.00-09:30
Weitere Informationen

Die Frühaufsteher unter euch sollten es sich nicht entgehen lassen, am Sonntagmorgen dem Spektakel auf dem Fischmarkt zuzusehen. Jeden Sonntag findet der traditionelle Markt von 5:00 bis 9:30 Uhr mit Verkaufsständen unter freiem Himmel am östlichen Ende der Großen Elbstraße in Altona statt. Ursprünglich diente der in Altona abgehaltene Markt zur Versorgung der Bürger mit frischem Fisch. Bereits seit dem frühen 18. Jahrhundert werden auf dem Altonaer Fischmarkt auch Obst, Gemüse und Pflanzen verkauft.

Auch der Fischmarkt kann derzeit aufgrund von Corona leider nicht stattfinden. Schreibt es euch aber auf jeden Fall auf die Bucketlist.

Hinkommen:
Entweder mit der Fähre 62 bis Altona (Fischmarkt), mit der Buslinie 111  bis zur Station Fischauktionshalle oder der Buslinie 2 bis zur Station Hafentreppe.

Dia Aussichtsplattform des Planetariums im Hamburger Stadtpark lässt sich bequem per Fahrstuhl erreichen.
Von oben hat man einen fantastischen Blick über die Stadt.
Wenn das Wetter auch noch mitspielt, kann ein Besuch hier oben magisch sein.
Sterne gucken und den Blick über die Stadt genießen

Das Planetarium

Kontakt Linnering 1, 22299 Hamburg

Noch ein beeindruckendes Gebäude, dem ihr unbedingt einen Besuch abstatten solltet, ist das Hamburger Planetarium. Seit 1930 ist das Planetarium im ehemaligen Winterhuder Wasserturm im Stadtpark untergebracht und zählt damit zu einem der dienstältesten „Sternentheater“ weltweit. Hier kann man nicht nur beeindruckende Erklärstücke über unsere Erde und das Universum sehen, sondern auch den Blick von der 40 Meter hohen Aussichtsplattform über die Stadt genießen.  Auch der Stadtpark drumherum bietet sich ideal für einen ausgedehnte Spaziergang an. Die Wege sind gut befestigt und leicht mit Rollstuhl und Rollator passierbar.

Derzeit ist der Spielbetrieb im Planetarium aufgrund von Corona eingestellt. Auch die Aussichtsplattform ist daher geschlossen. Doch einen Besuch ist das schöne Gebäude dennoch wert.

Hinkommen:
U3 bis Borgweg, Bus 179 bis Stadtpark (Planetarium), von dort ca. 5 Minuten Wegzeit. Oder U1 bis Hudtwalckerstraße, Bus 20 oder 26 bis Haltestelle Ohlsdorfer Straße, von dort ca. 5 Minuten Wegzeit.

Danke Roman!

An dieser Stelle wollen wir uns noch einmal ganz herzlich bei Roman, dem Inhaber des Instagram-Accounts romans.view, bedanken. Roman ist Rollstuhlfahrer, teilt auf seinem Instagram-Blog Erfahrungen und Informationen rund um das Thema Reisen mit Rollstuhl und hat uns bei diesem Artikel tatkräftig unterstützt.

„Ich glaube, dass man trotz diverser Schwierigkeiten seine Träume verfolgen kann.“ – Roman